Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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eine genügende Anzahl vorhanden ¹³⁴). Aber zu dem ausgedehnten Freibeuterwesen, wie es der Fürst von Samos ins Leben rief, und wovon unten ¹³⁵) weiter die Rede sein wird, mussten Fahrzeuge erbaut werden, die den Vorzug der raschen Beweglichkeit mit dem des möglichst grossen Raums für die fortzuführenden Beutestücke verbanden. Wenn uns nun verschiedentlich die Nachricht begegnet, dass Polykrates selbst eine neue Art Fahrzeuge eingeführt habe, die nach der Insel Samos sogenannten Samänen; wenn dieser Art von Fahrzeugen eben jene Vorzüge wirklich zugeschrieben werden ¹³⁸): warum sollen wir sie nicht in den 100 Fünfzig- ruderern wiedererkennen, die Herodot von den maritimen Streitkräften des Polykrates als be- sonders erwähnenswerth hervorhebt? Diese neu eingeführten Fahrzeuge waren es, mit denen sich Polykrates ringsum auf dem ägeischen Meere einen so gefürchteten Namen erwarb. Dass sie, abgesehen von ihrer grösseren Zweckmässigkeit, von ihm selbst höher geachtet wurden als die Trieren, scheint daraus hervorzugehen, dass er nach. Herodot bei allen wichtigen Anlässen nicht eine Triere, sondern einen seiner Fünfzigruderer besteigt; so bei der Versenkung des Rings ¹3¹), so auch bei der letzten, verhängnissvollen Reise zu- Orötes ¹ss). Es waren eben die Fünfzigruderer oder Samänen das Beste, was Polykrates in der Art hatte, das, worauf er, zumal als auf eine eigene Erfindung, besonders stolz war.

¹64) Unstreitig besassen die Samier schon vor Polykr. eine grössere Zahl Trieren. Wenn Duncker(Gesch. d. A. IV, p. 505, A. 4. Vgl. II, p. 778. I6, p. 934) meint, P. habe deren 80 besessen, so ist die Zahl zwar etwas hoch gegriffen und der Grund, den Duncker in einem sehr einfachen Rechenexempel finden will, etwas zu einfach; indessen wird man immerhin eine nicht viel geringere Zahl annehmen dürfen, die er jedoch nicht, wie D. will, selbst beschafft, sondern nur übernommen hatte.(Die allgemeinen Be- merkungen bei Thucyd. I. 14 können nicht als Gegenbeweis angeführt werden. Vgl. Boeckh. St. H. d. A. L, p. 359 III, p. 73 sq. Wenn bei La de(495 v. Chr.) die Jonier mit den Lesbiern vereint 353 Trieren zusammenbrachten, worunter 60 samische Schiffe(Herod. VI, 8), so beweist dies doch, dass damals die Trieren schon allgemein eingeführt waren). Es ist daher meiner Ansicht nach unnöthig mit Stein zu Herod. III, 44 an dieser Stelle eine Ungenauigkeit des Ausdrucks anzunehmen, indem unter den 40 Trieren vielmehr Fünfzigruderer zu verstehen seien.(Auch E. Curtius, Gr. Ge- schichte Ie, p. 563 spricht von 40 Fünfzigruderern.) ¹³⁵) 8. unten Cap. 5. ¹³⁸) Plut. Pericl. c. 26; Alexis bei Athen. XII, p. 540 e, wo mit Meineke statt α⁵œᷣs: Gαααιαασαεναα 2u schreiben ist; Hesych. S. V. TK‿νμιααι rτομππ Phot. 8. v. Taæultc o uος ς rolupoduos; Suid. s. v. Næεαvn; Apostol. prov. XV, 32(Leutsch, C. paroemiogr. gr. II, p. 636). Die Samänen waren grössere, bedeckte Fahr- zeuge, welche durch eine bauchige Erweiterung in der Mitte zum Lastenaufnehmen sehr geeignet waren, ohne dass dies der Schnelligkeit derselben Eintrag that. Bei Plut., Athen., Phot. und Apostol. wird Polykrates ausdrücklich als derjenige genannt, der diese Schiffe neu eingeführt habe. Uebrigens scheint die Eigenschaft derselben, die besonders hervorgehoben wird, der eigenthümliche Bau des Vordertheils, wodurch sie, von vorn gesehen, einem Schweinsrüssel nicht unähnlich waren(dονιw%c bei Plut. und Hesych.), bei allen samischen Schiffen sich gefunden zu haben, so dass dieser Schweins- rüssel gleichsam das Wahrzeichen der Insel bildete. Vgl. den Vers des sam. Dichters Choerilus: ve& 1νςα ννο aœμν ςι εldοο π᷑wꝝασαα. Die Vermuthung Deussen's(de Polycr. p. 23), dass man bei den von Herod. III, 44 erwähnten Trieren an die Samänen zu denken habe, weil von den- selben Schiffen III, 59 gesagt werde, dass sie Vordertheile von der Gestalt eines Ebers(2αι⁵ο υ⁸ο Td Gοαας) gehabt hätten, scheint mir daher hinfällig. Ob auch der Hippagus bei Plin. n. h. VII, 57. Vol. II, p. 61 ed. Bip. hierhergehört, was Panofka(r. S. p. 15) behauptet, Veegens (de Polycr. p. 26, A. 1) bestreitet, mag dahingestellt bleiben. ¹³*) Herod. III, 41. ¹8s) Herod. III, 124.