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Gorze bei Metz besetzt. Das alte Kloster, das auf der Weschnitzinsel lag, war bald zu klein. Es blieb unter dem Namen Altenmünster weiter bestehen, als das neue grössere Kloster gebaut wurde. Zur Einweihung der neuen Kirche kam 774 Karl der Grosse selbst mit seiner Gemahlin und den Söhnen Karl und Pipin. Der Herzog Thassilo von Bayern soll in Lorsch begraben sein, ebenso wurde später Ludwig der Deutsche und dessen Sohn Ludwig hier in der ecclesia varia beigesetzt. Drei Steinsarkophage aus karolingischer Zeit werden noch jetzt gezeigt. Ausser den UÜberresten der Umfassungsmauern und dem vorderen Teil des Mittel- schiffes der Hauptkirche, das zuletzt als Tabaksmagazin hat dienen müssen, steht noch das 1697 als Michaelskapelle eingerichtete interessante Bauwerk. Schäfer, ¹) der in ihm die Grab- kapelle Ludwigs des Deutschen wiederzufinden glaubte, hat seine Ansicht auch neuerdings aufrecht erhalten. Gewöhnlich aber folgt man der Annahme Adamys, ²) der in dem Gebäude die Thorhalle zu dem von Säulengängen umgebenen Vorhof der Hauptkirche dcs Klosters sieht. Nach Adamy ist diese Thorhalle in der ersten Zeit Karls des Grossen gebaut worden und bildet zusammen mit der Einhardsbasilika³) in Steinbach ein bedeutsames Beispiel des frän- kischen Baustils, der den UÜbergang bildet von der altchristlichen Kunst Italiens zur romanischen Architektur. Etwas jünger ist die 883 von Lorsch aus angelegte Michaelsbasilika ⁴) auf dem Heiligenberg bei Heidelberg. ⁵)
Karl der Grosse schenkte 773 die königliche Villa und Mark Heppenheimé) mit allem Zubehör an Lorsch. Im Codex Laureshamensis befindet sich eine Grenzbeschrei- bung dieser Mark vom Jahr 795. Sie umfasste das ganze Gebiet von Beerfelden und dem Neckar bis Alsbach a. d. B.(Adolfesbach) und der Winkelbach am Rhein. So kam an Lorsch auch Bensheim*)(Basinesheim), das 765 zum ersten Mal erwähnt wird, aber der Sage nach schon von Chlodwig seiner Mutter Basina zu Ehren gegründet wurde. Aus dem Jahre 805 ist uns eine Grenzbeschreibung des Kirchspiels Heppenheim) erhalten. Sie befindet sich auf einem in der Kirche zu Heppenheim links vom Eingang eingemauerten Stein, die älteste nicht römische Inschrift an der Bergstrasse.
819 kam Lorsch in den Besitz der königlichen Villa und Mark Michelstadt(Michlin- stadt).2) Dieses Gebiet wurde dem Kloster von Einhard übergeben, dem es 815 Ludwig der Fromme geschenkt hatte; Michelstadt selbst wird schon in der Heppenheimer Mark-
Wagner, die vormaligen geistl. Stifte im Grossherz. Hessen, Bd. I. S. 162. Kofler, Lorscher Ausgrabungen, Quartalbl. 1883, 1 u. 2. S. 16. Kofler, Erläuterung der beigegebenen Pläne über die Ausgrabung des Klosters Altenmünster bei Lorsch, Archiv XV 723.
¹) Schäfer, die Karolingerkapelle zu Lorsch, Darmstadt 1876. Schäfer, kunsthistorischer Bilderkalender, I. Jahrg. 1896, S. 6.
²) Adamy, die fränkische Thorhalle und Klosterkirche zu Lorsch, Darmstadt 1891.
³) Adamy, die Einhardsbasilika zu Steinbach im Odenwald, Darmstadt 1885. Kunstdenkmäler im Gross- herzogtum Hessen, Kreis Erbach von Schäfer. Darmstadt 1891. S. 245.
⁴) Schleuning, die Michaelsbasilika auf dem Heiligenberg bei Heidelberg, Heidelberg 1887.
⁵) Hier wäre auch die frühere Abteikirche in Seligenstadt zu nennen, die noch jetzt im Pfeiler- und Arkadenbau ihres Mittelschiffes die alte Einhardsbasilika enthält. Doch liegt diese schon ausserhalb unserer Grenzen.
6) Schenck zu Schweinsberg, zur Bestimmung der Grenzpunkte der Heppenheimer Mark, Archiv XIV 738.
⁷) Merian, Pfalz S. 12. Heckler, Beiträge zur Geschichte von Bensheim, Darmstadt 1852. Dinges, Ge- schichte des Bensheimer Gymnasiums, 2 Teile. Programm des Bensheimer Gymnasiums 1887 und 1888.
) Schenck zu Schweinsberg, die Grenze des Kirchspiels von Heppenheim a. d. B., Archiv XIV 739. Waller, die Grenzbestimmung des Heppenheimer Kirchspiels, Archiv, N. F. 1, S. 467. Die Inschrift siehe bei Näher, Baudenkmäler III, 2.
²) Decker, über die Grenzen der von Einhard dem Kloster Lorsch geschenkten Michelstädter Mark, Archiv VI 553.


