Aufsatz 
Über den höchsten Zweck des grammatischen Unterrichts in der deutschen Sprache / vom Conrektor Schmidtborn
Entstehung
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Inhalts und ebendamit zum größeren Erſtarken der hierbei mitwirkenden Verſtandesthätigkeiten*).

Aus dem Verhältniß der Sprache zum Geiſt, aus dem Vorgang dieſes Unterrichts im Allgemeinen, aus dem Stoff und aus der durch ihn bedingten Lehrform in ihrem Verein dürfen wir den begründeten Schluß als beabſichtigtes Reſultat der letzten Betrachtung ziehen, daß derjenige deutſche Sprachunterricht, welcher vom Anerkennen und Verfol⸗ gen des höchſten Zwecks ſein Lebens⸗ und Daſeinsprinzip entlehnt, alle Elemente und alle Erforderniſſe, welche den reichſten Gewinn fur for⸗ male Bildung liefern, in ſich ſchließt, und daß er darum in dem zu er weiſenden höchſten Zweck enthalten, ihm untergeordnet iſt und durch ihn verwirklicht wird.

Wenn gleich im Plane dieſer Abhandlung noch das Beſprechen des höchſtbedeutenden Einfluſſes lag, welchen der dem höchſten Zwecke folgende Unterricht auf das leichte, allein naturge mäße, allein geiſtvolle, allein bewußte und allein gründ⸗ liche Erlernen fremder Sprachen ausübt(der ihm geradezu

*) Anmerk. 1. Peſtalozzi ſagt:»Man muß das Kind ſein eigenes Innere, ſeine erworbenen Einſichten, was in ihm ſelbſt lebt und vorgeht, klar anſchauen lehren; wo das nicht geſchieht, kann man Nichts aus ihm ent⸗ wickeln, Nichts wird ihm zur Wahrheit, der Keim der freiſten Selbſtthä⸗ tigkeit muß entbunden werden, Alles durch des Kindes eigne Kraft, durch Anregung der Selbſtthaͤtigkeit. 1

Anmerk. 2. Becker gr. Schulgr. VI. VII.:»Der Schuͤler lernt hier nicht, was ihm der Lehrer gibt, ſondern was er ſelbſt entdeckt. Und weil der grammatiſche Unterricht ſeiner Natur nach theoretiſch iſt, ſo ſoll die Grammatik der Mutterſprache die eigentliche Turnſchule ſein, in welcher ſich vorzuͤglich die intellectuellen Kraͤfte uͤben und ſtaͤrken, und darum ſoll man nicht gerade darauf ausgehen, den Schuͤler aller Muͤhe zu uͤberheben, ſon⸗ dern ihn vielmehr von vorn herein ſeine Kraͤfte uͤben laſſen.«

Anmerk. 3. Schelling, Methode des akadem. Studiums pag. 76:»Ich kenne keine Beſchaͤftigungsart, welche mehr geeignet wäre im früheren Alter dem erwachenden Witz, Scharfſinn und der Einbildungsnraft die erſte Uebung zu geben, als vornehmlich die mit den alten Sprachen(wohl der Mutter⸗ ſprache?). Die Sprache iſt an und fuͤr ſich ſelbſt und blos grammatiſch an⸗ geſehen eine fortgehend angewandte Logik.«

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