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äußerungen, Wünſche, Forderungen, Beſtrebungen u. ſ. w., bald Gefühle drängen ſich mit Allgewalt hervor, ſobald das Auge dem verwandten Auge, der Geiſt dem verwandten Geiſt und das Herz dem verwandten Herzen gegenüberſteht und begegnet. Durch die ſprachliche Mittheilung, welche die⸗ ſes Verlangen der Seele zufrieden ſtellt, entſteht die wahre Vereinigung der Menſchen untereinander oder das Band, welches die Menſchen eng mit ein⸗ ander verbindet*). Jedes Zuſammenleben der Menſchen nämlich, wofern es ein rein menſchliches und nicht ein thieriſches ſein ſoll, wofern es eine geiſtige Gemeinſchaft von Weſen einer Art verwirklichen ſoll, kann die Sprache
Leben zugleich eine geſellige Mittheilung der Gedanken, und eine gemeinſame Entwicklung des geiſtigen Lebens, durch welche auch das geiſtige Leben des Menſchen zum Gattungsleben wird.«
*) Anmerk. 1. Ueber den deutſchen Unterricht in Gymnaſien, von Dr. Roſen⸗ heyn, Koͤnigsberg 1832, pag. 1:»Neben ſich nimmt er Weſen von gleicher art und Beſtimmung wahr, zu denen ſein Herz ſich in Achtung und Liebe hingezogen fuͤhlt. Ihnen moͤcht' er ſo gern ſeine innere Welt aufſchließen, ſo gern die ihrige ſich aufgeſchloſſen ſehen, mit ihnen moͤcht' er ſo gern in Freud' und Leid' zur gemeinfamen Beſtimmung ſich vereinigen u. ſ. w.⸗
Anmerk. 2. Herder, Ueſprung der Sprache pag. 8, 9:»Das war gleichſam der letzte muͤtterliche Druck der bildenden Hand der Natur, daß ſie allen das Geſetz mit auf dieſe Welt gab: empfinde nicht allein fuͤr dich, ſondern dein Gefuͤhl toͤne! Und da dieſer letzte ſchaffende Druck auf Alle von einer Gattung einartig war, ſo ward dieſes Geſetz Segen: deine Em⸗ pfindung toͤne dem Geſchlecht einartig und werde von allen, wie von einem mitfuͤhlend vernommen«
Anmerk. 3. Schmitthenner, Vorrede zur Methode u. ſ. w., pag. XII.: „Die Sprache iſt ferner, als beſtimmt, die Gemeinſchaft der Geiſter in der Sinnenwelt zu vermitteln, ein feines aͤtheriſches Gebilde, das die unendliche entwickelte Mannichfaltigkeit des menſchlichen Geiſtes in ſich darſtellt.⸗ Pag. 7:„Die Sprache iſt das allgemeine Medium der Gedankenmitthei⸗ lung unter Individuen.«
Anmerk. 4. Blaſche, Erziehungswiſſenſchaft pag. 13.»Die Sprache iſt das geſetzmaͤßig geordnete Medium aller geiſtigen Mittheilung. Was ſich mittheilen will, muß auf irgend eine Art ſprechen u. ſ. w.⸗
Anmerk. 5. Becker, Organism.§. 1.»Durch die Sprache tritt der Gedanke in die Erſcheinung, und durch dieſe kommt der geſetzliche Austauſch der Gedanken und die Gemeinſchaft des geiſtigen Lebens unſeres Geſchlech⸗ tes zu Stande.«


