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schätzt worden. Die drei von Herodot angeführten Werke werden von dem Schriftsteller selbst durchaus nicht dem Polykrates zugeschrieben; er erwähnt ihn dabei mit keinem Worte ¹¹). Noch weniger aber lässt sich eigentlich aus Aristoteles folgern. Die Werke auf Samos waren eben da und erregten in ihrer Grossartigkeit gleiches Staunen, wie die ägyptischen Pyramiden und andere Riesenwerke des Alterthums. Sie waren der Stolz der Samier. Inwieweit aber ihre Entstehung dem Polykrates zuzuschreiben sei, das ist eine schwer zu entscheidende Frage. Wie so oft in anderen ähnlichen Fällen, ist es auch hier ergangen. Niemand wird leugnen wollen, dass die Zeit der Tyrannis des Polykrates äusserlich als die Glanzperiode von Samos zu betrachten sei. Was Wunder also, dass die Nachwelt alles Grosse und Schöne, was die Insel aufzuweisen hatte, in verschwenderischer Weise auf den Einen Polykrates als Urheber übertrug, so dass schon zu Aristoteles' Zeiten die„Polykratischen Werke“, worunter ich in dem eben bezeichneten Sinne allerdings möglichst viel begreifen möchte, in Aller Munde waren!
Von den drei samischen Riesenwerken ³¹⁶): der Wasserleitung des Eupalinus, bei welcher das Wasser einen 7 Stadien langen Tunnel durchfloss ³¹⁷), dem grossen Hafendamm, der nach Herodot's Angabe bei einer Höhe von 120 Fuss(20 Orgyien) sich mehr als 2 Stadien wéit ins Meer erstreckte und den Hafen von Samos zu einem der sichersten des Alterthums machtée ³¹s), und dem prachtvollen Heräum, das Herodot den grössten aller ihm bekannten Tempel nennt ⁵¹⁴), haben sich noch einzelne Spuren erhalten, denen die neueren Reisenden eifrig nachgeforscht haben. Das Hauptaugenmerk der Letzteren richtete sich natürlich auf den Heratempel. Tournefort(1702), Pococke(1739), Choiseul-Gouffier(1776) und Dallaway(1796) haben nach einander die Oertlichkeit und die Ueberreste des Heiligthums untersucht. In der neuesten Zeit haben dann Ross(1841) und Guérin(1853) die Sache abermals in Angriff genommen.
„Noch Eine hohe Säule zeugt von verschwundner Pracht; Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.“
Die einzige Säule, die an Ort und Stelle stehen geblieben ist, nur unvollständig erhalten und selbst in dem erhaltenen Theile nicht unbeschädigt, erhebt sich etwa 200 Schritte vom
verstanden wissen. Thiersch(Epochen der bild. K., 2. Ausg. p. 184 sqq.) will zwar Wasserleitung und Hafendamm, nicht aber das Heräum dazu rechnen, welches letztere Hirt(Amalthea I, p. 266 sqq; Berl. Ibb. der wiss. Krit. 1827 N. 29. 30 sqq.) gleichfalls geradezu als Polykr. Werk hinstellt. (O. Müller, Hdb. d. A. 3. Ausg.,§. 80, I, 3, meint, zu Polykr. Zeit sei das Heräum, an fder Stelle eines älteren dorischen Tempels, im jonischen Stil neu aufgebaut worden.) Urlichs(im Rh. Mus. 1854, Bd. X, p. 3) schliesst sich Thiersch an und spricht sich entschieden dahin aus, dass der Heratempel schon vor Polykrates im Bau vollendet gewesen sei. Ebenso Baehr zu Herod. III, 60. ²¹⁵) Vgl. Duncker, IV, p. 507 A. 4 u. dagegen E. Curtius, Gr. G. Is, p. 562. ²¹e) Herod. III, 60. Vgl. was Baehr in der 2. Ausg. zu dieser Stelle zusammengetragen hat. ³¹⁷) Vgl. Duncker, G. d. A., IV, p. 105; E. Curtius, Gr. G. I3, p. 561 sq., u. dess. Gelehrten Abhdlg. in der Archäol. Ztg. 1848, p. 30. ²³¹⁸) Vgl. Duncker a. a. O.; E. Curtius, Ie, p. 561. ³¹⁵) Ausser Herod. III, 60 vgl.: Herod. I, 70; II, 148; III, 123; IV. 88. 152; IX, 96; Strabo, XIV, p. 637 Cas.; Pausan. VII, 4, 4; 5, 4 Bekker.; Cicero in Verr. act. II, I. I, c. 19; Tac. Ann. IV, 14; Apulej. flor. II, 15, p. 16. 17 Kr.; Panofka,


