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Bei dieser Beweisführung sieht man indessen nicht ein, wie aus der blosen Möglichkeit eines Wesens, welches sein Sein aus sich hat, sich nun nothwendig dessen Existenz ergebe. Ausserdem hat Leibnitz die Möglichkeit dieses Wesens da- durch zu beweisen gesucht, dass er sagt, wenn dasselbe un- möglich ist, dann giebt es nichts Mögliches. IHier ist jedoch nicht bewiesen, dass alle empirischen Existenzen zufällig sind d. h. eine Endursache haben müssen, die ihr Sein aus sich hat und darum absolut nothwendig ist.
Auch bei dieser Argumentation sind also die Formen des Denkens und Seins ohne weitere Beweisführung als identisch vorausgesctzt, ausserdem ist dieselbe nicht rein ontologisch, da sie von der Existenz der Erfahrungswelt auf die Existenz einer unbedingten Ursache schliesst.
Der letzte vorkant'sche Vertreter des ontologischen Be- weises ist Christian Wolff. ¹) Auch er hat denselben nicht als selbstständigen Beweis sondern in Verbindung mit dem kos- mologischen. Dasjenige Ding, sagt Wolff, welches den Grund seiner Wirklichkeit in sich hat und also dergestalt ist, dass es unmöglich nicht sein kann, wird ein selbstständiges Wesen genannt. Und demnach ist klar, dass es ein selbstständiges Wesen giebt.
Wolff geht also von dem Begriff eines selbstständigen Wesens aus. Dass dieses Wesen Gott sein muss, folgert er im weiteren Verlauf der Erörterung aus der Aseitas, weil nämlich das, was sein Sein in sich hat, absolut vollkommen sein und also alle göttlichen Attribute besitzen muss. Dieses Wesen muss aber existiren, weil es wegen seiner Aseitas allein absolut
vollkommen ist.
¹) Christian Wolff. Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, Cap. 6.


