blieb stehen. 1460 wurde auch diese baufällig, und der Altar kam nach Fürstenau. In den Trümmern der Burg fanden sich 1848 mittelalterliche Werkzeuge, Gerätschaften, Steinkugeln und Waffen, darunter die älteste bekannte Handfeuerwaffe.¹) Ebenso wurde die Burg Bicken- bach(das heutige Alsbacher Schloss), die nach dem Aussterben der Bickenbacher an mehrere Besitzer gekommen war, 1463 unter Friedrich III. von den Frankfurtern zerstört, weil sie Feinde der Stadt Frankfurt aufgenommen hatte. Die Burg wurde aber wieder aufgebaut und kam bald in den alleinigen Besitz der Grafen von Erbach. Diese gewannen ausserdem aus der bickenbachischen Erbschaft die Amter Bickenbach, Seeheim, Jossa und Habitzheim, welch letzteres sie später an Löwenstein verkauften.
In die Jahre 1460— 1470 fallen die Kümpfe des Kurfürsten Friedrich des Siegreichen von der Pfalz. ²) 1460 kämpfte er gegen Diether von Isenburg, der zum Erzbischof von Mainz gewählt worden war, dem aber der Papst die Bestätigung versagte. Nach den Gefechten bei Laudenbach und Hemsbach zersprengte Friedrich durch den Sieg bei Pfeddersheim in Rhein- hessen das gegen ihn gerichtete Bündnis. Während dieses Kampfes eroberte und zerstörte er die nunmehr mainzische Feste Schauenburg bei Dossenheim nach fünftägiger Belagerung.
Als 1461 Diether gegen den ihm entgegengestellten Bischof Adolf von Nassau einen Helfer suchte, schloss er mit Friedrich zu Weinheim einen Vertrag. Er verpfändete ihm gegen 100 000 Gulden die ganze mainzische Bergstrasse, wührend Friedrich von nun an auf seine Seite trat. Infolge dieses Vertrages kam das Gebiet von Bensheim und Heppenheim an den Kurfürsten von der Pfalz, unter dessen Herrschaft es bis zum dreissigjährigen Krieg verblieb. Ebenso war 1465— 1521 Gernsheim von Mainz an Katzenellenbogen verpfändet.
Als Friedrich wegen der Unterstützung Diethers mit dem päpstlichen Banne und der kaiserlichen Acht belegt wurde, vereinigten sich der Markgraf von Baden, der Herzog von Württemberg und der Bischof von Metz mit anderen Fürsten und verheerten sein Land. In der siegreichen Schlacht bei Seckenheim, ³) an der Stelle, an der später flüchtige französische Hugenotten Friedrich zu Ehren Friedrichsfeld gründeten, gelang es dem Kurfürsten, seine Gegner zu schlagen und die drei Fürsten gefangen zu nehmen(1462). Sie wurden nur gegen schweres Lösegeld freigegeben und versprachen, für die Lossprechung Friedrichs von Acht und Bann zu wirken. An diesen Kampf erinnert ein Denkmal bei Priedrichsfeld und das Gedicht von Schwab:„Das Mahl zu Heidelberg“. 1470 hatte der Kurfürst eine Fehde mit seinem Vetter, dem Pfalzgrafen von Veldenz. Damals zerstörte Friedrich nach achttägiger Belagerung die Strahlenburg bei Schriessheim, die durch Erbschaft in den Besitz des Pfalz- grafen von Veldenz gekommen war.
Nach Friedrichs Tode wurde seine Gemahlin Clara Dett von seinem Mündel und Nach- folger Philipp bis zum Jahre 1485 auf der Burg Lindenfels gefangen gehalten. Ihr und Priedrichs Sohn Ludwig ist der Stammvater des Löwensteinischen Hauses.
Das Jahr 1479 ist für die hessische Geschichte von weittragender Bedeutung. Denn mit dem Aussterben der Grafen von Katzenellenbogen erbten die Landgrafen von Hessen deren Gebiet und fassten Fuss in der heutigen Provinz Starkenburg. Die Obergrafschaft Katzen- ellenbogen zerfiel in die Amter: Darmstadt, Lichtenberg, Dornberg und Zwingenberg, das einst zu Lorsch gehört hatte. Ausser den Schlössern zu Darmstadt, Lichtenberg, Zwingenberg und Dornberg übernahm damals Hessen das Schloss Auerberg, das die Katzenellenbogener
8 als mainzisches Lehen gewonnen hatten, Reinheim, das 1383 erwähnt wird und noch im
¹) Hefner und Wolf: die Burg Tannenberg und ihre Ausgrabungen, Frankfurt 1850. Usener, die Zer- störung des Schlosses Tannenberg im Jahre 1399. Archiv II 516.
²) Häusser, Geschichte der rheinischen Pfalz, Heidelb. 1845, Bd. I S. 329.
³) Merian, Pfalz S§. 34.


