Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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Ueberlieferung. Jedenfalls blieben die Verhältnisse schwankend, bis es zwischen 540 und 530 dem berühmten Sohne des Aeakes gelang, sich für eine Reihe von Jahren in den sicheren Besitz der Herrschaft zu setzen.

2. Die Lebenszeit des Polykrates*).

Um die Lebens-, insbesondere die Regierungszeit des Polykrates zu bestimmen, kann man zwei Wege einschlagen, welche nicht ganz zu denselben Resultaten führen. Entweder legt man das, was uns über die Lebensumstände des Philosophen Pythagoras, der nach dem überein- stimmenden Zeugnisse aller alten Schriftsteller ein Zeitgenosse des Tyrannen war ⁴⁸), aus dem Alterthum überliefert ist, der Untersuchung zu Grunde, oder man hält sich vorzugsweise an die zerstreuten Andeutungen bei Herodot und Thucydides und sucht sie mit denen der anderen Schriftsteller in Einklang zu bringen. Bentley 49) hat auf dem ersteren Wege Bahn gebrochen, indem er, auf Eratosthenes ⁵⁰) und Antilochusꝰ¹) gestützt, die Geburt des Pythagoras in Ol. XLIII, 4= 605 v. Chr., die Abreise des Philosophen nach Italien mit Bezug auf Aristoxenus5²) in Ol. LIII, 3= 566 fallen, und danach die Tyrannis des Polykrates spätestens um die letztgenannte Zeit beginnen lässt. Ihm sind Viele gefolgt; von Neueren besonders Panofka ⁵5³), Boeckh4) und Plass5⁵). Da aber die Gründe die Bentley bestimmten, die Lebenszeit des Pythagoras so weit hinaufzurücken, als unzureichend erkannt worden sind5⁶), so fällt damit

hältnisse des Dichters lassen sich durchaus nicht genau bestimmen, mag auch Euseb. seine Blüthe- zeit in Ol. LX, 1, Cyrill.(adv. Julian. I, p. 13 A) in Ol. LIX setzen.(Vgl. auch Schneidewin, Ibyci rell. p. 13 sqq., der die Geburt des Dichters Ol. LV, 1, seine Ankunft auf Samos bald nach Ol. LX, 1 ansetzt). ⁴⁷) Ueber Polykrates handeln ausführlicher: Panofka(r. S. p. 29 43), Plass(Die Tyrannis, I, p. 232 250), Grote(Gesch. Griechenlands; nach der 2. Ausg. übers. v. Meissner, II, p. 511 520), Duncker(Gesch. des Alterth. IV, p. 503 523), E. Curtius(Gr. Gesch. Ie, p. 555 566). Ausserdem haben Veegens(disput. lit. de Pol. Samio. Amstelod. 1839), Bause(de P., Sam. tyr., Progr. v. Waren- dorf 1859) u. Deussen(de P. S. t. Münster 1866) den Gegenstand in besonderen Gelegenheitsschriften behandelt. ⁴⁸) Vgl. Clinton, fasti hell. ed. Krueger, ad a. 531. An verschiedenen Stellen ist von einem Empfehlungsschreibon die Rede, das Polykrates dem Pythagoras an den König Amasis von Aegypten mitgegeben habe(Antiphon bei Diog. Laert. VIII, 3 u. bei Porphyr. v. Pyth. 7. Die ganze ägyptische Reise des Philosophen, die Ritter, Gesch. der Pythagor. Philos. p. 21 sq. noch annimmt, wird von Zeller, die Philos. der Gr. in ihrer gesch. Entw., p. 259 261 für ebenso unerweislich erklärt, wie die übrigen orientalischen Reisen des Philosophen). An anderen wird die Abreise des Philosophen, sei's nach Aegypten, sei's nach Italien, mit der Tyrannis des Polykrates in Verbindung gebracht (Aristox. bei Porphyr. v. Pyth. 9. Strabo, XIV, p. 638 Cas. Plut. de plac. philos. I, 3, 24 Didot. Diog. Laert. VIII, 3. Porphyr. v. Pyth. 16. Jamblich. v. Pyth. 11, 88. Theol. arithm. VI, p. 41 Ast. Apulej. flor. II, 15, p. 18 Kr. Vgl. Zeller, a. a. O. Is, p. 262, n. 4). ⁴¹⁰) Bentley, opusc. philol. p. 184 186. ⁵0) Eratosth. bei Diog. Laert. VIII, 47. 51) Antilochus bei Clem. Alex. Strom. I, p. 309 b. ⁵³) Aristox. bei Porphyr., v. Pyth. 9. 53) Panofka, r. S., p. 29 32. ⁵4) Boeckh, C. J. Gr. I, p. 13. 5⁵) Plass, Tyr., I, p. 235 sq. ⁵⁶) Vgl. Meiners, Gesch. des Urspr., Fortg. u. Verfalls der Wiss. in Gr. u. R., I, p. 319 335.