Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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Von Flüssen der Insel erwähnen die Alten vier: den Imbrasus ¹⁹), Chesius ²⁰), Ibettes ²¹) und Amphilyssus 22). Von diesen flossen die beiden erstgenannten in nächster Nähe der Stadt Samos und zwar im Westen derselben?²³); die beiden letztgenannten glaubt Guérin in zwei Gewässern wiederzuerkennen, die, wie der Imbrasus und Chesius, ihren Lauf nach Süden nehmen ²4). Alle vier verdienen nur in der Regenzeit den Namen von Flüssen; sonst ist fast nichts als das trockene Bett zu sehen²5). Am häufigsten genannt und darum am bekanntesten ist der Imbrasus, welcher westlich von der Stätte des berühmten Heratempels ins Meer fällt ²2⁰6); nach ihm der Chesius, von dem ein Theil der Stadt Samos benannt gewesen sein soll²).

Die Insel muss im Alterthum äusserst fruchtbar gewesen sein, wenn auch die Berichte der Alten hierüber etwas von einander abweichen. Strabo nennt die Insel éine gesegnete²s) und bemerkt dabei, dass man in dieser Hinsicht ein bekanntes Sprüchwort2?), welches von Unmöglichem oder ganz Ausserordentlichem gebraucht wurde, auf sie angewandt habe. Doch hebt er zugleich hervor, dass sie an Wein nicht sehr ergiebig gewesen sei. Ein einheimischer Schriftsteller ³⁹) sagt, dass die Insel zweimal des Jahres Blumen und Früchte getragen habe. Am ungünstigsten lautet der Bericht des Apulejuss¹). Dass aber die Insel eine der fruchtbarsten des ägeischen Meeres gewesen sei, muss trotz Apulejus angenommen werden. Hierauf, sowie auf der überaus günstigen Lage derselben beruhte der ausgedehnte Handelsverkehr, in den die Samier schon in den frühesten Zeiten mit zum Theil weit entlegenen Ländern traten. Das erste griechische Schiff, das an den Säulen des Herakles vorüberfuhr, war ein samisches3²2). Neben den Erzeugnissen des Pflanzenreichs(Oels) und Früchtes⁴) waren die samische Erde, als Heilmittel³⁵), und die samischen Töpferwaarens⁶) geschätzte Ausfuhrartikel. Von anderen Producten, die Panofkas?) und Westermann ³s⁸) erwähnen, will ich nicht reden. Das Material zu ihren gross- artigen Bautend fanden die Samier in nächster Nähe der Hauptstadt, wo in den Theilen des Ampelosgebirges, welche heutzutage die Namen Kastro und Kataruga tragen, die alten Steinbrüche noch jetzt das Staunen der Besucher erregen. Ausser anderen Bausteinen wurde

¹8) Strabo X, p. 457; XIV, p. 637 Cas. Plin. n. h. V, 37. Vol. I, p. 348 ed. Bip. Pausan. VII, 4, 4 Bekker. ²³) Plin. I. l. Etymol. M. s. v. Aoruralta. 2²¹) Plin. l. I. ²²) Steph. Byz. s. v. M1600⁰06v. ²³) Ross, a. a. O. II, p. 143 sqq. Guérin, a. a. O. p. 169 172. ²⁴) Guérin, a. a. O. p. 172 174. ²⁵) Guérin, p. 173. ²⁶) Guérin, p. 169 171. Etwas anders ist die Ansicht von Ross, p. 143 sq. A. 8. ²⁷) Ross, p. 145. Etwas westlicher als Ross setzt ihn Guérin, p. 171 sq. ²⁸) Strabo, XIV, p. 637 Cas: udααμαν ²⁰) Strabo l. I. †εοε 2αα ⁶οννέισινννό=selbst die Vögel geben Milch Menandri fr. inc. 313 Mein. Diogenian. C. III, 92(Schneidew. u. Leutsch, Corp. paroemiogr. gr. I, p. 231). Vgl. den bibl. Ausdruck:ein Land, das von Milch und Honig fliesst,(Num. XIV, 8), und was Ovid (metam. I, 111. 112) vom goldnen Zeitalter sagt. ³⁶⁹) Aethlius bei Athen. XIV, p. 653 f. ⁴⁷) Apulej. flor. II, 15, p. 16 Krüger(Progr. des Joachimsth. Gymn. zu Berlin 1865). ³²) Herod. IV, 152. ³s) Bei Aeschyl.(Pers. 884 ed. Teubn.) heisst Samos Q4α‿υοο Bei Athen. II, p. 66 f. wird das samische Oel nach Antiphanes o. Alexis 16νιοωωτον ταννιν ααονogenannt. ³⁴) Plin. n. h. XIII, 34. Vol. II, p. 385 ed. Bip. Pollux, Onom. VI, 11. ³⁸) Plin. n. h. XXXV, 53. Vol. V, p. 327 ed. Bip. ¹³⁸³) Plin. n. h. XXXV, 46. Vol. V, p. 318 ed. Bip. Panofka, r. S. p. 17. Die samischen Gefässe werden an vielen Stellen der Alten erwähnt. ³⁷) Panofka, r. S. p. 6 sq. 16 sq. ⁸³) Westermann in Pauly's Real-Encyclop. 1*