Aufsatz 
Die Verwendung der Heimatkunde im Geschichtsunterricht / von Friedrich Schmidt
Entstehung
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beschreibung erwähnt. 821 begann Einhard die Klostergebäude in Steinbach. ¹) Als er aber später Seligenstadt gründete, blieb das Kloster zu Steinbach leer. Erst 1073 wurde es von Lorsch aus besetzt, und bis zur Reformationszeit bestand hier ein Kloster.

Auch in der späteren Zeit erweiterte sich das Lorscher Gebiet durch Schenkungen. Ludwig der Deutsche schenkte 870 dem Kloster seine Besitzungen zu Seeheim und Bicken- bach(Bicchumbach). 896 unter Arnulf von Kärnten erhielt Lorsch die königliche Villa Gernsheim ²) und alles Eigentum daselbst.

Ums Jahr 900 umfasste das Gebiet von Lorsch die heutigen Kreise Bensheim und Heppenheim, einen grossen Teil des Kreises Erbach und zahlreiche vereinzelte Besitzungen, darunter weit entfernt liegende Güter, wie Brumath im Elsass, Besitzungen zu Chur in der Schweiz und zu Gent in Flandern. Sein Gebiet war über 85 Gaue zerstreut von den Nieder- landen bis zur Schweiz, vom Elsass bis Thüringen.

Bedeutsam für die Geschichte der karolingischen Zeit ist ausser Lorsch besonders Treburs) mit seiner Königspfalz. Ebenso wie das Königsgut zu Bürstadt⁴) war die Pfalz zu Trebur ein beliebter Aufenthaltsort der Karolinger. Wiederholt fanden hier Kirchen- versammlungen und Reichsversammlungen statt. 832 lagerte sich hier Ludwig der Fromme auf dem Zuge gegen seinen Sohn Ludwig den Deutschen, der von Lampert- heim aus bis in die Gegend von Lorsch und Bürstadt vorrückte. Aber die Heere wurden bald wieder entlassen, und die Versöhnung zu Augsburg machte dem Streit ein Ende. Auch 839 bei der abermaligen Empörung seines Sohnes erwartete Ludwig der Fromme in Trebur seine Armee. Als später Ludwig der Deutsche mit seinen Söhnen ihm Streit lag, brachte er sie 871 zu Trebur zum Gehorsam, und zu Bürstadt fand dann die Aussöhnung statt. Zu Trebur war es endlich, wo Karl der Dicke abgesetzt wurde.

III.

Bis zum Interregnum.

Mit der Auflösung der karolingischen Macht war die Herzogsgewalt wieder her- vorgetreten, und unsere Gegend fiel dem Herzogtum Franken zu.

Neben den weltlichen Herzogtümern entwickelten sich infolge der Schenkungen und der UÜbertragung königlicher Rechte, sowie infolge der Immunitätsverleihungen die geist- lichen Gebiete.

Dem Bischof von Würzburg übertrug Heinrich II. 1013 durch Tausch den könig- lichen Hof Gerahe(Gerau) mit allem Zubehör und die Grafschaft in Bessungen, während er Worms die Grafschaft im Lobdengau und im Gau Wingarteiba verlieh. Von Worms ging die Grafschaft auf dem Stahlbühel 1215 an den Pfalzgrafen über.

Die gefürstete Abtei Lorsch durfte schon im Jahre 1000 in Brumath eine Münz- stätte errichten. Schon frühe bekam sie für einzelne Orte ihres Gebiets das Marktrecht. In Bensheim gestattete Otto I. 956 die Abhaltung jährlicher öffentlicher Märkte. Für Weinheim (Winenheim), das schon 755 urkundlich erwähnt wird und das im Laufe des 8. und 9. Jahrhun- derts an Lorsch gekommen war, wurde dem Kloster im Jahre 1000 die Marktgerechtigkeit bewilligt. 1072 erhielt Lorsch den Wildbann im ganzen Odenwald. Zu Lorsch gehörten

¹) Draudt, das Kloster Michelstadt, Steinbach im Odenwald, Archiv XIII 385, 538.

²) Dahl, hist. top. statist. Beschreibung der Stadt und des Amtes Gernsheim, Darmstadt 1807. ³) Geschichte des Ortes Treber, Archiv VIII 427.

4) Falk, a. a. O. S. 32 und 162.