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Stadt Samos und dergleichen mehr sich hatten irre führen lassen, und als sie sich dann enttäuscht sahen, die Gelegenheit, sich auf eine einigermassen ehrenvolle Weise aus der Sache herauszu- ziehen, mit Freuden ergriffen ²⁰²).
9. Der Untergang des Polykrates.
Einige Jahre nach dieser Expedition der Spartaner, im Spätsommer 522 v. Chr. ²⁰³), nahm die glänzende Herrschaft des Polykrates ein plötzliches und klägliches Ende. Der stolze Fürst, dem der mächtigste Staat von Griechenland Nichts hatte anhaben können, fiel durch den schnöden Betrug und die abscheulichste Hinterlist eines Mannes, den er persönlich gar nicht kannte, den er nie gesehen hatte. Und nicht genug, dass ihm auf eine so völlig unerwartete Weise der Untergang bereitet wurde; der feige Meuchelmörder liess sein Opfer, ehe es zur schmachvollen Kreuzigung fortgeschleppt wurde, in barbarischer oder vielmehr bestialischer Weise zu Tode martern. Dass Polykrates Feinde hatte, wissen wir so gut, wie er selbst as wusste; dass ihm, wie allen Tyrannen, das Damoklesschwert über dem Haupte schwebte, ist begreiflich; dass er aber gerade von dieser Seite, von welcher er es am wenigsten erwarten konnte, auf eine so schmähliche Weise ins Verderben geführt wurde, muss uns mit Staunen und Entrüstung erfüllen ²44). Was konnte Orötes, den Satrapen von Lydien und Jonien ²⁰⁵⁸), bewegen, in einer so unerhörten Weise gegen seinen Nachbar vorzugehen, der noch ganz kürzlich den Persern
P. p. 38 n. 42) thun. ²⁰) Boeckh(St. H. d. A. I?, p. 32) bemerkt, dass wenn wirklich Polykrates die Spartaner mit falschen Goldmünzen täuschen konnte, dies ein Beweis dafür sein würde, dass damals Goldmünzen in Hellas noch in sehr geringem Umlaufe waren. Interessant ist die Stelle in einer Urkunde zur Uebergabe der Schätze des Hekatompedos aus Ol. XCV, 3= 398 v. Chr.(Boeckh, C. J. G. N. 150):„,Grcer¹joes znd́τ.... rurarοννẽᷣsνοιο αοᷣ dzννεε ‿έ‿„falsche Stater...... vergoldet, die von einem Lacedämonier,“ wozu Boeckh(St. H. d. A. II, p. 258) bemerkt:„Merkwürdig ist ihr Ursprung von einem Lacedämonier. Man könnte an die pleiernen, vergoldeten Stater denken, womit nach der Sage Polykrates von Samos die Spartaner betrog; aber jene Sage ist freilich unsicher.“ ²*s) S. oben Cap. 2. 294) Kein Wunder, dass der jähe und in dieser Weise jedenfalls völlig unverdiente Schicksalswechsel des Polykrates im Alterthume allgemeines Aufsehen erregte, und dass daher dies Erzählung desselben von Herodot an bis in die spätesten Zeiten bei den verschiedenartigsten Schriftstellern uns begegnet. Vgl. Herod. III, 120— 125; Strabo XIV, p. 638 Cas.; Dio Chrysost. XVII, p. 251 M. p. 289 Emp.; Zenob. VI, 15; Lucian. Char. 14; Max. Tyr. XXXV; Athen. XII, p. 522 b; Cicero de fin. V, 30; Valer. Max. VI, 9, ext. 5. ²⁰⁵) Herod. III, 120. 122. 127. Stein zu Herod. III, 122. Die Namensform Orontes findet sich bei Dio Chrysost., Max. Tyr. und Valer. Max. Bei Dio und Max. Tyr. hat schon Davis die Aenderung in Oo00„ vorgeschlagen, während Hemsterhuys zu Lucian. Char, 14 beide Formen neben einander beizubehalten räth. Auch Emper. hat im Dio nach cod. B. 00061„6 ge-


