Aufsatz 
Geschichte der Anstalt
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Infolge des Acceſſionsvertrags mit Preußen wurde das geſamte Schulweſen von März 1869 ab dem Königl. Provinzial⸗ Schulkollegium in Kaſſel unterſtellt. Im Jahre 1868 übernahm Direktor Groscurth das Pfarramt in Landau bei Arolſen, weil er bei zunehmendem Alter der Arbeitslaſt, die auf ſeinen Schultern ruhte und die ihm wie dem jüngſten Lehrer 28 wöchentliche Stunden zuwies, nicht mehr genügen konnte. Das Andenken Großeurths wird von der älteren Generation in hohen Ehren gehalten, verdanken ihm doch viele Schüler beſondere Förderung, ja ihre ganze ſpätere Lebensſtellung. Er ſtarb am 4. Auguſt 1875. Im Waldeckſchen Anzeiger widmete ihm der damalige Arolſer Hilfsprediger, jetziger Profeſſor der Theologie in Heidel⸗ berg, D. Baſſermann einen warmen Nachruf, der es verdient, hier wiedergegeben zu werden.

Arolſen hat in den letzten Tagen einen ſeiner beſten Männer verloren, deſſen Wirken für Stadt und Land ein ſegensreiches, deſſen Leben ein außerordentlich arbeitsvolles geweſen iſt, deſſen Andenken deswegen bei allen, die ihn gekannt haben, im Segen ſteht, deſſen Verluſt in großen Kreiſen tief beklagt wird: am 4. Auguſt verſchied Wilhelm Groscurth, früherer Rektor der höheren Bürgerſchule zu Arolſen, zuletzt Pfarrer in Landau. Ein überaus trauriges ſchmerzhaftes und aufreibendes Leiden hat ihn die letzten, drei Jahre auf ſein Krankenlager gefeſſelt und ſo den Blicken und der Aufmerkſamkeit der Geſellſchaft entzogen, der er bis zuletzt ſeine aufopfernde Tätigkeit gewidmet hatte. Allein diejenigen, die einmal mit ihm in Berührung gekommen ſind, werden ihn ſo leicht nicht vergeſſen, den Mann von ſtattli⸗ cher, faſt gewaltiger Geſtalt, mit den ausdrucksvollen Zügen, mit dem durchdringenden und doch ſo milden, liebevollen Auge. Und mehr noch als ſein Äußeres feſſelte ſein Cha⸗ rakter, die geiſtigen, ſittlichen Eigenſchaften ſeines Weſens. Es war der hohe ſittliche Ernſt, doch wieder gepart mit liebenswürdiger Milde, es war die gewaltige Energie des Schaffens und Wirkens, getragen von der echten, auf⸗ opfernden, ſtets hilfsbereiten Liebe, es war die ganze