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mächtig mit demſelben, indem er ihn für ſeine Zwecke zuſtutzte. So ſetzt er, um nur einiges anzuführen, kurzweg ſtatt der Birke, mit der er nichts anzufangen wußte, eine Eiche, läßt das Rad am Tage der Aufrichtung des Baumes neben die Eiche ſtellen, wovon der Bericht nichts weiß, deducirt aus dem neuern Namen des Berges Marrberg für die ältere Zeit„Mons Martis zu deutſch Donnersberg,“ wozu jeglicher Anhalt fehlt, und verläßt die edle Einfachheit und die eines Forſchers würdige Objectivität, deren ſich der Verfaſſer des Artikels befleißigte, an ver⸗ ſchiedenen Stellen. Unzweifelhaft muß es im Intereſſe der Wiſſenſchaft lebhaft bedauert werden, daß die„Trieriſche Kronik“, wie es den Anſchein hat, nicht weit über die Mauern von Trier bekannt geworden iſt, und daß ſomit dem durch langjährige Studien geübten Blicke der tüchtigſtei Forſcher auf dem Gebiete germaniſchen Lebens das ſchätzbare Material derſelben theils gänzlich entging oder ihnen leider nur verſtümmelt, ja ſogar verändert zukam.
Die einſt alljährlich wiederkehrende, althergebrachte Sitte der Aufrichtung eines Birken⸗ baumes von ziemlicher Höhe durch die Wollenweber- und Metzgerzunft und das drei Tage ſpäter erfolgende Herabwerfen desſelben iſt kein ſpecifiſch trieriſcher Local⸗Gebrauch, ſondern wird noch in vielen Gegenden unſeres Vaterlandes und weit über die Gränzen desſelben hinaus gefunden, wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß dieſes Herkommen faſt durchgängig von ſeiner früheren Anziehungskraft verloren hat und verblaßt iſt. Es beſchränkte ſich zuletzt nur mehr auf eine be⸗ ſtimmte Claſſe des Volkes, weil dasſelbe ſowohl durch die Länge der Zeit, welche das Intereſſe an dem nicht mehr Verſtandenen erlahmen ließ, als auch durch feindſelige Einflüſſe mehr oder weniger herabgekommen war. Jedoch blieben in dem, was durch des Volkes zähes Feſthalten ſich hier und da bis auf unſere Zeiten gerettet hat, noch mannigfache Anklänge, weſentliche Züge in genügender Anzahl übrig, die auf die urſprüngliche Feier in ihrer ganzen Vollſtändigkeit und Reinheit einen Rückſchluß geſtatten. Es würde die uns geſteckten Gränzen überſchreiten, wollten wir alle Mittheilungen über ähnliche Gebräuche, die wir, ſoweit es bei der Entfernung von einer größern Bibliothek möglich iſt, zu ſammeln vermochten, hier wörtlich anführen; es wird zu unſerm Zweck genügen, die Gegenden und Länder anzugeben, in denen ſich der Brauch findet oder ehemals fand mit den Belegſtellen aus mythologiſchen Werken, Sammlungen von Volksgebräuchen u. dgl., um ſo mehr, da im Verlaufe der Arbeit ſich noch Gelegenheit finden wird, auf Abweichungen vom trieriſchen Brauche zurückzukommen.
Dieſer und ähnliche feſtliche Bräuche finden ſich noch in vielen Gegenden Oeſterreichs, namentlich in Tirol, in Baiern und Schwaben, vergl. Panzer, Beiträge zur deutſchen Mythologie 2 Bd. 246— 252 S. Quitzmann, die heidniſche Religion der Baiwaren 87. 93. 94. 122., am Rhein und in der Grafſchaft Mark, vergl. Wolf, Beiträge zur deutſchen Mythologie 1 Bd. 219 S. in Naſſau vergl. Kehrein. Volksſitte in Naſſau 148—149, 154 u. 155 S. in der Eifel vergl. Schmitz, Sitten, Sagen und Gebräuche des Eifeler Volkes S. 13 u. f. vergl. Simrock, Mytho⸗ logie 554 S. Grimm, Mythologie 242. 589. 594. 732. 736. 742—743 S. in Lothringen vergl. mémoires des antiquaires de Fr. 5, 383— 386. Außerdem führt Grimm a. a. O. auch Frank⸗ reich und die ſlaviſchen Länder unter denjenigen Gegenden an, in welchen dieſe Sitte herrſchte.
Wir werden im Verlauf der Arbeit ſehen, daß alle Gebräuche, welche beim Erwachen der Natur im Frühling bei ſämmtlichen Völkern im Schwange ſind, der ſymboliſche Ausdruck der
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