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den Dekalog, das Symbolum, lateinische und deutsche Gebete mancherlei Art.
Im ersten Teil werden Namen und Pronomen, im zweiten das Verbum und Participium und im dritten die übrigen vier Redeteile mit Beispielen aus lateinischen Dichtern, sowie mit den Versregeln behandelt. Dann folgen fünf Lesestücke, die Schulgesetze und sieben mehrstimmig gesetzte Gesänge, um heroische, elegische und lyrische Metra einzuüben.
Gesetzt auch, dals diese Grammatik als allgemein verbind- lich eingeführt war, so erscheint es doch sehr fraglich, ob z. B. sämtliche Schüler in der Lage waren, sich die im Pädagogium zur Lektüre vorgeschriebenen lateinischen Klassiker selbst zu beschaffen.
Etwaige geringere Leistungen der Schüler sind also wohl weniger den Lehrern, als einzelnen Mängeln allgemeiner Natur zuzuschreiben.—
Somit ist also die Arbeit Landgraf Philipps keine endgültige gewesen: im einzelnen blieb noch manches unvollkommen und ver- besserungsfähig. Es fehlte, wie wir sahen, an straffer Begrenzung des Lehrstoffs und an gehöriger Abstufung des Unterrichts, wie von einer Klasse zur anderen, so in dem Verhältnis der Partikular- anstalten zum Pädagogium und zur Universität. Die Überfüllung der Klassenräume, die strenge Unterordnung der Schule unter das kirchliche Regiment, die dürftige Besoldung der Lehrer und der dadurch hervorgerufene häufige Wechsel derselben, der Mangel an brauchbaren Unterrichtsbüchern— das alles machte sich fühlbar. Insbesondere fehlte der Schule durch das Vorherrschen der klassischen Sprachen der nationale Charakter: die Schule wurzelte nicht in den unmittelbaren Bedürfnissen und Interessen des Volkslebens, da sie den Kindern eine überwiegend fremde Bildung vermittelte.
Aber trotzdem hat doch der Landgraf Grolses geleistet. Als einer der ersten hat er die Wichtigkeit des Schulwesens für die Erhaltung des Evangeliums, für die Hebung der Bildung und die Besserung der Volksgesittung erkannt und deshalb im Interesse der Schule die unermüdlichste Tätigkeit entfaltet, obwohl er doch durch die politischen und kirchlichen Wirren der Zeit fortgesetzt in Anspruch genommen war. Sein Mühen ist nicht vergeblich geblieben: Er hat— und das ist das bleibende Verdienst Philipps des Groſsmütigen— die Verstaatlichung des gesamten Schulwesens
sunt maturi, diligenter concinnatus, dataque opera ad Donati methodum simul et D. Philippi Melanchthonis grammaticen ubique fere accommodatus: auctus denuo et recognitus atque in sectiones tres apte distinctus. Erphordiae, 1548. 227. Bl.


