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worden war, so auch nur durch die rücksichtsloseste Strenge behauptet werden. Daher war das ganze Streben des Polykrates darauf gerichtet, theils zur Sicherheit seiner Person, theils zur Befestigung und Erweiterung seiner Herrschaft seine Streitkräfte möglichst zu vermehren. Herodot berichtet, er habe 100 Fünfzigruderer und 1000 Bogenschützen besessen ¹²²). Sicherlich sind hierunter nicht die gesammten Streitkräfte des Tyrannen zu verstehen, denn an einer andern Stelle ¹²⁸) erwähnt Herodot noch fremde Miethstruppen, und kurz zuvor ¹²⁴) erzählt er, dass Polykrates diejenigen Samier, denen er wegen ihrer politischen Gesinnung am meisten misstraute, auf 40 Trieren dem Kambyses zu Hülfe gesandt habe.
Wir müssen bedenken, dass Samos auch vor und nach Polykrates zu den ersten griechi- schen Seemächten gehörte. Schon 300 Jahre vor dem Ende des peloponnesischen Kriegs, also um 704 v. Chr., erbaute der Korinthier Ameinokles den Samiern vier Trieren ¹²⁵), zu einer Zeit, wo nur die Korinthier selbst im Besitze solcher grösseren und vervollkommneteren Fahrzeuge waren, die erst zur Zeit der Perserkriege allgemein in Gebrauch kamen ¹²⁶). Schon in sehr früher Zeit(unter König Amphikrates) führten die Samier Krieg mit den Aegineten ¹²⁷); sie unterstützten auch die Spartaner im Kriege gegen die Messenier ¹²⁸), wobei wohl nur an den sogenannten zweiten messenischen Krieg gedacht werden kann. Auch hat Samos zu Cyrus' Zeiten allein der persischen Macht bis zuletzt erfolgreich Trotz geboten, während die Nachbar- inseln, Lesbos und Chios, dem Joche der Fremdherrschaft sich freiwillig fügten ¹²⁵). Zahlreiche Colonieen waren nach allen Weltgegenden, bis in die libysche Wüste hinein, von ihm aus- gegangen ¹⁸⁵); auf dem gegenüberliegenden Festlande hatte es zu jeder Zeit Besitzungen, über die es mit Priene in immer erneute kriegerische Verwicklungen gerieth 151)
Dass Polykrates also bei seinem Regierungsantritt an Handels- und Kriegsschiffen einen grossen Vorrath auf Samos schon vorfand, versteht sich von selbst. Durch Erbschaft gleichsam übernahm er mit dem Königsthron zugleich eine sehr bedeutende Flotte und dazu eine im See- dienst geübte Menge, die er nur im Gehorsam zu erhalten hatte, um jene seinen Zwecken dienstbar zu machen. Wenn Herodot von 100 Fünfzigruderern und 1000 Bogenschützen redet, so darf man darunter nur diejenigen Streitkräfte verstehen, die Polykrates selbst als etwas Neues den bereits vorhandenen hinzufügte, und selbst von diesen wieder nur diejenigen, welche dem Geschichtschreiber vorzugsweise wichtig und bemerkenswerth schienen ¹³²) Wir dürfen uns nämlich unter jenen Fünfzigruderern nicht geradezu geringere Schiffe als Trieren denken(welches Verhältniss sonst allerdings obwaltet), sondern solche, die ihrer ganzen Bauart nach den Zwecken des Tyrannen mehr entsprachen, als die Trieren ¹³³). Von letzteren war schon vor Polykrates
ed. II:„ uoαvie Eore dονιαρνέαα τποο dσυιυισσρέαονοõ³mß6 1⁰5 uoοuαēοοντο.“ 1¹²²³) Herod. III. 39. ¹) Herod. III, 45. ¹²4) Herod. III, 44. ¹²⁵) Thucyd. I, 13. ¹²6) Thucyd. I, 14. Boeckh, Staatshaush. der Ath. III, p. 73 sq. Vgl. L, p. 359. ¹²) Herod. III, 59. ¹²s) Herod. III, 47. ¹²³) S. o. Cap. II, A. 94— 96. 1¹30) Panofka, r. S. p. 20 sqd. ¹²³1) Panofka, r. S., p. 24. 28. 99 8qq. ¹³²) Anderes er- wähnt Herodot gelegentlich, so die fremden Miethstruppen III, 45; Trieren III, 44. Von Sa- miern, die als Unterthanen Kriegsdienste thun, ist III, 54 die Rede. ¹²³) Baehr zu Herod. III, 39.


