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gegenüber seine Herrschaft neu befestigt zu haben glaubte? Doch wir wollen zunächst den Bericht Herodot's ²⁵6) hören.
Orötes, den schon Cyrus als Satrapen von Lydien eingesetzt hatte, liess von Magnesia am Mäander, der Hauptstadt der jonischen Satrapie ²⁰⁷), aus dem Polykrates durch einen Boten melden, dass der Perserkönig Kambyses ihm(dem Orötes) nach dem Leben trachte. Wenn Polykrates ihn mit seinen Schätzen in Sicherheit bringe, so wolle er ihm die Hälfte derselben überlassen, die, wie er hinzusetzte, hinreichen würde, um die Herrschaft über ganz Hellas zu erlangen. Wolle er sich vorher über das Vorhandensein der Schätze vergewissern, so möge er einen zuverlässigen Mann senden, dem sie gezeigt werden sollten. In freudiger Aufregung schickt Polykrates alsbald seinen Geheimschreiber Mäandrius zu Orötes. Dieser aber hatte, als die Ankunft des Gesandten zu erwarten stand, acht Kisten mit Steinen angefüllt und diese oben mit Gold bedeckt. Mäandrius sah die Kisten und berichtete das Gesehene getreulich seinem Herrn. Dieser liess sich nun durch Nichts zurückhalten: nicht durch die Warnungen der Seher, nicht durch die seiner Freunde, noch auch durch die flehentlichen Bitten seiner Tochter, welche hier die Rolle der Kassandra hat. In einem Traumgesicht hatte sie ihren Vater in der Luft schwebend gesehen, und es schien ihr, als werde er von Zeus gebadet, von Helios gesalbt ²⁹⁸). Noch als er im Begriffe stand, den Fünfzigruderer zu besteigen, der ihn an das Ziel seiner Wünsche bringen sollte, suchte sie ihn durch ihre unheilverkündenden Worte umzustimmen. Umsonst; er wies sie drohend ab und fuhr, unzugänglich jedem Rathe, selbst zu Orötes hin, begleitet von seinen vertrautesten Freunden, unter anderen von seinem Leibarzte, dem berühmten Demokedes von Kroton. An der Küste von Kleinasien angelangt, fiel er alsbald dem Orötes in die Hände, der ihn auf scheussliche Weise ²⁵3) umbringen und die Leiche ans Kreuz schlagen liess. Diejenigen unter den Begleitern des Polykrates, welche geborene Samier waren, liess Orötes frei, indem er ihnen auftrug, ihm für die Befreiung dankbar zu sein; die Fremden und Sklaven behielt er in Knechtschaft zurück. So endete all das grosse Glück des Polykrates.
schrieben. ²⁹⁶) Herod. III, 120— 125. ²⁰⁷) Vgl. Herod. III, 122.2127; Stein zu Herod. III, 122 u. III, 90. ²⁰6) Herod. III, 124 sq. Die Erzählung von diesem Traumbild ist so unwahrscheinlich wie möglich. Das Ganze ist eine Allegorie, die sich nur bilden konnte im Hinblick auf das wirklich eingetretene Ereigniss. Die Tochter konnte ihren Vater im Traume wohl am Kreuze sehen, oder von Hunden zerrissen, aber wie sie ihn sehen sollte„von Zeus gebadet, von Helios gesalbt“, kann man sich nicht vorstellen. Philo Jud. bei Euseb. praep. evang. VIII, 13 berichtet, Polykr. selbst habe das Traumbild gehabt und dasselbe erzählt, als er ans Kreuz geschlagen wurde. ²⁵⁵) Herod. III, 125: „„2 Lvνς ε᷑¶ e‿ dπσ οτα νεαταοιοσ⁷.“ Casaub.(exerc. ad. Ann. Bar. XVI, p. 615, citirt von Baehr zu Herod. III, 125) vermuthet wohl mit Recht, dass Polykrates geschunden worden sei, eine Strafe, die nach Ktes., exc. Pers. ap. Phot. 59., p. 57 Didot, auch an Bagapates auf Geheiss der Königin Parysatis vollzogen wurde, wobei gleichfalls die Kreuzigung noch hinzutrat. Die übrigen Schriftsteller wissen nur von der Kreuzigung, denn so wird wohl auch das zεναανυννυνα bei Strabo XIV, p. 638 Cas.(Herodot selbst sagt III, 125 dαeακειιιέαιιειννουο) und das dαeναοτονπ⁴ειe bei Lucian(Char. 14) und Dio Chrysost.(XVII, p. 251) aufzufassen sein. Valer. Max. VI, 9 ext. 5 erzählt, P. sei auf dem höchsten Gipfel des Mykalegebirges ans Kreuz geschlagen worden. 5*


