Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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der Strasse= 2 Km., was einen Unterschied von 3 bis 4 Stadien gegen die Angabe Strabo's ergibt. Den Umfang der Insel gibt Guérinꝰ) mit Einrechnung aller Küsteneinschnitte auf über 200 Km., ohne dieselben auf 130 Km. an. Letztere Berechnung kommt der Angabe des Pliniusé) sehr nahe, welcher 87000(o. nach Isidor 100000) Schritt annimmt.

Die Insel ist grösstentheils gebirgig und daher, besonders im O., S. und W., überaus reich an vorspringenden Spitzen, sodass es schwierig ist, die Lage der von Strabo) angeführten Vorgebirge: Poseidion im O., Ampelos im S., Cantharion im W., genau zu bestimmen. Der Name Samos selbst rührt nach Strabos) von dieser gebirgigen Natur her, und die drei Inseln, welche denselben im Alterthume führten: Cephallenia?) Samothrace ¹⁰) und das jonische Samos, wie auch die gleichnamige Stadt in Triphylien ¹¹), scheinen durch ihre Beschaffenheit, bezw. Lage, jene Erklärung zu bestätigen. Unser jonisches Samos ist in der Richtung von O. nach W. von zwei Hauptgebirgsketten durchzogen, einer östlichen, ausgedehnteren, dem Ampelos ¹²), und einer westlichen, höheren, dem Kerki(auch Kalabacte genannt), dem Cercetius des Plinius ¹³)! Erstere, die sich nach allen Seiten hin verzweigt, erreicht ziemlich in der Mitte der Insel ihre grösste Höhe von 1200 M.(Guérin verlegt dahin das AOGον des Steph. Byz. ¹4), biegt bald darauf nach S. um und endigt mit dem ihr gleichnamigen Vorgebirge ¹⁵)(j. C. Colonni). Durch eine mittlere Kette steht mit ihr der Kerki in Verbindung, welcher allmählich bis zur Höhe von 1570 M. ansteigt und im W. mit dem Vorgebirge Cantharium (j. Kalabacte) endigt. Guérin hat den höchsten Gipfel selbst bestiegen und kann das grossartige Panorama, das sich von oben den Blicken darbietet, nicht genug rühmen ¹⁶). An die genannten Bergketten schliessen sich vier kleine Ebenen an; zwei derselben lehnen sich in S.-O. an die Abhänge des Ampelos, während zwei andere durch die mittlere Kette geschieden werden ¹⁷). Von den beiden im S. O. gelegenen Ebenen schliesst die westliche, die Ebene von Khora, die Stätte ein, wo die alte Hauptstadt der Insel lag, wie denn auch der kleine Ort Khora, nach dem die Ebene den Namen führt, noch jetzt als die Hauptstadt der ganzen Insel anzusehen ist, obgleich er von der an der Nordküste gelegenen Hafenstadt Vathy an Grösse und Bedeutung bei weitem über- troffen wird ¹⁸).

5) A. a. O. p. 141.) Plin n. h. V, 37, Vol. I, p. 348 ed. Bip. Strabo, XIV, p. 637 Cas. hat 600 Stadien(nach der Conjectur des Casaub.); Agathemerus I, 5:630 St.*) Strabo, XIV, p. 637. 639 Cas. Guérin, a. a. O. p. 146 154.) Strabo, X, p. 457 Cas.(àνπ τον σαουςοι εααςοαι τ‿ ε π). Id. VIII, p. 346 Cas.(&m έσν⁶σωἀνμο õαουννετἀ‿). Vgl. Eustath. zu Dionys. perieg. v. 534. ²) Strabo, X, 453 Cas. ¹⁰) Id. X, p. 457 Cas. 1¹¹) Id. VIII, p. 346 Cas. ¹²) Strabo XIV, p. 637 Cas. Guérin, a. a. O. p. 129 sq. Ross, Inselreisen II, p. 140. Nach Strabo hiess das ganze Gebirgssystem der Insel Ampelos, nach Ross nur der über der Stadt Samos gelegene Theil. ¹⁸) Plin. n. h. V, 37. Vol. I, p. 348 ed. Bip. Guérin, a, a. O. p. 130 sq. u. p. 166. Ross, a. a. O. II, p. 140. 156. Die Stelle bei Strabo X, p. 488 Cas., worauf sich Ross p. 140 u. Guérin p. 166 stützen, kann nicht hierhergezogen werden, da sie sich deutlich als späteres Einschiebsel zu erkennen gibt, einmal dadurch, dass die Worte gar nicht in den Zusammenhang passen, und zweitens dadurch, dass sie im Widerspruch stehen mit XIV, p. 637 Cas. Meineke hat sie mit Recht an den Rand verwiesen. ¹⁴) Steph. Byz. s. v. Aoασωμσοσν. Guérin, a. a. O. p. 167. 249. Panofka, r. S. p. 3. Ross, Inselr. II, p. 140. ¹⁵) Strabo XIV, p. 637 Cas. Guérin, a. a. O. p. 152. ¹⁶) Guérin, a. a. O. p. 272 280. ¹⁷) Guérin, a. a. O. p. 130. ¹⁸) Khora zählte 1853 nur 335, Vathy Ano u. Vathy Cato zusammen 1500 Häuser. Guérin, p. 239. 252.