Aufsatz 
Untersuchungen über das hessische Schulwesen zur Zeit Philipps des Grossmütigen / von Max Georg Schmidt
Entstehung
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studiosorum oblati sunt undPost examen paedagogicum inscripti- sunt, was darauf hindeutet, dafs erst die aus der Schule zur Universität übertretenden Jünglinge immatrikuliert wurden. Aber ganz abgesehen von dieser strittigen Frage gibt doch die Zahl der angeführten Namen ein Bild von dem regen Besuch der Anstalt. Im Jahre 1569 sind 27 Namen verzeichnet; 1570 sind 60 immatri- kuliert; in den folgenden Jahren steigt die Zahl der Neuauf- genommenen auf 71 und 87, sinkt 1573 auf 34, steigt dann wieder auf 63, 87, 62 und erreicht ihre gröfste Höhe im Jahre 1577 mit 125 neu immatrikuliertenpaedagogici.

Freilich mochte oft auch Arbeitskraft und Arbeitslust der Lehrer unter dem Tſebermals der Pflichten bei unzureichender Be- soldung erlahmen. Deshalb wurde 1576 im Revisionsbericht der Butzbacher Schule bestimmt: ¹Dieweil auch biss daher Jars in der Schule zu Butzbach die Knaben nicht examinirt und also in ihren studiis etwas nachlessiger gewesen sindt, so wirdt vor nutz lich angesehen, so wol der Praeceptorum als auch der Jugent halben, damit sie zu grösserem Vleils angereizt und exercirt werden, das jerlich zwei examina... gehalten werden sollen.

Überhaupt scheint es, dals man den Ehrgeiz gern als Er- Zziehungsmittel benutzte. Auch an der Stipendiatenanstalt fanden alljährlich im Beisein aller Professoren der Theologie zwei Prüfungen stattdamit das examen so vil mehr ansehens habe und die ingenia zu grolserm Vleiſs excitirt werden. An anderer Stelle heiſst es: Damit die jugent mit solchen und dergleichen premiis und ehren zu hohern und weitthern studiis gereitzet werden.²)

Auch der Mangel an geeigneten Lehrbüchern mag vielfach unzureichende Leistungen verursacht haben. So wird von Nieden- stein berichtet,*) dals hier dieprofectus gar gering seien:es gibt gute deutsche Michel, weil die Eltern allhier zu den lateinischen Büchern schlimme Lust haben, geschweige, dafs sie den Kindern viele kaufen sollten.

Daher waren die Schulbücher zumeist in Kompendienform ge- druckt und bildeten gewissermaſsen eine Encyklopädie der Schul- wissenschaften. Wie MelanchthonsDer Kinder handbüchlein die verschiedensten Lehrstoffe umfaſst, so enthält der Isagogikus des Nigidius) als Einleitung und Schluſs in lateinischer Sprache

1) Diehl, I, S. 495.

2) Vergl. Hildebrand, Stipendienordnung von 1546, S. 45 u. 47.

3) Heppe, Beiträge usw. S. 73.

¹) P. Nigidius: Isagogicus rerum grammaticarum libellus, in usum rudium pnerorum, qui integris grammaticae artis praeceptionibus audiendis nondum Satis