Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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So erklärt sich denn auch sehr leicht und einfach der Eifer, mit dem die Korinthier das Zustandekommen der Expedition förderten ²⁷⁷7). Dass die Rettung der korcyräischen Knaben von Herodot ²7⁸) mit Unrecht als Grund ihrer Erbitterung gegen die Samier angegeben wird, liegt ohnedies auf der Hand ²⁷⁹). Als erste griechische Seemacht wurde Korinth auch von der samischen Piraterie in erster Linie und am empfindlichsten getroffen und musste in seinem eigenen Interesse jede Unternehmung begünstigen, die eine Beseitigung jenes für alle handel- treibenden Völker an den Küsten und auf den Inseln des ägeischen Meeres unerträglichen Zustandes in Aussicht stellten ²⁸⁰⁵).

In welcher Weise freilich die Korinthier an dem Kriegszuge der Spartaner sich betheiligten, darüber wird uns von den Alten ²³¹) nichts Näheres mitgetheilt, und die Neueren ²⁸²) stellen sich die Sache in sehr verschiedener Weise vor. Wahrscheinlich bestand ihre Betheiligung nur darin, dass sie den Spartanern die zu der Expedition erforderlichen Schiffe zu Gebote stellten, obgleich es an sich nicht auffallend wäre, wenn die Spartaner im Verein mit einem einzelnen Gliede des peloponnesischen Bundes das Unternehmen ausgeführt hätten ²³s).

Polykrates, der schon früher den zurückkehrenden Verbannten allein gegenüber eine Nie- derlage zur See erlitten, wagte jetzt, wo sie mit fremder Hülfe zum zweiten Male der Insel sich näherten, um so weniger sich in eine Seeschlacht mit seinen Gegnern einzulassen. Auch die Landung derselben versuchte er nicht zu hindern, sondern verliess sich einzig und allein auf die Stärke seiner Ringmauern und Thürme ²⁵4). Die Spartaner schlossen die Stadt ein und begannen den Sturm. An zwei Stellen hatten sie auch einen vorübergehenden Erfolg erzielt. sie erstiegen ²³5) den an der südwestlichen Ecke der Ringmauer, nach der Vorstadt hin, gelegenen Thurm, wurden jedoch von Polykrates, der selbst zur Vertheidigung herbeieilte, mit vermehrten Streitkräften zurückgedrängt. Auf der vom Meere abgewandten Seite aber war von Seiten der Belagerten aus einem Thurme, der auf dem Rücken des hinter der Stadt sich erhebenden Berges stand, ein Ausfall unternommen worden, welcher jedoch bald mit der Flucht der dabei betheiligten Söldner und Bürger ²⁸6) endete. Die Zurückweichenden wurden von den Spartanern grösstentheils niedergehauen; zwei der Letzteren aber, Archias und Lykopas, verfolgten die Fliehenden in allzugrossem Eifer bis in die Stadtmauern hinein, wo sie, da sie sich plötzlich in der

d. A. IV, p. 434 sq.; E. Curtius, Gr. G., p. 563 sq. 277) Herod. III, 48. ²⁷⁸) Herod. 1. I., vgl. III, 49. 53. 2²7) Schon Plutarch(de mal. 22) widerlegt die Angabe Herodot's, die dieser selbst III, 49 einigermassen zu beschränken für nöthig findet. ²⁸³⁰) Plass, Tyr. I, S. 241 sd.; Duncker, G. d. A. IV, p. 435. 516 sq. ²³¹) Aus Herod. III, 48 sq. geht nur hervor, dass die Korinthier das Unternehmen eifrig betrieben und förderten. Sonst spricht Herodot überall(III, 39. 44. 47. 54) nur von den Lace- dämoniern. Plutarch aber hat offenbar nur an eine Förderung des Unternehmens im Allgemeinen gedacht, denn er wirft dem Herodot vor, dass er nur aus Verleumdungssucht die Korinthier über- haupt erwähnt habe(Plut. de malign. H. 22). ²³²) Plass, Tyr. I, p. 241 sq.; Grote, a. a. O. II, p. 513; Duncker, G. d. A. IV, p. 435. 516 sd.; E. Curtius, Gr. G. I, p. 564; Veegens, de P. p. 36; Deussen, de P. p. 37 sq. ²⁸³) Schömann, Gr. A. II², p. 94. 284) Herod. III, 54 sq. ²⁸⁵) Bei Herod. III, 54 ist die Lesart èrresnoay des cod. R. bei Stein der der übrigen Handschrr.: dnεοερενςσασρη vorzuziehen. 286) Herod. III, 54:,O? ε 2νπια,,*α τνv‿ Haαμν⅔ συννοεεε Vgl. das oben, Cap. 4, A zu Ende