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Befestigungswerke lag. Die westliche Mauer begann am höchsten Punkte des Kastro und zog von da in südlicher Richtung nach der Ebene hin, wo sie zuerst einen einspringenden Winkel bildete, dann aber in der früheren Richtung das Meer erreichte. Von hier aus zog längs der Küste eine vermuthlich weniger starke Mauer hin, von der sich nur geringe Spuren erhalten haben, und traf an dem Hafen mit der östlichen Mauer zusammen.
Inwieweit diese colossalen Befestigungswerke, die Aristoteles 155) gewiss auch unter den „Polykratischen Werken“ mitbegreift, wirklich dem Polykrates selbst angehören, darüber lässt sich nichts Sicheres ermitteln. Jedenfalls aber ist anzunehmen, dass er nicht bloss die Astypaläa, die seinen eigenen Palast umschloss, zu einer nach den Begriffen der Alten uneinnehmbaren Bergfestung umgeschaffen, sondern auch die Ringmauern, die die Stadt in weitem Umkreis umzogen, wenn nicht neu angelegt, so doch vervollständigt und verstärkt habe ¹⁵6). Ihre Widerstandsfähigkeit haben die samischen Festungswerke nicht bloss bei der Belagerung der Stadt durch die Spartaner ¹⁵⁷), sondern auch 85 Jahre später bewährt, damals als der grosse Perikles 9 Monate lang vor Samos lag ¹⁵s), dessen stolzer Ausspruch ¹⁵⁸), er habe das in 9 Monaten vollbracht, wozu Agamemnon 10 volle Jahre gebraucht habe, nicht als leere Ruhmredigkeit angesehen werden darf. Noch in ihren Trümmern erregen die Mauern des alten Samos die Bewunderung aller Besucher ¹⁰⁰). Die Befestigung der Stadt und insbesondere die der Astypaläa boten dem Tyrannen auch für den Fall hinlängliche Sicherheit, dass ein auswärtiger Feind auf die Insel selbst eingedrungen war. Zugleich trug die Lage und die äussere Erscheinung der Astypaläa nicht wenig dazu bei, die Furcht vor dem stolzen Herrscher zu vermehren. Die ganze Burganlage, von der Wasserseite aus gesehen, hatte etwas so Grossartiges, dass der Kaiser Caligula, der verschiedene Bauwerke des griechischen Alterthums wiederherstellen wollte, auch daran gedacht hat, den Palast des Polykrates auf Samos wiederaufzubauen ¹⁰1).
5. Die samische Seeherrschaft unter Polykrates.
Schon vor Polykrates standen die Samier im Rufe der Seeräuberei. Sie hatten den kunstvoll gearbeiteten Panzer, den der König Amasis von Aegypten den Spartanern übersenden wollte 142), erbeutet; ebenso das colossale eherne Mischgefäss, das die Spartaner dem Krösus als Gegen- geschenk zugedacht hatten ¹⁶³). Auch die von Polykrates aus ihrer Heimath entfernten Samier ¹⁴) ergaben sich, als ihr Versuch, mit Hülfe der Spartaner die Rückkehr zu erzwingen ¹⁰⁵),
Griechen und Römer, p. 65. ¹⁵⁵⁸) Aristot.“ Polit. VIII, 11, p. 224 sq. Bekker ed. II. ¹⁵⁶) Polyaen. strateg. I, 23, 2. Herod. III, 39:„(A:OOvC) O*ν 1 1d⁴◻αν τεσι τ%˙ tsi᷑νο 20 y dνμμρ ꝗσφά deεαιέκνοι ουςμασνε Guérin(a. a. O. p. 199) schreibt dem Polykr. mit Bestimmtheit auch die Befestigung des grösseren Hügels zu. ¹⁵⁷) Herod. III, 54— 56. S. unten Cap. 8. ¹⁵³⁸) Thucyd. I, 115— 117; Diodor XII, 27. 28. ¹⁵⁵) Plut. Pericl. 28; de glor. Ath. 8. ¹³⁰) Guérin. a. a. O. p. 195. 202. ¹61) Sueton. Calig. 21. E. Curtius, Gr. Gesch. I6, p. 561. ¹²h) Herod. III, 47. ¹⁶³) Herod. I, 70; III, 47. 48.(Die Samier selbst stellten dies in Abrede.) ¹⁶³) Herod. III, 44. ¹⁶⁵) Herod. III, 45— 47. 54— 56.
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