Aufsatz 
Die altklassischen Studien, insbesondere die lateinischen Stilübungen in unsern Gymnasien
Entstehung
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or niſch gewordener Ausdruck für eine neue den Alten unbekannte Sache nicht zu gebrauchen, ſondern dafür eine Umſchreibung anzuwenden ſei. Das Wort reformatio iſt gut, Seneca ſpricht von einer reformatio morum; läſe ein Römer unſer Penſum und wüßte nicht, was unter reformatio sacrorum zu verſtehen ſei, ſo müßte er ſich eben belehren laſſen; via ferrea würde dem Röͤmer nicht mehr und nicht minder undeutlich ſein, als einem Deutſchen, der noch keine Eiſenbahn geſehen, das Wort Eiſenbahn. Wörter wie clerus, clericus, ecclesia u. dgl. ſind nicht zu beanſtanden, wenn ſie nicht wohl umgangen werden können. Findet ſich kein entſprechender Ausdruck, dann ſetze man, wie die Römer es mit griechiſchen Wörtern machten, das deutſche Wort, aber mit einem Zuſatze: novum armorum genus, quod Germuni Zünd- nadelgewehr vocant. Das würde dem Römer nicht auffallender vorkommen, als wenn von den heutigen Franzoſen der Zollverein eben le Zollverein genannt wird. Den vornehmſten Antheil gehabt hätte kann auf verſchiedene Weiſe, nur nicht wörtlich gegeben werden: repetere a, plurimum valere in, afferre, maximum momentum habere ad(in) aliquid, referre oder revocare ad. Auch causa, origo, fons können Verwendung finden, natürlich in den richtigen Verbindungen. Bei gehabt hätte iſt auf das tempus zu achten, wie denn immer auf die Grammatik recurrirt werden muß. Iſt nach dieſen Andeutungen die Periode richtig überſetzt, ſo wird es auf den Standpunkt der Klaſſe und auf den Geſchmack des Lehrers ankommen, ob nicht im Einzelnen hier und da noch etwas zu ündern wäre(Wortſtellung, Numerus u. ſ. w.).

1 12. Alle Weltbegebenheiten, welche den Einfluß derſelben empfunden. Wie hängt dieſe Periode mit der vorigen zuſammen? Begründend oder erklärend, alſo mit oder ohne enim.(Seyffert, Scholae lat. I, p. 76 ff. 1. Ausg.). Das logiſche Verhält⸗ niß, nicht bloß der Perioden und Sätze, ſondern auch der einzelnen Satztheile zu einander muß im Lateiniſchen auch äußerlich hervortreten.(Die Mittel dazu, Vergleichung mit dem Deutſchen ꝛc.). Die Form der Periode iſt nicht unlateiniſch; die beiden coordinirten Hauptſätze könnten auch lateiniſch coordinirt werden, nur wäre der Nebenſatz: wo ſie nicht urſprüng⸗ lich daraus herfloſſen, voraus zu nehmen, alſo: omnes res magnae, quae eveniunt, si non ex ref. profectac sunt, certe cum ea cohaerent, neque ulla est civitas, quae non. Der zweite Hauptſatz kann aber auch als Folge des erſten gefaßt werden: ſchließen ſich ſo eng an die Glaubensverbeſſerung, daß kein ꝛc. Alle Weltbegebenheiten omnes res (magnae); Welt liegt ſchon in dem vorausgegangenen publice(publicae res) oder res erhält einen Zuſatz, wie magnae, quae alicuius momenti fuerunt cet. Urſprünglich iſt nicht zu überſetzen, wenn herfloſſen mit nasci, manare, fluere etc. gegeben wird. Mittelbarer oder unmittelbarer. Derartige rein moderne Ausdrücke machen dem Anfänger Schwierig⸗ keiten. Vor allen Dingen muß er ſich fragen, was ſie bedeuten; die Etymologie kann ihm oft dabei behülflich ſein, wie hier: zwiſchen zwei Dingen liegt noch etwas in der Mitte oder nicht. Räumlich ſind ſie alſo entfernter oder näher, zeitlich ſpäter oder früher. Der Comparativ braucht als eine leichte Schattirung nicht in Betracht zu kommen. Für un⸗ mittelbar geben die Wörterbücher und ſtiliſtiſchen Hilfsmittel ipse, continuo, proximus cte⸗, für mittelbar ſind ſie ſparſamer. Ipse paßt vortrefflich, um das mittelalterliche in die neueren Sprachen übergegangene immediatus zu vertreten: Immediat⸗Eingabe an den König= literae