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andere Klöster, wie Altenmünster, das Michaels- und das Stephanskloster auf dem Heiligen- berg bei Heidelberg und Handschuchsheim. Klosterhöfe und Kellereien wurden angelegt, z. B. der Klosterhof zu Bensheim, dem die Weinberge bei Bensheim ihre Anlage oder wenigstens ihre Bebauung verdanken. Zur Verteidigung wurden Burgen gegründet, wie die Starkenburg und und die Windeck. Wahrscheinlich ist auch das Alsbacher Schloss und das Auerbacher Schloss zum Schutz von Lorsch erbaut worden. Das Alsbacher Schloss hatte den Namen Neu- Bickenbach, im Gegensatz zu Alt-Bickenbach, das auf dem Weilerhügel bei dem Ort Bicken- bach lag. Das Schloss auf dem Urberg bei dem Dorfe Auerbach ¹)(Urbach 795) hat der Sage nach schon Karl der Grosse gegründet.
Hochbedeutend war die Bibliothek*²) des Klosters Wie für die Lokalgeschichte der Codex Laureshamensis unentbehrlich ist, so sind für die Reichsgeschichte der älteren Zeit die Annales Laurissenses maiores und minores wichtige Quellen. Unter den Lorscher Hand- schriften antiker Klassiker sind hervorzuheben: Die einzige Handschrift für die 5. Dekade des Livius aus dem 6. Jahrhundert, jetzt Codex Vindobonnensis, und der Codex Nazarianus des Florus aus dem 9. Jahrhundert, jetzt in Heidelberg.
Seine ausgedehnten Besitzungen vergab das Kloster als Lehen, und zahlreiche adelige Geschlechter waren Vasallen des Klosters. Lorscher Lehnsleute waren die Herren von Handschuchsheim, von deren beiden Schlössern eines noch als Ruine erhalten ist, und wahrscheinlich die Herren von Schauenburg, deren Burg bei Dossenheim lag, sowie die Herren von Hirzberg, deren Geschlecht noch zu Anfang des 17. Jahrhunderts existierte, deren Burg bei Leutershausen aber schon früher zerstört worden zu sein scheint. Auch Herzog Welf in Bayern, die Grafen von Calw, von Henneberg, Katzenellenbogen, Erbach und die Herren von Bickenbach trugen Gebiet von Lorsch zu Lehen. 1066 auf dem Reichstag zu Trebur konnte der Abt mit einem Gefolge von 1200 wohlgerüsteten Reitern erscheinen, das ihm seine 12 Hauptvasallen zuführten.
Unter den Klostervögten³) wird um 1100 ein Vogt Bertholf genannt, der den nichtsahnenden Abt in der Marienkirche zu Michelstadt gefangen nehmen liess. Als die Sache vor den Kaiser kam, musste der Abt wieder frei gegeben werden.
Auch einzelne weltliche Geschlechter finden wir frühe im Besitze be- stimmter Territorien, z. B. die Herren von Katzenellenbogen und Erbach. Die Grafen von Katzenellenbogen⁴) werden 1102 zum ersten Mal erwähnt, Grafschaftsrechte übten sie schon 1140. Der erste Katzenellenbogener, der urkundlich bestimmt im Oberrheingau Be- sitzungen und Rechte hatte, ist Diether II. 1222, der Gönner Walthers von der Vogel- weide und des Tannhäuser. Sein Haus besass damals die Centen Bessungen(mit Darmstadt), Pfungstadt, Arheilgen, Ober-Ramstadt(mit Reinheim) und übte die Grafschaftsrechte im Oberrheingau. Die frühere kaiserliche Verleihung des Königshofes Gerau und der Grafschaft in Bessungen an den Bischof von Würzburg war, wir wissen nicht wie, verschwunden.
Die Grafen von Erbach ⁵) beginnen ihre Stammtafel mit Eberhard I., der 1148 starb. Sie
¹) Zehfuss, Bemerk. aus dem Altertum über das Dorf Auerbach a. d. B., insbes. über die Bergschloss- ruine Auerbach, Darmstadt 1876. Wagner, das Schloss Auerberg, Arch. XII 133.
²) Becker, catalogi bibliothecarum antiqui 1885, S. 82 und 120. Gottlieb, über mittelalterl. Bibliotheken, Leipzig 1890, S. 334. Falk, a. a. O. S. 163.
³) Walther, über die Lorscher Klostervögte, Archiv II 140.
¹) Wenck, Katzenellenbogensche Geschichte, in der hessischen Landesgeschichte, Bd. 1, 1783. Wörner, zur Geschichte der Grafen von Katzenellenbogen, Archiv XII 211, 441, 594. Wörner, die Grafschaft Katzenellen- bogen, bei Künzel-Soldan S. 109. Über die bekannte falsche Deutung des Namens aus der Humanistenzeit s. Rieger, Melibokus, Archiv XIII 409.
⁵) Simon, die Geschichte der Dynasten und Grafen zu Erbach, Frankfurt a. M. 1858. Eigenbrodt, ur-


