Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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werden. Hierauf deutet namentlich auch die Behandlung der zugleich mit Polykrates in seine Gewalt gerathenen Samier hin, denen er nicht undeutlich zu verstehen gab, dass er für ihre Freilassung einen Gegendienst von ihnen erwarte ³⁰⁶). Auffallend ist, dass Polykrates, wenn er von der feindseligen Gesinnung des Orõtes gegen ihn Kenntniss hatte, sich dennoch durch eine so grobe Listso-) von ihm ins Netz locken liess. Allein aus der gauzen Erzählung bei Herodot ³⁰⁸) geht hervor, dass der Tyrann, als er den Lockungen des Orötes nachgab, von der Leidenschaft völlig verblendet und seiner selbst nicht mehr mächtig war. Die Ate oder Nemesis hielt ihn umstrickt, und insofern lieferte er für Herodot's Ansicht ³⁰⁶), dass es dem Menschen unmöglich sei, seinem Verhängniss zu entgehen, den schlagendsten Beweis.

10. DieWerke des Polykrates.

Herodot sagt 31⁰) ausser den sicilischen(Gelon und Hieron) könne keiner unter den griechischen Tyrannen mit Polykrates an.ꝓααομρσμςαμαα, d. h. an Glanz der Herrschaft im besten Sinne des Wortes, verglichen werden. Dieser Glanz der Herrschaft zeigte sich vor allen Dingen in den grossartigen Bauten, wodurch Samos unter Polykrates zu einer Berühmtheit emporwuchs, wie sie in dieser Beziehung kaum irgend eine andere griechische Stadt jemals erlangt hat ³11). Herodot erwähnt ³¹²) von Bauanlagen auf Samos besonders drei, die er die grössten nennt, die man in ganz Hellas antreffe, nämlich: die Wasserleitung des Eupalinus, den riesigen Hafendamm und das prachtvolle Heräum. Aristoteles nennt 3¹³) neben einander die ägyptischen Pyramiden, die Weihgeschenke der Cypseliden, das Olympieum der Pisistratiden unddie Polykratischen Werke auf Samos.

DiesePolykratischen Werke des Aristoteles ist man leicht versucht, mit den roεα μειισαα des Herodot zu identificiren 3¹4). Indessen sind beide Stellen in ihrem Werthe vielfach über-

p. 47 sqd. ³⁶⁵⁶⁴) Herod. III, 125. 3⁰⁷) Sie erinnert an die List, mit der Hannibal die Gortynier täuschte. Corn. Nep. Hann. 9. ³⁰⁸) Herod. III, 124. ³⁰⁸½) Vgl. Herod. I, 91; III, 43. 65; IX, 16. Ueber die Ansicht Herodot's vom νένα 1α‿ ϑeκν vgl. Herod. I, 32; III, 40; VII, 108. 46. Was Clearch bei Athen. XII, p. 540e angibt, dass Polykrates wegen seines ausschweifenden Lebens zu Grunde gegangen sei, steht ganz vereinzelt da und ist daher durchaus unglaubwürdig. ³¹⁴⁶) Herod. III, 125. 3¹¹) Uebrigens glaube ich nicht, dass die Worte bei Herod. III, 139:Mera de zaðνic Td‿ιον 5εααςσενος Aaεεοο ςε, το⸗ναον νπηάια νν νοντννν πυννι⁴εν ναάχα 6αοαςν⁵ε⁴ so zu verstehen seien, wie die Meisten sie auffassen,= die erste(bedeutendste) aller gr. u. b. Städte. Dies wäre doch eine allzustarke und darum lächerliche Uebertreibung. Die Didot'sche Uebersetzung gibt das Richtige:estque haec prima ex urbibus vel Graecorum, vel barbarorum, quae sub illius imperio vi capta est. ³¹³) Herod. III, 60:örε οm⁵ οσ⁶α‿νεοσπν mεμ⁵εένυι⁴σνα ,ἀν ννυν νμνυν ᷣ,ναασέμναιιε ³⁸⁸) Aristot. Polit. VIII, 11 p. 224 sq. ed. II Bekk. ³¹⁴) Mit gewissen Beschränkungen thun dies Plass(Tyr. I, p. 244); Grote(G. Gr. II, p. 514); E. Curtius(Gr. G. Is, p. 560 562). Duncker(G. d. A. IV, p. 507 A. 4) will unter den q ᷑111oã. nur Burg, Stadtgraben, Werfte(Schiffshäuser) u. Residenz