Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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hauptet seinerseits, der Grund zu der Expedition sei nur in dem Tyrannenhass der Spartaner zu suchen. Als Beweis für seine Behauptung führt er an, dass die Samier den bei der Be- lagerung ihrer Stadt seinem Heldenmuthe zum Opfer gefallenen Spartaner Archias auf eine so auszeichnende Weise noch im Tode geehrt hätten ²⁰⁴).

Offenbar kommt Plutarch dem wahren Sachverhalt viel näher als Herodot. Zwar ist die tyrannenfeindliche Haltung der spartanischen Politik von Neueren mehrfach in Zweifel gezogen, wenigstens bestritten worden, dass sie sich in dem Umfange geltend gemacht habe, wie dies Plutarch ²⁰⁵) angibt. Doch halten die meisten Gelehrten an der Auffassung des Letzteren im Allgemeinen noch fest, welcher ja auch die Autorität des Thucydides ²⁰6) zur Seite steht ²⁰⁷). Es kann nicht befremden, dass die Spartaner sich bereits damals auf eine so weitgehende Unternehmung einliessen. Wenn auch die Hegemonie derselben über den grössten Theil des Peloponnes erst um die Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. eine vollendete Thatsache war, S8o finden sich doch schon um diese Zeit und sogar schon früher mehrfache Spuren davon, dass sie auch einen über den Isthmus und selbst über das ägeische Meer hinausreichenden Einfluss nicht als ausserhalb der Grenzen ihrer Politik liegend betrachteten, und dass ihr Name auch ausserhalb der Halbinsel in Ansehen und Achtung stand ²⁰s). Sie schlichten endgültig den Streit der Athener und Megarenser um Salamis ²⁶⁸); Amasis von Aegypten steht mit ihnen in freundschaftlichem Verkehr ²⁷⁰); mehr noch Krösus, der König von Lydien, der ihnen das Gold zu einer Bildsäule des Apollo, das sie kaufen wollten, zum Geschenke macht, und später, als er sich zum Krieg

21. 22. ²²⁸4⁴) Plut. de malign. H. 22; Herod. III, 55. Dieser Beweis ist freilich nicht stichhaltig, wenn man unter zuνανκαι έeν εε bei Herod. I. I.(s fehlt in den besseren Handschrr. und ist daher von Stein in der kritischen Ausgabe weggelassen) mit Panofka(r. S. p. 39) und Veegens(de P. p. 38) das alsbaldige Begräbniss versteht. Denkt man dagegen mit Stein(zu Herod. I. I.) an die Errichtung eines Grabdenkmals, worauf der Ausdruck: 16ον αννταάααᷣνε ναμάοςνmπάαα bei Plut. I. 1. c. 22 hinzudeuten scheint, und welche ja auch einige, ja viele Jahre später erfolgen konnte, so ge- winnt die Sache ein anderes Aussehen. Auch setzt Plutarch ausdrücklich hinzu, dass das Grab des Archias von den Samiern in Ehren gehalten worden sei, und aus Herodot ersehen wir, dass von jener Zeit an zwischen der Familie des Gefallenen und den Samiern ein gastfreundschaftliches Ver- nältniss bestand. Stein vermuthet, dass das Denkmal erst nach der völligen Befreiung der Samier, d. h. nach der Schlacht bei Mykale errichtet worden sei. Dies wäre allerdings etwas sehr spät, würde aber gerade desshalb die Anerkennung, die die aufopferungsvolle That des Archias bei den Samiern fand, in ein um so helleres Licht stellen. Der Name des Archias blieb auf Samos in Ehren, wie die Namen des Harmodius und Aristogiton in Athen, da er an dem Sturz des verhassten Tyrannen an seinem Theile kräftig mitgewirkt hatte, wenn auch seine Aufopferung zunächst ohne Folgen blieb. Ob der Gefährte des Archias, der Spartaner Lykopas, von den Samiern in gleicher Weise geehrt wurde, darüber wird weder von Herodot, noch von Plutarch Etwas gemeldet. ²⁸⁵) Plut. de malign. Herod. 21. ²⁸³⁸) Thucyd. I, 18. ²⁰⁷) Namentlich spricht sich Grote(G. Gr. II, p. 513) dahin aus, dass in dem Einschreiten der Spartaner gegen Polykrates und Hippias die einzigen sicher be- glaubigten Thatsachen zu finden seien, woraus man ihren Tyrannenhass herleiten könne. Vgl. noch Grote, a. a. O. p. 36 u. p. 31; sowie Duncker, G. d. A. IV, p. 32 A. 1 u. p. 52 A. 2. Auf der Gegenseite stehen K. Fr. Hermann, Gr. St. A. 4. Aufl.§. 32, 7 12; Schömann, Gr. A., p. 174 u. p. 305 sq., vgl. II2, p. 93; u. besonders E. Curtius, Gr. G. I, p. 205 208. 242. 255. 260 268. ¹⁰6) Vgl. Grote, a. a. O. II, p. 513. ²⁰⁸) Grote, II, p. 73; Duncker, IV, p. 297; E. Curtius, IS, p. 267. ²⁷˙) Herod.