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familien z. B. zwischen Romanen und Germanen, zwischen Chinesen und uns mehr oder minder auffallend. Den Indogermanen stehen, wie es scheint, die Semiten am nächsten. Ich gebe einige Beispiele aus der Bibel und aus Homer. Sie werden zugleich zeigen, wie die Vernunftsprache sich der Reflexe und Ausdrucksbewegungen zur Veranschaulichung und metaphorischen Bezeichnung der entsprechenden Gefühle bediente.
Hohe Augen sind der Ausdruck des Stolzes. Spr. 6, 16; vgl. ibid. 21, 4; 30, 13; Ps. 18, 28; 131, 1; Jes. 2, 11; 10, 12. Der Demütige schlägt die Augen nieder. Job. 22, 29. Als man in Israel sang, Saul hat tausend erschlagen, David zehntausend, da konnte Saul den David nicht mehr grade ansehen. Sam. I 18, 9.
Vor Angst erblassen die Angesichter aller. Jer. 30, 6; Joel 2, 6; Nahum 2, 11.
Hagar weint vor Schmerz und Verzweiflung, als ihr Sohn in der Wüste fast verschmachtet. Mos. I 21, 16; Esau und Jakob vor Freude, als sie nach langer Trennung sich wiedersehen; sie umarmen und küssen sich. Mos. I 33, 4. Josef weint beim Wiedersehen seiner Brüder. Mos. I. 42, 24; 43, 30; 45, 2. 14. Als Noemi von ihren Schwiegertöchtern Orpha und Ruth Abschied nehmen will, fangen diese überlaut zu weinen an. Ruth 1, 9. Die Juden weinten vor Heimweh und Trauer, als sie an den Strömen von Babylon sassen und an Zion dachten. Ps. 137, 1. Als Petrus den Herrn zum dritten Male verraten, weinte er bitterliche Reuethränen. Matth. 26, 75. Abraham lacht vor Freude, als ihm der Herr noch im Alter einen Sohn verspricht. Mos. I 17, 17; auch Sara lacht, aber ungläubig. Mos. I 18, 10.
Vor Sehnsucht und Erwartung öffnet der Psalmist den Mund und atmet tief. Ps. 119, 131. Der Herr schnaubt in seinem Zorne. Sam. II 22, 16. Man zischt oder pfeift vor spöttiger Ver- wunderung und Schadenfreude. Jer. 50, 13; 51, 37; Klagel. 2, 15, 16.
Der Sünder knirscht aus Zorn und Neid über den Gerechten mit den Zähnen. Ps. 37, 12; „Scilicet ex desiderio illum perdendi“ bemerkt richtig ein alter Erklärer; vgl. Ps. 112, 10 Heulen und Zähneknirschen ist der biblische Ausdruck der Höllenqualen. Matth. 8, 12; 13, 42; 22, 13; 24, 51; 25, 30.
Man küsste sich zum Grusse. Mos. I 29, 11; 33, 4; II 4, 27; 18, 7; auch beim Ab- schied. Ruth 1, 14; Kön. I 19, 20; Sam. I 20, 41. Der Arme küsst dem Reichen die Hand, dass er ihm borge. Sirach 29, 5. Magdalena küsst dem Heiland die Füsse. Luk. 7, 38.
Der Gottlose trägt die Nase hoch(.R a⁵). Ps. 10, 4.
Dem Eliphas sträuben sich vor Schrecken die Haare am ganzen Leibe. Job 4, 15; vgl. Sirach 27, 15. Aus Unmut und Trauer zerreisst der Prophet Esdras sein Ober- und Unterkleid und rauft sich Haupt- und Barthaar. Esdra 9, 3. Im heiligen Zorne rauft der Prophet Nehemia anderen die Haare aus. Neh. 13, 25.
Die Jungfrauen von Jerusalem senken traurig die Köpfe zur Erde. Klagel. 2, 10; aber auch stolz schreiten die Töchter Zions einher mit aufgerichtetem Nacken. Jes. 3, 16. Vor Trauer und Schmerz verhüllen die Juden das Haupt. Jer. 14, 3. 4; Sam. II 15, 30; 19, 4; Esther 6, 12. Aus Ehrfurcht vor Gott verhüllt Elias sein Angesicht mit dem Mantel. Kön. I 19, 13. Be- dauernd bewegt man den Kopf hin und her. Job 42, 11; Jes. 51, 19; Jer. 16. 5; desgleichen um zu verhöhnen. Ps. 22, 8; 109, 25; Jer. 18, 16; Klagel. 2, 15.
Vor Zorn schlug Balak in die Hände, als Bileam den Israeliten nicht fluchen wollte. Mos. IV 24, 10; vgl. Ezech. 6, 11; auch 22, 13. Vor Verwunderung und zur Verhöhnung werden die Hände zusammengeschlagen. Job 27, 23; Klagel. 2, 15; vor Verzweiflung und Trauer über dem Kopfe gerungen. Jer. 2, 27. Vor Freude klatschen die Kriegsobersten in die Hände, als


