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Ganz zu verwerfen ist, was uns Panofka ¹⁰⁶) von einem Krieg des Polykrates mit Cyrus auf- tischen will. Die Notiz, auf die er sich beruft, ist dem byzantinischen Schriftsteller G. Cedrenus entnommen, welcher allerdings erzählt ¹⁰⁹⁷) Cyrus sei, nach der“ Besiegung der Lydier, gegen die Samier, als diese seemächtig gewesen, zu Felde gezogen; aber in einer Seeschlacht besiegt, sei er nach Hause geflohen und daselbst ermordet worden. Cedrenus fügt hinzu, Pythagoras(1) habe über diesen Krieg geschrieben und dabei berichtet, dass Cyrus in dem Kriege selbst umgekommen sei. Die Verkehrtheit der ganzen Angabe leuchtet ein 199). r
Ich muss hier noch eines anderen Vorfalles gedenken, der freilich meines Erachtens unsere Polykrates in keiner Weise berührte, den aber auffallenderweise fast Alle so verstehen, als sei der berühmte Fürst von Samos dabei betheiligt gewesen, ich meine die Flucht des Königs Arcesilaus III. von Cyrene nach Samos und dessen durch fremde Söldner bewirkte Rückkehr auf den Thron der Battiaden ¹ε⁹). In Cyrene, der blühenden Pflanastadt der Theräer, welche auf dem östlich von der grossen Syrte gelegenen Plateau, in einer Höhe von 1200“ über dem Meere, von Battos im Jahre 631 v. Chr. gegründet worden waär 2⁰⁰°), herrschten im Ganzen acht Könige aus dem Geschlechte des Gründers, die abwechselnd die Namen Battos und Arce- silaus führen ²⁰¹))y). Nachdem unter dem dritten Battos ²⁷²) auf die Weisung des delphischen Orakels hin der Mantineer Demonax berufen worden war und die Verfassung des Landes in volksthümlichem Sinne geändert hatte ²⁰), brach unter dem Nachfolger desselben, Arcesi-
Vgl. Moebius, Anacr. proll. p. VII sqq.; Clinton, f. H. ad. a. 531 u. 525. Es steht nach Allem ziemlich fest, dass das fragliche Orakel nicht dem Polykrates ertheilt wurde; aber selbst wenn dies angenommen werden sollte, wie Bergk(zu Anacr. fr. 86, p. 219 sq.) will, so ist doch noch immer von keinem Krieg mit Milet, sondern im Gegentheil von einem Bündniss die Rede, das Poly- krates eingehen wollte. Den Krieg hat Panofka(r. S. p. 33) selbst erfunden, und er ist also eben- dahin zu verweisen, wohin die an derselben Stelle von ihm erwähnte Niederlage, die die Samier von den Milesiern erlitten hätten, gehört: ins Reich der Fabeln. Vgl. Plut. quaest. gr. 20. Aristot. bei Zenob. VI, 12(C. p. gr. I, p. 165). ¹⁹) Panofka, r. S. p. 34. ¹1⁰7) G. Cedrenus, T. I, p. 243 ed. Bonn. ¹⁸s8) Die Schrift des Pythagoras ist natürlich untergeschoben. Thucyd. I, 13 extr. kann nicht als Beweis für Cedrenus angeführt werden. Die Seeschlacht und was über den Tod des Cyrus gesagt ist, gehören ins Reich der Fabeln. Auffallen muss, dass selbst O. Müller(Schneidew. Ibyc. p. XIX) den Krieg der Samier gegen Cyrus erwähnenswerth findet. Schon Menag. zu Diog. Laert. VIII, 7 verwirft die Notiz des Cedrenus.— Der Brand des Heräums, den Pausan. VII, 5. 4 Bekker erwähnt, und den Panofka a. a. O. mit seinem Krieg des Cyrus wenigstens von ferne in Verbindung bringt, fand, wenn die Nachricht des Pausanius überhaupt Glauben verdient, was Urlichs(Rhein. Mus. 1854. Bd. X, p. 4) bestreitet, erst nach Polykrates' Tode, bei der Verwüstung von Samos durch die Perser unter Otanes(516) statt. Vgl. Herod. III, 141— 149. ¹⁶⁸) Herod. IV, 162— 164. 2⁰°) Die Gründungsgeschichte s. bei Herod. IV, 150— 158. Ueber die Lage vgl. Thrige, historia Cyrenensium. Hafniae 1828, p. 15— 22. Baehr zu Herod. IV, 158. 199. Stein zu dens. Stellen. Ueber das Gründungs- jahr(nach der wahrscheinlichsten der drei Angaben bei Euseb.: 631) vgl. Thrige, a. a. O. p. 79— 88. Baehr zu Herod. IV, 158. Bd. II², p. 582 sq. ²⁰¹) Thrige, a. a. O. p. 103— 182; Baehr zu Herod. IV, 163 Krebs, comm. de poster. parte rell. I. VIII. bibl. hist. Diod. Sic., Progr. v. Weilburg 1856, p. 13. 2⁰²) 6„νς, Herod. IV, 161 sq. ²⁰³) Herod. IV, 161; Diodor. VIII, 30, 2 Dind. Thrige, a. a. 0.


