Aufsatz 
Beschreibung des Gymnasial-Erweiterungsbaues
Entstehung
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Erdarbeiten hierfür noch nicht weit genug fertiggestellt waren, besonders aber, weil der inzwischen fertiggestellte spezielle Kostenanschlag, infolge der von dem Herrn Kultusminister verlangten Veränderung des Baupro- jektes bezüglich der Grösse der Aula und Korridore, eine erheblich höhere Bausumme nachwies, als die auf Grund der bisher nach Massgabe der nicht genehmigten Bauentwürfe aufgestellten überschläglichen Kosten- berechnungen. Da auch eine hierauf, bezüglich des inneren Ausbaues und der Fassade vorgenommene Vereinfachung des Projektes doch nur eine Ermässigung des Kostenanschlages von 276 000 auf 256 000 Mark er- möglichte und auch diese Summe von der Finanzkommission als zu hoch bezeichnet wurde, so empfahl der Unterzeichnete eine Anderung des Prqjekts dahin, im Aulabau an Stelle des 6 m breiten Doppelkorridors einen ein- fachen von 4m Breite auszuführen, wodurch die Tiefe der Aula sich um ein gleiches Mass und der Kostenanschlag um weitere 24 200 Mark er- mässige.

Am 9. Dezember 1889 erklärte die Stadtverordneten-Versammlung auf Antrag der Finanzkommission den vom Stadtbauamte auf Grund der genehmigten Spezialpläne aufgestellten Kostenanschlag zum Gesamtbetrage von 256 000 Mark mit Rücksicht auf die unbedingt gebotene und von dem Provinzial-Schulkollegium dringend betonte Sparsamkeit für zu hoch, nahm unter Beibehaltung des ministeriell genehmigten Projekts zur Erzielung einer weiteren Ersparnis von 24 200 Mark den von dem Unterzeichneten empfohlenen Abänderungsantrag an und bewilligte die zur Ausführung des abgeänderten Projekts erforderlichen Geldmittel in Höhe von 231 800 Mark.

Durch Reskript vom 19. März 1890 erklärte sich der Herr Kultus- minister mit der beschlossenen Anderung des Bauprojekts einverstanden, und nun erst konnte mit der Ausführung des Aulabaues begonnen werden.

Die Verdingung der noch ausstehenden Arbeiten, sowie die Ausführung der letzteren wurde nun derartig gefördert, dass mit Beginn der Schule nach den grossen Ferien das Abortsgebäude, am 20. Oktober 1890 die Turnhalle in Benutzung genommen und Ende November das Schulhaus sowie das Direktorwohngebäude unter Dach gebracht werden konnten. Leider konnte infolge der Strenge des Winters 1890/91 während des- selben an dem inneren Ausbau nicht gearbeitet werden, so dass erst Ende September 1891 das Direktorwohngebäude bezogen und Anfang Oktober das Schulhaus bis auf die Aula, das Lehrerzimmer, die Bibliothek und das Zimmer für naturhistorische Sammlungen in Benutzung genommen werden konnte. Die Fertigstellung der vorgenannten Räume, die voll- ständige Ausrüstung des ganzen Schulgebäudes, die Einfriedigung des ganzen Schulgrundstücks, die Regulierung, Bekiesung und Bepflanzung des Turn- und Spielplatzes, sowie die Abtragung und neue Einfriedigung des Platzes an der Abteistrasse ist bis Ostern 1892 bewirkt worden.