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sind seit 1532 Reichsgrafen und erhielten 1541 das Recht, Münzen zu prägen. Die Grafen von Erbach, deren sagenhafter Ursprung auf Eginhard und Emma zurückgeführt wird, waren wohl ein altes fränkisches Adelsgeschlecht. Ihre älteste Besitzung ist wahrscheinlich die Cent Reichelsheim mit der Burg Reichenberg, die den Grafen im 13. Jahrhundert als freies Eigentum gehörte. Der Reichenberg wird zwar erst 1307 urkundlich genannt, kann aber mit dem in der Heppenheimer Markbeschreibung vorkommenden Richgisebura für identisch betrachtet werden. Später scheinen die Grafen wie andere freie Geschlechter in den Stand der höheren Ministerialität übergetreten und Reichsschenken) geworden zu sein. Denn 1223 übertrug der Sohn Friedrichs II., König Heinrich, seine Rechte gegenüber den Kindern seines verstorbenen Schenken Gerhard von Erbach an den Pfalzgrafen Ludwig zur Entschädigung für den Schaden, den Gerhard diesem in einer Fehde zugefügt hatte. Seitdem waren die Grafen von Erbach Schenken des Pfalzgrafen.
Auch die Herren von Bickenbach und von Breuberg treten schon frühe hervor. Der 1130 urkundlich genannte Konrad von Bickenbach war Vogt des Klosters Lorsch zu Gerns- heim. Nach der Burg Breuberg nannte sich zuerst 1229 der damalige Besitzer Konrad Reiz. ²)
Für die Geschichte der fränkischen und sächsischen Kaiser treten wiederum Lorsch und Trebur in den Vordergrund.
939 fand Ottos I. Gemahlin Editha Zuflucht und Schutz im Kloster Lorsch, während ihr Gemahl die Empörung niederschlug. Im Jahre 956 beehrte der Kaiser das Kloster zweimal mit seinem Besuche. Nach Karl dem Grossen und Ludwig dem Deutschen war es vor allem Otto der Grosse, welcher grosse Vorliebe für Lorsch hegte.
Ein wichtiges Ereignis spielte sich 1024 bei dem alten Königsgut Kamben ab, ³) an das noch jetzt der Kammerhof erinnert. Dort auf der weiten Fläche, die Oppenheim gegen- überliegt, fand die Königswahl Konrads II. statt, die Uhland im Ernst von Schwaben geschildert hat.
Unter Heinrich IV. versuchte Erzbischof Adalbert von Bremen Lorsch in seine Gewalt zu bringen. Damals wurde zum Schutz des Klosters die Starkenburg gebaut, auf der man sich verteidigte, bis die Macht Adalberts gebrochen war.
1066 wurde Heinrich IV. auf dem Reichstag zu Trebur gezwungen, Adalbert von Bremen fallen zu lassen. 1076 tagte hier die für Heinrich IV. verhängnisvolle Reichsversammlung.
In die Regierungszeit Heinrichs IV. fällt auch der grosse Klosterbrand von Lorsch 1090. Die Kirche und der grösste Teil der Gebäude wurde zerstört, und erst 1130 wurde die neue romanische Kirche eingeweiht.
Unter Heinrich V. musste der Abt Benno vor einer Verschwörung, die der Kloster- vogt Bertholf der Jüngere unterstützte, aus Lorsch fliehen. Er suchte Zuflucht auf der Windeck, die vorher von ihm gebaut worden war, aber diese wurde von den Gegnern zerstört, und Benno musste zu Heinrich V. nach Italien gehen, um seine Wiedereinsetzung zu erwirken. Später wurde die Windeck wieder aufgebaut.
Die Zeit der Hohenstaufen sah den Niedergang des Klosters. Damit diesem Ein- halt gethan werde, verlor Lorsch 1232 seine Selbständigkeit und ging in mainzischen Besitz über. Die Benediktiner wurden vertrieben, und an ihre Stelle traten erst Cistercienser, dann
kundliche Nachrichten über die Besitzungen des gräflichen Hauses Erbach, Archiv II 189. Knapp, Erörterungen über die ursprünglichen Besitzungen des gräflichen Hauses Erbach, Archiv V 3, 15.
¹) Ieh folge hier Simon, a. a. O. S. 268.
²) Giess, Schloss Breuberg im Odenwald und seine Umgebung. 3. Aufl. Heppenheim 1893. Schäfer, Kreis Erbach S. 16. Eigenbrodt, urkundliche Nachweise von den Dynasten von Breuberg, Archiv I 458.
³) Wagner, Wüstungen, Starkenburg S. 147.


