Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
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Polykrates von Samos.

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1 Herod. III, 125.

1. Einleitung.

Vor der Westküste Kleinasiens liegen drei grössere Inseln: Lesbos, Chios und Samos. Jede derselben hat sich an der Entwicklung der griechischen Cultur in hervorragender Weise betheiligt. Auf Lesbos bildete sich zuerst die Lyrik aus; Chios steht zu den Anfängen des griechischen Epos in engster Beziehung und hat in der Sculptur längere Zeit hindurch die erste Stelle eingenommen. Die dritte, Samos, jetzt 2G⁴μαο türk. Susam Adassi, hat, obgleich an Umfang die kleinste, an Bedeutung die beiden Nachbarinseln weit überragt. Sie hat nicht nur um die Entwicklung der griechischen Kunst(Erzguss, Architectonik, Steinschneidekunst) unendliche Verdienste sich erworben; sie hat auch an der äusseren Gestaltung des griechischen Lebens und besonders an den Kämpfen, in welche die Hellenen mit dem Oriente verwickelt wurden, in beachtenswerther Weise Antheil genommen.

Ueber das alte Samos und seine Geschichte hat vor 50 Jahren Th. Panofka in seiner Erstlingsschrift gehandelt ¹). Die neueste Beschréeibung der Insel rührt von dem Franzosen V. Guérin her, welcher zu Anfang des Jahres 1853 zwei volle Monate auf derselben verweilt und sie nach allen Richtungen hin untersucht hat).

Die Insel Samos liegt dem Festlande von Kleinasien so nahe, dass der Sund, welcher sie von dem gegenüberliegenden Mykale-Gebirge trennt, nach den Angaben der Alten) an der schmalsten Stelle eine Breite von nur 7 Stadien= 1,3 Km. hat. Guérin4) fand die geringste Breite

¹) Th. Panofka, res Samiorum. Berolini 1822. ²) V. Guérin, description de l'ile de Patmos

et de l'ile de Samos. Paris 1856. Vor Guérin haben besonders Tournefort, Pococke und in der

neueren Zeit Ross(Reisen auf den griechischen Inseln des ägeischen Meeres. Bd. I-III. Stuttgart

und Tüb. 1840 45) in ihren Werken auf die Insel Samos die gebührende Rücksicht genommen.

³) Strabo, XIV, p. 636. 637 Cas. Scylax, peripl. p. 56. Vgl. Thucyd. VIII, 79.) G. am a. O. p. 142. 1