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Es stand mithin dem Polykrates eine Flotte von 100 Fünfzigruderern und eine sehr be- trächtliche Zahl von Trieren zu Gebote. An Bemannung konnte es ihm nicht fehlen, da theils die Samier selbst von jeher auf der See heimisch und im Seekrieg wohlerfahren waren, theils auch in den damaligen, unruhigen Zeiten von den umliegenden Inseln und Küsten her eine grosse Zahl heimath- und erwerbloser Abenteurer in Samos zusammengeströmt sein mag, wo sich Aussicht auf einen zwar gefährlichen, aber desto reichlicheren Erwerb bot ¹³⁰).
Die von Herodot erwähnten 1000 Bogenschützen sind als mit denen identisch anzusehen, welche derselbe Gewährsmann später ¹4⁴⁰) roεαα xανιο nennt. Sie bildeten eine Art Leibgarde, wie sie die meisten griechischen Tyrannen zu ihrer persönlichen Sicherheit sich beilegten. Auf- fallen kann höchstens die von Polykrates gewählte Waffengattung. Während man sonst als Leibwächter der Tyrannen wohl Lanzen- oder Keulenträger findet ¹⁴¹), haben wir hier Bogen- schützen, zu vergleichen etwa mit den sogenannten Scythen, die in Athen den öffentlichen Wachedienst ausübten ¹⁴²).
Wie gross die Zahl der eigentlichen Soldtruppen war, erfahren wir nicht; doch war sie jedenfalls ziemlich bedeutend ¹44). Daneben stand dem Tyrannen für den Nothfall auch eine Bürgermiliz zu Gebote. Bei der Belagerung der Stadt Samos durch die Spartaner nahmen die Bürger an der Vertheidigung eifrigen Antheil ¹⁴4). Polykrates zeigte sich denselben später er- kenntlich, indem er die Mütter der Gefallenen, denen mit diesen die einzige Stütze entrissen war, unter die Reichen vertheilte, damit diese für ihren Unterhalt Sorge trügen. Dabei sprach er zu jedem Einzelnen:„Hier gebe ich dir eine Mutter“¹¹⁴5).
B. Die Befestigung der Hauptstadt.
Ausser durch diese militärischen und maritimen Streitkräfte, war für die Sicherheit des Tyrannen auch noch in anderer Weise gesorgt. Die Stadt Samos war an einem Platze der Insel erbaut, der sowohl für den Seeverkehr äusserst günstig gelegen, als auch durch zwei im Norden und Osten sich erhebende, mässige Anhöhen gegen einen Angriff von der Landseite her schon von Natur geschützt war. An dem östlichen Ende der Ebene von Khora streckt sich, von zwei Vorgebirgen, deren östliches jetzt den Namen Cavophonea führt, eingeschlossen, in nördlicher Richtung eine Bai ins Land, an deren innerer Seite jetzt der kleine Ort Tigani liegt. Diese Bai bildete den natürlichen Hafen der alten Hauptstadt. Sie ist im Osten von
¹6) Vgl. E. Curtius, Gr. G. I8, p. 558. ¹⁴⁰) Herod. III, 45. 141¹) Herod. I, 59: dοοιυρσοι, 2ουνν⁶ροσ ¹⁴) Vgl. Boeckh, St. H. d. A. I2, p. 291 sqq. Mit Unrecht verstehen Veegens(de Polycr. p. 26 sqq.) und Deussen(de Polycr. p. 24 sq.) die z0Foτα hτm1oοQ von einheimischen Bogenschützen im Gegen- satz zu den Q( ww 400¹((Herod. III, 45), als den von auswärts angeworbenen Söldnern. Plass(Tyr. I, p. 238), Duncker(Gesch. d. A. IV, pP. 505), E. Curtius(Gr. G. Ie, p. 557) und beson- ders Boeckh(a. a. O.) entscheiden sich sämmtlich für die oben angegebene Bedeutung des Worts. ¹46) Herod. III., 45:„Gh 2rtrouνot 1e 10 m̃Q¶¶άι 0&6α dixνοο—αάν ν e Too¹. ¹44) Herod. III, 54:„Hττέννvðł—X‧ṽmwt Gfvo⁴⁴. 14⁴⁵) Zenob. V, 64; Plut. de prov. Alex. I, 58(Corp.


