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mordung ihres Sohnes nach Aegypten geflohen war ²¹⁴), und galt zunächst wenigstens als Rachezug gegen die Mörder des Königs von Cyrene 215). Der Tod des Letzteren muss also auch in das Jahr 514 oder kurz vorher fallen. Die Ursache der Ermordung aber, die grausame Rache des Arcesilaus an seinen Gegnern, muss in die nächst vorhergehende Zeit fallen. Sie muss aber auf der anderen Seite auch bald nach der Rückkehr des Arcesilaus nach Cyrene angesetzt werden, wesshalb auch diese nicht allzulange vor 514 erfolgt sein kann 2²16). Den Aufenthalt des Ar- cesilaus auf Samos möchte ich danach am liebsten in die Zeit verlegen, wo Syloson, des Polykrates Bruder, durch die Perser in den Besitz der Insel kam 247), d. h. ins Jahr 516 ²¹8), das sechste nach dem Tode des Polykrates. Damals fanden sich auf Samos jedenfalls Leute genug, die sich von den Verheissungen des Arcesilaus anlocken liessen. Wie sich Polykrates einer grossen Anzahl unbequemer Landeskinder auf rücksichtslose Weise entledigte ²¹⁹), 8o mag damals Syloson froh gewesen sein, dass ihm Arcesilaus zu einer ähnlichen Erleichterung verhalf ²²⁰).
200— 204. Vgl. IV, 145. ²¹⁴) Herod. IV, 165. ²¹⁵) Herod. IV, 167. 2¹6) Herod. IV, 164. ²¹⁷) Herod. III, 139— 149. ²¹) Duncker, G. d. A. II, p. 850. Baehr zu Herod. III, 149. ²¹⁸) Herod. III, 44. S. unten, Cap. 8. ²²⁰) Herodot macht zwar(IV, 147) eine schreckliche Schilderung von dem Wüthen der Perser in der Stadt Samos; ja c. 149 spricht er gar, wenn das Gαmνπνενοœαυĩᷣ(εσ wirklich in den Text gehört(Steinmeint, es sei aus VI, 31 eingeschoben), von einer förmlichen Menschenhetze und sagt, dass die Insel völlig entvölkert worden sei(2⁷εμμοσνꝙτmεοοοσασ e⁴⁷⁸ςσ. Doch scheint dies über- trieben. Nach Strabo XIV, p. 688 Cas. war die Härte das Syloson selbst an der Entvölkerung schuld(πνοο οεsεeν, dοτε νᷣν εεεπσέν⁴οοεν 6419). Daher das Sprüchwort:„ενει εκυιοασντο vοννικοοσν ‿άη̃„Viel Platz im Lande hat uns Syloson verschafft.“ Vgl. Zenob. III, 90(C. p. g. I, p. 79):„„E&xlεeντες νν Oν ε Qπυ⁴εοι ueεræoνν— Der Hauptgrund, wesshalb Thrige, der die Sache am genauesten untersucht hat, die Flucht und Rückkehr des A. so früh fallen lässt, ist der, dass A., wenn er bereits persischer Vasall gewesen wäre, bei Aegypten und nicht auf Samos Hülfe gesucht haben würde, wie auch später pheretime sich nach Aegypten wandte(Vgl. h. C. p. 145 u. 154). Auch meint Thrige, A. sei nur dadurch zur Unterwerfung bewogen worden, dass er sich nach der grausamen Bestrafung seiner Gegner in grosser Bedrängniss befunden habe. Beide Gründe sind zwar ziemlich triftig, jedoch nicht zwingend; der Zusammenhang der Erzählung bei Herodot und besonders das völlige Stillschweigen desselben hinsichtlich des Polykrates, sowie das gänzliche Fehlen jedes weiteren Zeugnisses stehen entgegen. Auch ist nicht glaublich, dass A., wenn er durch seine Rachethaten in so grosse Bedrängniss gerieth, sich noch so lange(bis 514, wie ja Thrige selbst annimmt) auf dem Throne behauptet habe.— Grote(Meissner), a. a. O. II, p. 364 meint, Herodot habe die Thatsachen der Rückkehr des A. und seiner Ermordung zu Barka künstlich zusammen- gedrängt und mit einer unrichtigen Färbung versehen, um dem Untergange des Königs das Ansehen eines göttlichen Gerichts zu geben. Nicht sehr abweichend davon ist die Darstellung bei Duncker,


