Aufsatz 
Über den höchsten Zweck des grammatischen Unterrichts in der deutschen Sprache / vom Conrektor Schmidtborn
Entstehung
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Das Zuſammenleben mit Geſchöpfen, welche von gleicher leiblicher und geiſtiger Natur ſind, mit Geſchöpfen, welche einerlei Bedürfniſſe und einerlei Beſtimmung haben, erregt und verſtärkt des einzelnen Menſchen ur⸗

natur eigenthuͤmlichen Vorzuͤgen. Dr. Fr. Volk. Reinhard: der Sprache ſtellt muſterhaft dieſen Vorzug in folgender Weiſe dar:»Vor⸗ zug der Menſchheit iſt das Vermoͤgen zu ſprechen; das iſt keinem Zweifel unterworfen. Zwar fehlt es auch den Thieren um uns her nicht ganz an der Faͤhigkeit, ſich ihre Geſuͤhle einander mitzutheilen und das Mittel der Mittheilung ſind auch bei ihnen Toͤne. Aber ſprechen, vernehmliche bedeu⸗ tungsvolle Toͤne bilden, ſie zum Zeichen einzelner beſtimmter Vorſtellungen machen, das kann in dem ganzen weiten Reiche der lebendigen Geſchöpfe Gottes auf Erden der Menſch allein; ihm allein iſt die Gabe der lieblichen Stimme, des deutlichen Ausdrucks, der verſtaͤndigen zuſammenhaͤngenden Rede verliehen; er allein kann alles, kann es mit den mannichfaltigſten Wendungen, kann es mit Empfindung und Nachdruck ſagen und ſo ſein Innerſtes mittheilen. Aber wie wichtig iſt dieſes Vermoͤgen zu ſprechen ſchon in dieſer Hinſicht. Die Wuͤrde der Menſchheit wird an dir jchibar, ſobald du deine Lippen zum Sprechen oͤffneſt; da erſcheinſt du als ein We⸗ in der thieriſchen Schoͤpfung auf Erden den vollkommenſten Koͤr⸗ der dahen da offenbareſt du dich als einen Geiſt, der vern inftig denken und 5 b; iſt es in deiner Macht, urtheilen, der frei wollen und handelu kann; da dhere deinen Maud, Gedanken zu enthuͤllen, Empfindungen zu ibenne deſunun ge derehuddri cken, die dich als weiſes, Gott hnüiches Geſchapf weſ denz Ales,wan⸗ dich uber das Thier erheit, was 55 Gureß un kleidet ſich in Toͤne, ergreift wuͤrdiges und Schoͤnes beſitzeſt, wird fuͤhlbar, deirfchgun ader us her⸗ W r, die dich hoͤren, bringt heilſame 9 Art her di Herzen dee, der Rede mit Beſonnenheit und beeel,hus bedſenſtu⸗. Kerndoͤrffer Handbuch der Redek.§. 3.:» 895 1 ebenfalls gewiſſe Arten von Vorſtellungen, ſowie ſie icht auf die gedachte tief ſtehenden Natur geben kann, aber es kann dfe n Hinunf die ache Art darſtellen, ſondern ſie blos äußern. n dedee Rede des Menſchen, Darſtellung erſcheint die Sprache, das Siort unded lterr nen Aur he⸗ leichſam als der verlorperie Gedanfe un 8 nken vereinigt iſt, zur Ver⸗ umket ſeines Inneren, inſofern ſie in dem Te was darin war, iſt und dnaiaung der geſaumen Welt und Fae vſanes in der Wiſſenſchaft und ſein wird; und des Wiſſens und Kumens do und die Riede des Menſchen, W eknu. 12 Di Kunſt iſt unauſloͤslich geknuͤpft an das Werr Drganism. pag. 14 Die die ohne dieſe nicht ſein koͤnnten iſchen Leben des Menſchen hervor: Sprache geht nothwendig aus dem organiſ

Die Gabe