Aufsatz 
Die Verwendung der Heimatkunde im Geschichtsunterricht / von Friedrich Schmidt
Entstehung
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Prämonstratenser ¹) aus dem Kloster Allerheiligen. Mit dem grössten Teil des Lorscher Gebiets. den Amtern Heppenheim. Gernsheim, Lorsch, Fürth und Steinheim, fiel damals auch Bensheim an Mainz. Die Besitzungen des Klosters im Kreise Erbach kamen an die Grafen von Erbach, deren Schloss zu Erbach ²) erst 1303 erwähnt wird, aber in viel ältere Zeit zurück- geht. Schönberg, dessen Schloss schon früher bestand, nahmen die Grafen von Erbach jetzt von der Pfalz zu Lehen. Der Süden des Lorscher Gebiets mit Weinheim und der Windeck wurde pfälzisch. Der nun zu Mainz gehörigen Propstei Lorsch wurde das 1263 von Konrad von Tannenberg gestiftete Nonnenkloster auf dem Heiligenberg³) bei Jugenheim unterstellt, das bereits 1480 zum letzten Mal erwähnt wird. Den Lorscher See, an den noch der heutige Sechof erinnert, liess Mainz austrocknen, was grosse Kosten verursachte.

IV.

Bis Zzum Ausgang des Mittelalters.

Während des Interregnums und nach demselben treten neue Familien des weltlichen Adels hervor. Verwandte der Breuberger waren die Herren von Frankenstein,4) Verwandte der Bickenbacher die Herren von Tannenberg. Der Frankenstein erscheint zuerst 1252, im Be- sitze von Konrad II. Reiz von Breuberg, während die Tannenburg 1264 erwähnt wird. Mit den Tannenbergern waren die Herren von Jossa verwandt, deren Burg Jossa oder Dachsberg 1310 erbaut wurde und 1360 zum letzten Mal genannt wird.

Diese weltlichen Dynasten vergrösserten ihr Gebiet durch Kauf oder durch Erb- schaft. So ererbte Katzenellenbogen nach Aussterben der Familie von Dornberg das Gerauer Land, und von 1368 an verkaufte die Familie von Wolfskehlen ihre Centgerichtsbarkeit und Güter zu Erfelden nach und nach an Katzenellenbogen.

1348 kam das von Mainz gebaute Fürstenau) durch Kauf für einige Zeit an die Grafen von Erbach, die es später dauernd als mainzisches Lehen besassen. 1355 kaufte Erbach von Mainz die Hälfte des Dorfes König, 6) später erwarb es die ganze Cent. Das wahrscheinlich auf mainzischen Ursprung zurückgehende Schloss zu König wurde 1559 neu aufgebaut. 1451 brachten die Grafen von Erbach den Hohenstein durch Kauf dauernd an sich.

Ebenso gewann das pfälzische Gebiet an Ausdehnung. Seit 1277 befand sich Linden- fels,) wohl anfangs ein Lorscher Lehen, definitiv im Besitz des Pfalzgrafen. 1390 erwarb der Pfalzgraf den Otzberg.8) Die Strahlenburg bei Schriessheim, ein Lehen der Abtei Ellwangen, kam im 14. Jahrhundert durch Kauf an die Pfalz. In Ladenburg, der Sommerresidenz der Wormser Bischöfe, hatten die Pfalzgrafen im 14. Jahrhundert die Gerichtsbarkeit mit dem

Bischof von Worms gemeinschaftlich. Erst 1705 trat Worms alle Ansprüche auf Ladenburg an Kurpfalz ab.

¹) Die Prämonstratenser zu Lorsch, bei Wagner, geistl. Stifte Bd. I, S. 115.

²) Schäfer, Kunstdenkmäler des Kreises Erbach S. 44.

³) Die Benediktinerinnen auf dem Heiligenberg bei Jugenheim, bei Wagner, geistl. Stifte Bd. I, S. 166. Wolf, Kirche und Kloster auf dem Heiligenberg bei Jugenheim, Archiv VI 135.

4⁴) Schenck zu Schweinsberg, Beitrag zur Geschichte der Familien von Breuberg und von Franckenstein, Arch. XIV 232, 394. Scriba, zur Geschichte der ehemaligen Herrschaft Frankenstein, Arch. VI 463, VII 489.

5) Schäfer, Kreis Erbach S. 106.

6) Schäfer, Kreis Erbach S. 150.

7) Marchand, Lindenfels, Darmstadt 1858.

) Kromm, die Feste Otzberg und ihre Umgebung, Darmstadt 1874.