Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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auch Marmor zu Tage gefördert, meist weisser, der freilich hinter dem parischen und pente- lischen an Glanz und Güte zurückstand ³⁵).

Wie wir aus den Nachrichten der Alten ersehen, war die Insel zuerst von Königen regiert. Der sagenhafte Ancäus gehört noch der carisch-lelegischen Zeit an 4⁰). Später wird Amphikrates) und, als der letzte, Demoteles) genannt. Wie überall, so wurde auch hier das monarchische Regiment zunächst von einer Adelsherrschaft verdrängt, indem die sogenannten Geomoren, d. h. die reichen Grundbesitzer, die Macht an sich rissen4⁵). Gegen die Herrschaft der Geomoren fanden zu verschiedenen Zeiten Aufstände statt; der erste während eines Krieges mit den Megarern, welche die samische Pflanzstadt Perinthus an der Propontis angegriffen hatten ⁴⁴); ein zweiter bei Gelégenheit eines Krieges mit den Aeoliern(welche? ist nicht bekannt), wobei ein beim Volke beliebter Führer, Syloson, des Kalliteles Sohn, sich an die Spitze des missvergnügten Demos stellte, und nachdem er in scheinbarer Frömmigkeit und unter dem Vorwande, die Feinde dadurch zu entmuthigen, eine Herafeier bei dem ausserhalbader Stadt gelegenen Tempel der Göttin angeordnet hatte, zur Nachtzeit mit Hülfe des Schiffsvolkes sich der Stadt bemächtigte4³). Ob dieser Syloson die Herrschaft bis an seinen Tod behauptete, ob nach ihm Acakes, der Vater des Polykrates, längere oder kürzere Zeit, unter welchem Namen es auch immer gewesen sein mag, die Macht in Händen gehabt habe4⁶), darüber schweigt die

unter Samos. ³⁸) Guérin, a. a. O. p. 232 237. Vgl. Ross, Inselr. II, p. 142 8q. u. p. 152. ⁴⁰) Panofka, r. S., p. 11 sd. ¹¹) Herod. III, 59. ⁴²) Plut., quaest. gr. LVII. ⁴³) Plut. I. 1. ⁴⁴) Plut. I. I. ⁴⁵) Polyaen. strateg. VI, 45. Es liegt nahe zu vermuthen, dass dieser Syloson der Vater des von Herod. III, 39 genannten Aeakes, also der Grossvater des Tyrannen Polykrates gewesen sei, wie dies Plass(Die Tyrannis, I, p. 233), Schömann(Griech. Alterth. Is, p. 171) und, wie es scheint, auch E. Curtius (Griech. Gesch., p. 557) thun. Unstatthaft aber ist es nach der Ansicht von Schömann, die Er- zählungen Plutarchs und Polyäns mit Plass(a. a. O.), Duncker(Gesch. des A. IV, p. 98 sq.) und E. Curtius(Gr. G. I6, p. 556 sq.) zu einer einzigen Thatsache zu verschmelzen. Das Letztere scheint jedoch durch die Chronologie fast geboten, besonders wenn man, wie Schömann selbst will, den Syloson zum Grossvater des Polykrates macht. ⁴⁴) Die Angabe des Suidas s. v. 1uνκοσ:is TGνμμοσ A9*, örs πᷣ ν Zosννοννε 6 05 1dνoν αν§. XOvοο ϑ o5ros n KOO0G009, O7.»vd*⁴ν, bei der selbst der grosse Bentley keinen Ausweg für die Erklärung zu finden wusste(Bentleji opusc. philol. Lipsiae 1781, p. 185 sd.), hat Veranlassung gegeben, einen älteren Polykrates als Vater des Tyrannen anzunehmen(Clinton, fasti hell. ed. Krüger ad a. 547. K. Fr. Hermann, Lehrb. der gr. St. A. 4. Aufl.§. 87, A. 8). Nun heisst aber der Vater des berühmten Polykrates nach Herod. III, 39 Aeakes. E. Curtius(Gr. G. Is, p. 557) nimmt an, dass dieser Aeakes schon Samos beherrscht habe. Ebenso schon Barthélemy C. 74(Vol. VI, p. 305 ed. ster.) Vgl. Veegens, de Polycrate, p. 16 und p. 71, A. 3. Sollte vielleicht an der Stelle bei Suidas, die Panofka und Schneidewin vergeblich zu verbessern suchen, indem Ersterer(r. S. p. 30) statt zœ⁵ο das ganz unmögliche zounry lesen will, Letzterer dagegen(Ibyci Rhegini carminum reliquiae, proll. p. 13 sqq.) entweder 6 z05 1νανννιν ον 00 os oder ò τυν τμυοανννν πιοο zu schreiben vorschlägt, anstatt des wohl entbehrlichen ντi der Name Aidæns einzusetzen sein? Es würde sich alsdann 7I04uzodr-= ganz von selbst als Glossem zu 1oν τυνιανννον herausstellen. Der Zusatz ò 05 νοα᷑ννον ναάην würde kein müssiger sein, da be- kanntlich ein Neffe des Polykrates ebenfalls den Namen Aeakes hatte. Dass aber Polykrates z2uν 2Sox=* mit o rνοαανκνοο bezeichnet werden konnte, wird nicht zu bezweifeln sein. Die Anwesenheit des Ibykus am Hofe des Tyrannen P. wird nur aus der Stelle bei Suidas hergeleitet, und die Zeitver-