Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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feindlichen Stadt allein sahen, und der Rückweg ihnen versperrt war, einen rühmlichen Tod fanden ²⁵7) Wäre die Tapferkeit der Uebrigen der ihrigen gleichgekommen, so hätte nach Herodot's Meinung an diesem Tage Samos genommen werden müssen 288).

Weitere Ergebnisse aber hatte die Belagerung nicht. Nachdem die Spartaner 40 Tage nutzlos vor der Stadt gelegen hatten, gaben sie das ganze Unternehmen auf und fuhren nach Hause zurück, die verbannten Samier ihrem Schicksale überlassend 286). Nach einer von Herodot als minder glaubwürdig bezeichneten Sage fand Polykrates die Spartaner mit Geld ab und täuschte sie dabei auf eine sehr plumpe Weise, indem er ihnen vergoldete Bleimünzen für ächte Goldmünzen gab ²⁵⁰). Will man diese Sage nicht geradezu verwerfen, so darf man dabei nicht an eine Bestechung der Spartaner durch Polykrates denken 2⁰¹), sondern nur an ein einfaches Abkommen, das zwischeu beiden Theilen getroffen wurde, und das wohl beiden Theilen angenehm sein musste. Die Spartaner hatten, abgesehen von der oben erwähnten augenblicklichen, mate- riellen Unterstützung, die sie den Samiern gewährten, jedenfalls grosse Opfer gebracht, um die Expedition zu Stande zu bringen; sie durften daher wohl eine Entschädigung als Preis ihres Abzugs beanspruchen. Dass sie die Verbannten, denen sie ihre Hülfe zugesagt hatten, so ohne Weiteres im Stiche liessen, ist wohl dadurch zu erklären, dass sie durch falsche Vor- spiegelungen der Samier über die Streitkräfte des Polykrates, über die Widerstandsfähigkeit der

Gesagte. ²⁸⁷) Herod. III, 55. ²⁸²) Die beiden Thürme, von denen hier die Rede ist, befanden sich an der westlichen Seite der Stadtmauer, gegen welche der Sturm gerichtet war, und zwar der eine an der südwestlichen, der andere allem Anschein nach an der nordwestlichen Ecke derselben, d. h. auf dem höchsten Punkte der Gipfelfläche des Berges. Sie müssen beide eine hervortretende Lage gehabt haben, da Herodot jedesmal 6 us(mit dem Artikel) sagt. Nun spricht Guérin(a. a. O. P. 197 sq.) von einem noch jetzt ziemlich wohl erhaltenen, viereckigen Thurme, dessen Grundfläche in Länge und Breite je 7 M. misst, während die jetzige Höhe im N. 6, im S. 8 M. beträgt, von ausnehmend schöner und regelmässiger Bauart. Er wirft die Frage auf, ob dies vielleicht der Thurm auf der Höhe des Berges sei, von dem Herodot redet. Baehr(zu Herod. III, 54) verneint die Frage mit Recht, da nach Guérin's eigener Angabe der von ihm beschriebene Thurm sich etwa 100 M. unterhalb des höchsten Theiles des Berges befindet. Auch stand derselbe, wie es scheint, mit der Stadtmauer selbst nicht in Verbindung, sondern war vorgeschoben. Noch weniger darf man die Ueber- reste, die sich an der südwestlichen Ecke der Ringmauer vorfinden, als von dem anderen, von Herodot erwähnten Thurme herrührend betrachten, da sie nach Ross(Gr. Inselr. II, p. 147) und Guérin(a. a. O. p. 200) der späteren, wahrscheinlich der römischen Zeit angehõren. ²⁸⁰) Herod. III, 56. Duncker(G. d. A. IV, p. 436 u. p. 517) vermuthet mit Bezugnahme auf Plut., de mal. Her. 21, dass die Spartaner auf ihrer Rückfahrt der Tyrannis des Lygdamis auf Naxos ein Ende gemacht hätten. Ihm schliesst sich darin E. Gurtius(Gr. G. Is, p. 584) an. Bursian(Geogr. v. Gr. II, p. 492) setzt den Sturz des L. erst in die Zeit der Vertreibung der Pisistratiden. ²⁵⁰) Herod. I. l. Anzuerkennen ist die Schüchternheit, mit der Herodot diese Erzählung wiedergibt, die doch zu seinem Glauben an die Nemesis, der Niemand entrinnen kann, sehr wohl stimmen würde: P. täuscht die Spart. auf eine so plumpe Weise, entrinnt dadurch zeitweilig dem ihm bestimmten Verhängniss, wird aber danach durch Orötes auf eine ähnliche, noch plumpere Weise getäuscht und ins Verderben geführt(Herod. III, 123 sqd.) ²⁰²) Wie dies Plass(Tyr. I, p. 242), E. Curtius(Gr. G. Ie, p. 564) und Deussen(de 5