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gescheitert war, einem unstäten Freibeuterleben; sie brandschatzten Siphnos ¹6⁰) und Hermione ¹⁶⁷), bis sie sich zuletzt in Cydonia auf Kreta niederliessen ¹68). Polykrates schloss sich dieser üblen Sitte und Gewohnheit seiner Landsleute an. Er betrieb den Seeraub und die Freibeuterei in einem so grossartigen Massstabe und in einer so rücksichtslosen Weise, wie dies bis dahin unerhört gewesen war. Freunde und Bundesgenossen schonte er eben so wenig wie Feinde, da, wie er selbst sich auszudrücken pflegte, die Freunde mehr dadurch zu Dank verpflichtet würden, dass er ihnen das Geraubte wiedererstatte, als dadurch, dass er ihnen überhaupt Nichts nehme ¹⁶⁸).
Doch Polykrates war nicht bloss Freibeuter. Die Raubzüge dienten nur dazu, das Geld zu seinen grossartigen Unternehmungen herbeizuschaffen. Er verfolgte höhere Pläne. Herodot behauptet, er sei in der geschichtlichen Zeit der erste unter den Hellenen gewesen, der nach der Secherrschaft gestrebt habe ¹7⁰). Er unterwarf zahlreiche Inseln und viele Städte des Fest- landes ¹⁷¹). Unter jenen ist besonders Rhenea hervorzuheben, das er eroberte und dem delischen Apollo zum Eigenthum gab 1¹⁷²)., Dess zum Zeichen liess er die Insel durch eine Kette an Delos anbinden ¹73). Das Reich, das Polykrates zu gründen gedachte, sollte ausser dem eigent- lichen Jonien und den dazu gehörigen Inseln auch einen Theil der übrigen Inseln des ägeischen Meeres umfassen ¹7⁴). Nicht ohne kluge Berechnung erwies er sich daher dem delischen Gotte gefällig. Delos sollte wieder, wie vor Alters, der religiöse Mittelpunkt der Umwohner sein, die Herrschaft des Tyrannen gleichsam unter den Schutz des mächtigen Gottes gestellt werden ¹7⁵).
Mitten im ägeischen Meere, fast gleich weit von den äussersten Spitzen Griechenlands und Kleinasiens entfernt, liegt ein schmales, von Norden nach Süden nur 5 Km. in die Länge sich dehnendes Felseneiland, dessen höchste Spitze, der Kynthos der Alten, sich 106 M. über das Meer erhebt ¹76). Westlich davon, durch einen Sund von nur 4 Stadien oder 500 Schritt Breite getrennt ¹7), liegt eine andere Insel, die im Vergleich zu der erstgenannten gross heissen kann. Beide sind heutzutage in dem Zustande der grössten Oede und Verwilderung ¹7⁸), so-
166) Herod. III, 57 sq. ¹³⁷) Herod. III, 59. ¹⁶³) Herod. III, 44. 59. ¹⁴⁴) Herod. III, 39; Diodor. fr. I. X, 15, 1 Dind; Polyaen. strateg. I, 23, 1, wo schon Vales. statt;(el 2ατ⁴όαφ 2αα τυν⁴τꝙꝓέμω das richtige 2ν τ⁴‿ι τυ ⁶μν gesetzt hat. Vgl. Wesseling zu Herod. III, 39. E. Curtius, Gr. Gesch. Is, p. 558. ¹70) Herod. III, 122:„IIoluzoärns„do doνν νιο ̈υν ui 1ouesr Hu, d αασσονςαεειεεαννενπννένονινꝙ, 1dοεε Mν τε ον Kwσοννηďα ε* Ʒ τς α⁷οςο τεοοςσ ουτον voss zn dανσαοσmσαε ůο dε dννοππjne Ieyouesns peyeijs II. 6οα, 22dα T01ds a Hovine re acd jooν ςέεν⁸ε Vgl. Strabo XIV, p. 637 extr. Cas.:„7 o α̈νν τιν νπαά‿ Ʒυναμε 2ααιος στ 2ν ϑεοαννmασαα Ueber die unbestimmte Bedeutung des Ausdruckes ⁴αρατοτοσανεν vgl. Heyne, opuscc. VI, p. 488; Bachr zu Herod. III, 122. ¹⁷¹) Herod. III, 39; Thucyd. I, 13. III, 104. ¹72) Thucyd. I, 13. ¹¹⁸) Thucyd. III, 104. ¹⁷⁴) Herod. III, 122. Stein zu Herod. III, 39. E. Curtius, Gr. Gesch. Is, p. 558 sq. Die"yo bei Herodot und Thucydides sind allerdings ein unbestimmter Ausdruck, der daher auch verschiedene Deutungen erfahren hat. Baehr(zu Herod. III, 122 und zu V, 30) denkt an die Cycladen, was auch an den thucydideischen Stellen das Nächstliegende ist. Stein(zu Herod. III, 96 und zu III, 122) versteht die hellen. Inseln des äg. Meeres und besonders die Sporaden darunter. Vgl. auch Herod. VI, 95. 96. 99; VII, 95; VIII, 46. ¹7⁵) E. Curtius, Gr. Gesch. Is, p. 559; Bursian, Geogr. v. Griechenland, II, p. 454. ¹¹6) Ross, gr. Inselr. I, p. 35; Bursian, a. a. O. II, p. 452. 1¹¹¹) Strabo X, p. 486 Cas. Vgl. Thucyd. III, 104. ¹⁷⁸) Ross, a. a. O. J, p. 21.


