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Herz verzage nicht, Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald.— Für das Bild„Strassburg“ (1681) Böhme 415, 0 Strassburg, Zu Strassburg auf der Schanz. Für 1870-71:„König Wilhelm sass ganz heiter“ und einige Soldatenlieder(General Werder, Bismarcklied u. a.)—
Uber den gemeinsamen Unterricht im zweistimmigen Gesang s. S. 15.—
Quarta.
Nachdem wir an dem Pensum dreier Klassen gezeigt haben, wie wir die Erteilung des Gesang- unterrichtes gestaltet wissen wollen, wird es dem Verständnis keinen Abbruch thun, wenn wir uns, da der zubemessene Raum schon überschritten ist, kurz fassen.
Von Quarta ab genügen die bisherigen zwei Unterrichtsstunden; die eigentlichen Gesangübungen treten mitunter hinter der Theorie zurück. Aufgabe sind Treffübungen in ausgedehntem Masse und Anleitungen zum Singen vom Blatt. Solfeggien. Auch müssen hier die ersten Elemente der Harmonielehre gegeben werden. Der Schüler muss wissen, was ist ein Akkord, wie entsteht er, welche Arten der Akkorde giebt es? u. s. W. UÜbungen im Singen gebrochener Akkorde. Ausserdem hat der Quartanerkurs das Tonleitersystem immanent zu repetieren und zu erweitern, schwierigere enharmonische Verwechselungen zu erklären und die chromatische Tonleiter zu entwickeln.
Die Verbindung des Gesangunterrichts mit den übrigen in Quarta behandelten Fächern ist nach dem hessischen Lehrplan etwas schwierig. Im Deutschen soll die deutsche Sage behandelt werden, in der Geschichte die griechische und römische bis auf Augustus. Mit dem ersten Fache zwar lassen sich auch hier vielfache Anknüpfungen finden, mit dem letzteren allerdings keine. Wir würden es auch nicht befürworten, dass etwa der in UIII beginnenden deutschen Geschichte vorgegriffen wird und im voraus schon bestimmte Kulturbilder, sofern es sich nicht um eine Erweiterung bereits gegebener handelt, als Grundlage für den kommenden Unterricht geschaffen würden. Die fehlende Wechselbeziehung würde einen Zeitaufwand bedingen, der uns nicht zu Gebote steht.
Um so inniger darf darum die Anknüpfung an den Religionsunterricht sein, und das bereits begonnene Choralsingen wird eifrigst gepflegt werden können. Rein äusserlich kann schon an die verschiedenen kirchlichen Feste(z. B. Böhme 517, 518, 516, 528 a, 541, 533, 561, 567 u. a. in Verbindung mit den heutigen Chorälen) angeknüpft werden. Es wird sich aber auch öfter Gelegen- heit bieten, die Entstehung des protestantischen Chorals aus dem volkstümlichen Liede(Luthers „Frische Liedlein“) nachzuweisen.
Hierdurch wird indirekt für die weitere Ausbildung des rhythmischen Gefühles gesorgt. Dies wird vor allem dem leichteren Verständnis der in Quarta beginnenden metrischen Vorbereitung (Phaedrus) zu Gute kommen.
Unter-Tertia.
Im Anschluss an die Geschichte(mindestens bis zur Reformation) eröffnet sich wiederum ein dankbares Gebiet. Hierbei finden sich die mannigfaltigsten Unterstützungen durch den deutschen Unterricht. Erweiterung bereits gewonnener und Erarbeitung neuer Kulturbilder. Eine besondere Berücksichtigung wird das Volksleben des Mittelalters und die Reformation erfahren müssen. Nicht minder ergiebig ist die Zeit der Kreuzzüge. Ob man in Anbetracht des Umstandes, dass in 0 III nur wenige Sänger vorhanden zu sein pflegen(die event. mit U III combiniert singen müssen), weiter gehen soll(etwa bis 1815, womit das geschichtliche Pensum der O III begrenzt ist), somit also dem Geschichtsunterricht vorgreifen soll, oder ob man diese Periode des historischen und Kriegsliedes in der Prima behandeln soll, wage ich nicht zu entscheiden. Dafür spräche— nachdem einzelnes bereits in früheren Klassen behandelt wurde— der Umstand, dass der Schüler, sofern das Pensum nach Prima verwiesen wird, etwas zu spät die seinem Naturell naheliegenden Lieder kennen lernte. Vielleicht liesse sich auch durch den Anschluss an das Deutsche einigermassen eine innere Verbindung herstellen.— Im Anschluss an das Deutsche Entwickelung der Begriffe: Wortaccent, Satzaccent, Haupt- und Nebensatz, Aufbau, Beziehungen der einzelnen Teile zum Höhepunkt u. s. w. Vergleiche mit der Dichtkunst.


