Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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laus III., dessen Regierungszeit nach Thrige ²⁰⁴) in die Jahre von 529 514 zu verlegen ist, als dieser die früheren königlichen Rechte sich wieder aneignen wollte, ein Aufstand aus, welcher den König selbst und seine Mutter Pheretime zur Flucht nöthigte. Er selbst ging nach Samos; die Mutter begab sich zu dem Könige Euelthon von Salamis auf Cypern ²05). Nachdem nun Ar- cesilaus auf Samos ein Heer geworben, dadurch dass er Jedem günstige Aussichten eröffnete 2²⁰6), unternahm er es, einem delphischen Orakelspruche vertrauend, dessen dunklen Sinn er nicht zu durchschauen vermochte, sich mit Gewalt wieder in den Besitz des Thrones vongCyrene zu setzen 2⁰7). Als ihm dies gelungen, verfuhr er, gegen den Sinn des Orakels, mit übermässiger Grausamkeit gegen seine Widersacher. Dann zur Besinnung gelangt, verliess er Cyrene und begab sich zu seinem Schwiegervater, dem Könige Alazir von Barka, indem er auch damit wieder den Sinn des Orakels verfehlte. Hier fand er durch Barkäer und flüchtige Cyrenäer seinen Tod, wie dasselbe Schicksal gleichzeitig auch seinen Schwiegervater traf ²⁰8). Sonst ist uns von Arcesilaus III. bekannt, dass unter ihm die freiwillige Unterwerfung Cyrenes unter die Herrschaft des Kambyses stattfand ²), und zwar alsbald nach der Einnahme von Memphis, d. h. im Jahre 525 2¹⁰).

Nun lassen so ziemlich Alle den Arcesilaus zur Zeit der Tyrannis des Polykrates nach Samos kommen und meinen, dass ihm Polykrates zur Wiedererlangung des Thrones behülflich gewesen sei 211). Wenn man aber die Erzählung Herodot's, welche die einzige ursprüngliche Quelle bildet, vergleicht, so ist kaum zu begreifen, wie man die Flucht und Rückkehr des Ar- cesilaus so früh hat ansetzen, wie man sie noch vor die Unterwerfung unter Persien hat verlegen können. Der Zug des Darius gegen die Scythen fällt in das Jahr 515 ²¹2), die Expedition des ägyptischen Satrapen Aryandes gegen Barka unmittelbar danach, also 514 ²¹3). Diese Expedition wurde aber bekanntlich durch Pheretime veranlasst, welche alsbald nach der Er-

P. 145 152. ²04) Thrige, a. a. O. p. 152 sq. Nach Wesseling(ad Diodor. exc. VIII, T. II, p. 550 sq.) u. Larcher(t. chron. p. 637) kam Arc. schon 518 um. Vgl. Baehr zu Herod. IV, 162 sq. Krebs, a. a. O., p. 13 u. 15(die Angabe: Ol. LXVII scheint auf einem Druckfehler zu beruhen). 2⁰5) Herod. IV, 162. Vgl. IV, 163. 164. Polyaen. strateg. VIII, 47) erzählt die Sache ungenau nach Herodot. Für das Folgende vgl. im Allg. Thrige, h. C., p. 152 160. ²0.) Herod. IV, 163:OuI6 eννσα ν⁴μα Sn,s dνκακ⁴αραρε ²0-) Herod. IV, 163 sq. Das Orakel ist in der Form, wie es Herodot berichtet, jedenfalls erst später entstanden. Thrige, h. C. p. 155. 159. 2²⁰8) Herod. IV, 164. Polyaen. VIII, 47: Sd d 60ν e μ⁴⁶ον[ά1οεεινοεσ was nach Thrige's Vermuthung(H. C. p. 160 A. 6) auf die Barkäer sich bezieht. ²⁰³⁴) Herod. IV, 165; III, 13; Diodor. fr. l. X, 14 Dind. ²¹⁰) Nicht 524, wie Baehr zu Herod. IV, 165 mit Fischer(Gr. Zeittafeln, p. 126) setzt; noch weniger 523, wie der- selbe Baehr zu Herod. IV, 162, Bd. II?, p. 590 anmerkt. ²¹¹) Thrige, h. C., p. 154, der übrigens annimmt, dass Pol. die Hülfe verweigert habe. Baehr, Lhardy, Abicht, Stein zu Herod. IV, 162. Duncker Gesch. d. A. IV, p. 512 sq. Vgl. II, p. 782 sq. u. p. 880. Ausführlicher und gründlicher Grote= Meissner, G. Gr. II, p. 363 366. Er erwähnt zwar den Pol. nicht, setzt aber die Rückkehr des Arc. nach Cyrene schon 530. Vgl. noch Panofka, r. S. p. 36; Bause, de P. p. 17; Deussen, de P. p. 48 sq. u. dagegen Veegens, de P. p. 33 sq. ²¹²) Baehr, excurs. zu Herod. IV, 1. Duncker(G. d. A. II, P. 845 sqd. Anm.) setzt den Scythenzug 513, die Expedition gegen Barka 513 0. 512. ²¹³) Herod. IV,