Aufsatz 
Die altklassischen Studien, insbesondere die lateinischen Stilübungen in unsern Gymnasien
Entstehung
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ad ipsum regem; hier paßt es weniger, wegen des Gegenſatzes mittelbar. Denn wenn ich etwas auch mittelbar empfinde, ſo empfinde ich es doch immer ipse(Hand will: ſelbſt oder durch Andere). Wem aut continuo, aut postea nicht genügt, der könnte ſchreiben: qune non aut continuo sola per se aut postea per alias eivitates oder noch deutlicher: quae non aut continuo sua sorte usa, aut postea aliorum civitatium rationibus implicata senserit. Es kommt bei ſolchen Ausdrücken darauf an, ob ſie von größerer oder geringerer Bedeutung für das Ganze ſind, um ſie ſtärker oder weniger ſtark hervorzuheben. Einfluß vis, da vorher ſchon von der Wirkung der Ref. die Rede war, wenn man den Begriff nicht umſchreiben oder eine ganz andere Wendung nehmen will(accipere, afferre, affici etc. mit der zutreffenden Conſtruction), mehr oder weniger: plus minusve oder alia magis aliâ, je nachdem das empfunden überſetzt wird, und dem mittelbarer oder unmittelbarer im Lateiniſchen nachzuſtellen. Noch ſo große und noch ſo kleine Staat iſt leicht auf verſchiedene Weiſe gut zu überſetzen, je nachdem man auf das noch ſo mehr oder weniger Gewicht legt.

Bis hierhin geht der erſte Abſatz. Iſt er nach der vorausgegangenen Beſprechung nieder⸗ geſchrieben, ſo muß das Ganze noch einmal ſcharf ins Auge gefaßt werden. Wenn man ſich auch begnügen wollte, die beiden Perioden ſo ſtehen zu laſſen, ſo wäre doch darauf hinzu⸗ weiſen, daß die zweite wenig klaſſiſch mit einem Gedanken beginnt, der unmittelbar vorher ſchon ausgeſprochen iſt. Je nach dem Standpunkte der Klaſſe dürfte alſo der Verſuch zu machen ſein, die beiden Perioden in Eine zu verſchmelzen: Alles, was ſich ereignet hat, ſchließt ſich ſo eng an die Ref. an, daß ꝛc.

Selbſtverſtändlich bin ich nicht der Anſicht, daß der Lehrer bei der Behandlung Einer Periode Alles aus der Stiliſtik heranziehen ſolle, wozu die Periode etwa Veranlaſſung bietet; bei einem rein deutſchen Stücke wird er auf dem Grunde einer ſorgfältigen Vorbereitung denn dieſe ſetze ich immer voraus gerade das hervorheben, wozu der Text die nächſte Ver⸗ anlaſſung bietet, und in der Auswahl der Texte darauf Bedacht nehmen, daß kein Theil der Stiliſtik unberückſichtigt bleibt. Denn wenn es auch am Anfange gerathen iſt, langſam vor⸗ wärts zu gehen, ſo will der Schüler doch bei dem lebendigſten Intereſſe für die Sache äußer⸗ lich einen Fortſchritt ſehen. Der Lehrer kann ſich aber von vorne herein für das ſpäter zu Behandelnde vorarbeiten, wenn er bei der Ueberſetzung und dem Niederſchreiben derſelben nichts Ungehöriges durchgehen, z. B. nicht et ſchreiben läßt, wo ac oder que ſtehen muß ꝛc. Nur nicht zu viel auf einmal!

3. Im Folgenden werde ich kürzer ſein können. Es folgt nun bis zum Ende der zehnten Periode eine Reihe von Beiſpielen als Belege für die vorangeſtellte Behauptung. Ueber die ſtiliſtſche Behandlung des Beiſpiels handelt M. Seyffert in den Schol. Lat. an verſchiedenen Stellen ausführlich. Für den vorliegenden Fall wird der Lehrer ſeinen Schülern noch Stellen bei Cicero zum Nachleſen bezeichnen, in denen mehrere gleich⸗ oder ungleichartige Beiſpiele an einander gereiht ſind. Beinahe der ganze Gebrauch gerichtet. Wie geſchraubt, um einen einfachen Gedanken auszudrücken! Verba und namentlich auch Pronomina haben im La⸗ teiniſchen viel größere Kraft, als im Deutſchen. Wir bilden, und ſicher nicht immer zuni Vor⸗ theile der Sprache, Phraſen, wo das einfache Verbum genügen würde: Gebrauch machen,

eine Unterſuchung anſtellen, die Frage aufwerfen, Rechnung tragen, Befehle geben u. ſ. w. 2*