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ja daß er in der Regel ſich gar nicht von ſeiner Mutterſprache abzu⸗ wenden im Stande iſt, ſobald er leicht klar, beſtimmt und mit Erfolg das Denken vollziehen will. Beim Kinde aber iſt, wie Deinhardt tref⸗ fend ſagt,„die Sprache ganz mit ſeinem geiſtigen Weſen verwachſen, gleichſam Bein von ſeinem Bein und Fleiſch von ſeinem Fleiſch.“ Durch das Wort kommt das Kind zu Vorſtellungen und Anſchauungen, durch das Wort und durch den Satz ſchafft es ſich Begriffe und Gedanken und gelangt vermittelſt derſelben zum helleren Bewußtſein über ſeine Innen⸗ und Außenwelt. Jede Belehrung verhallt ſpurlos, im Falle das Kind ſich nicht ſoweit entwickelt hat, daß es den Sinn der Mit⸗ theilung mit Leichtigkeit zu erfaſſen und ſich ſelbſt über das Verſtandene auszuſprechen vermögend iſt. Ganz mit Recht nennt man daher die Mutterſprache die Bildungsmutter, oder, wie Hr. Schmitthenner in ſei⸗ ner Methodik pag. 40, die Verſtandesamme des jungen Menſchen*).
*) Anmerk. 1. Vergleiche Woͤrtleins Briefe uͤber die Bildung deutſcher Lehrer 1836, pag. 101.— Minner, Anſichten von Entſtehung, Weſen und Erſcheinung der Sprache u. ſ. w., Stuttg. 1839, pag. 49 unten. Anmerk. 2. Dieſterweg, Wegweiſer 2te Lieferung, 316:»Unleugbar traͤgt ein guter Sprachunterricht ſehr viel zur allgemeinen Bildung des Menſchen bei. Wie kann es anders ſein, da die Sprache das Allgemeine iſt, deſſen ſich der Geiſt nicht bloß zur Entaͤußerung und Mittheilung ſeiner Gedanken, ſondern zur Feſtſtellung und Umgrenzung fuͤr ſich bedient.
Anmerk. 3. Die natuͤrliche Entſtehung der Sprache aus dem Geſichts⸗ punkt der hiſtoriſchen und vergleichenden Sprache von Dr. Rinne, Erfurt 1834:»Der Unterricht in der Mutterſprache muß an der Sprache die Ge⸗ ſetze des Denkens entwickeln, die Wahrheitsliebe des Schuͤlers zu entflam⸗ men und den Funken in ſeiner Bruſt zu erwecken ſuchen, daß er fuͤr alles Große, Edle und Schoͤne ſich begeiſtert fuͤhlt, muß aber auch zugleich die objektive Klarheit der Auffaſſung befoͤrdern und auf Belebung der Phan⸗ taſte einwirken..
Anmerk. 4. Fuͤr den innigen Zuſammenhang der intellectuellen mit der ſprachlichen Ausbildung ſpricht auch die Erfahrung. Je klarer der Menſch denkt, deſto leichter verwendet er die Formen der Sprache; und je ſicherer und gewandter er die Sprache verwendet, deſto leichter geht ſein Denken von Statten, denn demjenigen, welcher nicht klar und beſtimmt denkt, wird ein richtiges und gelaͤufiges Sprechen ebenſo ſchwer fallen, wie ein deutli⸗ ches Denken demjenigen, der ſeiner Sprache ſich nicht ermächtigt hat. Wie
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