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Dieser Schluss Wolffs wäre richtig, wenn die Existenz nicht ausserhalb des Denkens gelegt würde, oder mit anderen Worten: Das Resultat ist dasselbe, wie bei dem Anselm'schen Beweis: Das selbstständige Wesen muss als existirend gedacht, werden, woraus eben noch nicht seine Existenz folgt. Den Be- griff des selbstständigen Wesens hat Wolff indessen schon auf kosmologischem Wege gewonnen, auf dem sich ihm auch die Nothwendigkeit der Existenz ergiebt.
Nachdem wir nun die verschiedenen Formen, in welchen das ontologische Argument für das Dasein Gottes sich bis auf Kant findet, vorgeführt und geprüft haben, wollen wir in Folgendem die Kant'sche Kritik desselben darlegen. Dass Kant in erster Linie die Unmöglichkeit eines ontologischen Beweises für's Dasein Gottes hervorhebt, ist natürliche Conse- quenz der These, dass wir nur empirisch Gegebenes relativ zu erkennen im Stande seien. Aus dem blosen Begriff aber, der von aller Erscheinung abstrahirt, auf das Dasein einer höchsten Ursache zu schliessen, musste Kant noch unmöglicher erschei- nen, als von dem Empirischen auszugehen und, dasselbe über- schreitend, die Existenz Gottes zu behaupten.
Der Begriff eines absolut nothwendigen Wesens, sagt Kant, ist ein reiner Vernunftbegriff, da er nicht empirisch, sondern nur durch Abstraction von allem Bedingten oder vielmehr durch dessen Negation gewonnen wird. Die Vernunft bedarf zwar dieses höchsten Begriffes, aber hierdurch ist noch lange nicht dessen objective Realität bewiesen. Der Schluss von einem gegebenen Dasein auf ein schlechthin nothwendiges scheint zwar nöthig zu sein, aber dennoch stimmt er nicht mit den Be- dingungen des Verstandes, sich einen solchen Begriff zu machen, überein. Die Idee, deren reale Existenz man beweisen wollte, ist deshalb an und für sich nicht definirt worden. Sagt man,


