1. Religionslehre: a) Enangelische. 2 St.
3. Ubersicht über die während des Schuljahres 1886/87 durchgenommenen Lehrpensa.
Oberprima.
Ordinarien: Cötus A: Oberlehrer Bücheler. Cötus B: Direktor Dr. Paehler.
— Neuere Kirchengeschichte und Repetition der früheren Teile. Das Wichtigste aus der Glaubens- und Sittenlehre. Bibelkunde. Lieder und Sprüche. Memorieren einiger Abschnitte des griechischen neuen Testamentes.
C. A u. B komb.: Lohr.
b) Katholische. 2 St.(komb. mit I 2.) II. Teil der Glaubenslehre: Der hl. Geist und seine Werke; die Vollendung(„Grundrifs der Glaubenslehre“ von Wedewer).— Neuere Kirchengeschichte.— Wieder- holungen. Wedewer.
2. Deutsche Sprache: 3 St.— C. A: Kurze Übersicht
über die Geschichte der deutschen Sprache und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zu den übrigen indogermanischen Sprachen. Einführung in die erste Blüteperiode der deutschen Litteratur im Anschluſs an das„Hilfsbuch“ von Herbst. Nibelungenlied. Walter von der Vogelweide. Neuhochdeutsche Lektüre: Die schwierigeren philosophischen Ge- dichte Goethes und Schillers, Goethes„Torquato Tasso“ und„Iphigenie“(Vergleich mit dem Euri- pideischen Stücke). Vorträge aus dem Gebiete der Lektüre und der Litteraturgeschichte. Zahlreiche Dispositionsübungen. Theorie der antiken Tragödie nach Lessings lHamburgischer Dramaturgie II, 73— 83 mit Herbeiziehung der einschlägigen Stellen aus Aristoteles' Poetik. Repetitionen aus der Ge- schichte der zweiten Blüteperiode der deutschen Litteratur.
Themata der Aufsätze:
1. Früchte bringet das Leben dem Mann, doch hangen sie selten Rot und lustig am Zweig, wie uns ein Apfel begrüfst.(Klassenarbeit.)
2. Entspricht der Charakter Wallensteins bei Schiller den Anforderungen, welche Aristoteles in seiner Poetik an den tragischen Helden stellt?
3. Seéele des Menschen, wie gleichst du dem
Wasser! Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind! 4. Nichts ist schwerer zu ertragen Als eine Reihe von schönen Tagen. .Aus welchen Gründen wird Hagen Siegfrieds Todfeind?
6. Welche Bedeutung hat die Kunst für die Kultur- geschichte der Menschheit?(nach Schillers Künst- lern, Horaz' Dichtkunst, Herders Kalligone).
7. Vergebens sucht der Mensch des Glückes Quelle Weit aulser sich in wilder Lust:
In sich trägt er den Himmel und die Hölle Und seinen Richter in der Brust.(Klassenarbeit.)
8. Ausführliche. Lebensbeschreibung.
9. Wie lassen sich Schillers Balladen nach ihren sittlichen Ideeen gruppieren?
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10. Willst du einen Wächter haben, Der vor Schaden wacht? Nimm dir einen an zum Führer Namens Wohlbedacht!(Abiturienten-Aufsatz.)
Adam.
C. B: Einführung in die erste Blüteperiode der deutschen Litteratur im Anschlußs an das„Hilfs- buch“ von Herbst. Lektüre: Das Nibelungenlied und eine nach Müllenhoff getroffene Auswahl aus der Kudrun wurden in neuhochdeutscher Uber- setzung privatim unter Kontrolle gelesen; Schillers „Braut von Messina“: Goethes„Iphigenie“ sowie die Euripideische in deutscher Übersetzung; Shake- speares„Julius Cäsar“. Repetitionen aus der Ge- schichte der zweiten Blüteperiode der deutschen Litteratur, sowie das Wichtigste aus Aristoteles' Poetik. Dispositionsübungen.
Themata der Aufsätze:
1. 1r900₰το ς οιντν σσινταν μeειμσνq t.
2. Welchen Wert hat das Studium der Geschichte? (im Anschlußs an die privatim gelesene Rede Schillers: Was heiſst und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?)
3. Schicksal und Schuld in Schillers„Braut von Messina“.
4. Ein unnütz Leben ist ein früher Tod. Goethe, „Iphigenie“ I, 2.(Klassenarbeit.)
5. a) Durch welche Mittel weils der Dichter des Nibelungenliedes unser besonderes Mitleid mit dem Tode Siegfrieds zu erregen?
b) Wie ward Kriemhild die Holde zur Un- holdin?
c) Welche Züge in Hagens Charakter sind ge- eignet, uns einigermaſsen mit den Härten desselben auszusöhnen?
6. Gut verloren— nichts verloren; Ehre verloren— viel verloren; Gott verloren— alles verloren.
(Klassenarbeit.) 7. Inwiefern hat Niebuhr recht, wenn er Griechen- land das Deutschland des Altertums nennt? 8. Ein Glück, so rühmst du mir, sei die Zufriedenheit; Güb' ich zufrieden mich, sokäm' ich nichtgar weit. (Klassenarbeit.) 9. Ausführliche Lebensbeschreibung. 10. Willst du getrost durchs Leben gehn, blick über dich; Willst du nicht fremd im Leben stehn, blick' um dich; Willst du dich selbst in deinem Werte sehn, blick' in dich.
(Abiturienten-Aufsatz.) Schmitt II.
3. Latein: 8 St.— a) Poetische Lektüre: C. A u. B:
Horaz Carm. lib. Tund II, Epist. I, 1. Satir. I, 1 u. 9; II, 1. 2 St. Paehler. b) Prosaische Lektüre: 4 St. C. A: Cicero, Tuscul. I und V; Tacit. Annal. I. Extemporieren: Livius I. Adam.


