Aufsatz 
Darlegung und Prüfung der Kant'schen Kritik des ontologischen Beweises für's Dasein Gottes. Zur Begrüßung der 32. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner
Entstehung
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und allgemein giltigen Charakter habe. Kant fragt nun: Ist der Existenzialsatz: Dieses oder jenes Ding ist ein rein analytischer oder synthetischer? Angenommen, er wäre analytisch, so müsste eben der Begriff das Ding selbt sein, oder man setzt das Dasein als zur Möglichkeit gehörig voraus und behauptet, es folge aus der inneren Möglichkeit.

Diese Argumentation Kants ist vollkommen richtig, denn der erste Fall, dass der Gottesbegriff die Existenz Gottes, wenn auch nur theilweise selbst sei, darf nicht vorausgesetzt werden, weil dies erst bewiesen werden soll, und wie wir gesehen haben, überhaupt nicht bewiesen werden kann.

Im letzten Fall aber hat man in den nur möglichen Sub- jektsbegriff zabsolute Realität⸗ bereits die Existenz gelegt und wiederholt dieses Prädikat des Subjektsbegriffs im Prädikats- begriff, was natürlich als Tautologie ohne alle Beweiskraft ist.

In Folgendem sucht nun Kant nachzuweisen, dass jeder Existenzialsatz ein rein synthetischer und kein analytischer Satz sei, weshalb das Subjekt sammt seinem Prädikat ohne Widerspruch aufgehoben werden könne.

Aller Irrthum, sagt er, kommt von der Verwechslung des logischen Prädikats, zu dem Alles, sogar der Subjektsbegriff selbst dienen kann, mit dem Bestimmungsprädikat, welches den Subjektsbegriff vergrössert und also synthetisch ist. Das Sein ist überhaupt kein reales Prädikat, das zu dem Begriff eines Dings noch hinzukommen könnte, sondern blos die Position eines Begriffs oder gewisser Bestimmungen an sich selbst. Um dies zu beweisen, stellt Kant als Beispiel den Satz auf: Gott ist allmächtig. Dieser Satz, sagt er, ist ein analytischer, denn der Prädikatsbegriff steckt schon in dem Subjektsbegriff. Man kann also sagen: Gott ist oder: Es ist ein Gott wobei die Allmacht als ein nothwendiges Prädikat des Gottesbegriffs mit-