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belehrt werden. Ein Kind ſoll nicht in der Religion ſeines Vaters erzogen werden, ſondern man ſoll ihm, wenn es herangewachſen iſt, die Wahl feiner Religion ſelbſt überlaſſen.“
Nun folgt das Glaubensbekenntniß des ſavoyiſchen Vicars. In dieſem ſpricht es Rouſſeau aus, daß eine Offenbarung ein Unding iſt, und daß ſich nur der Menſch ſelbſt ſeine Religion ſchaffen kann.
Fünftes Buch.
In dieſem wird die Erziehung Sophiens, des Ideals, für welches der Erzieher den Zögling begeiſtert hat, geſchildert. Dieſe Schilderung iſt eine ſehr dürftige, obgleich ſie auch manches Gute enthält, z. B.:„Man ſoll bei der Er⸗ iehung der Mädchen mehr auf Fertigkeiten, als auf Kenntniſſe ſehen“ u. ſ. w.
achdem die Darſtellung der Erziehung Sophiens beendigt iſt, wird erzählt, daß der Erzieher den Zoͤgling bei deſſen Verheirathung verläßt. Emil verlebt einige glückliche Jahre der Ehe auf dem Lande, läßt ſich aber verleiten, in die Stadt zu ziehen, wo ihm ſein eheliches Glück geraubt wird. Er ſtürzt voll Ver⸗ zweifelung hinaus in die Welt und lebt als beſcheidener Arbeiter von dem Er⸗ werbe ſeines Handwerkes. Später macht er eine Seereiſe, wo er auf dem Schiffe ewöhnliche Matroſendienſte verrichtet. Das Schiff wird von Seeräubern über⸗ fallen und Emil wird in die Sklaverei verkauft, wo er bis zu ſeinem Tode lebt und ſich und ſeinen Leidensgefährten das harte Loos durch die Ausübung ſeiner Fertigkeiten ſo viel als möglich erleichtert. Hiermit ſchließt das Werk.


