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wirkte. 52) Wer der zweite Probule Sophokles gewesen sei, den uns Aristoteles nennt(An- merk. 51), können wir nicht mit Sicherheib bestimmen. Wattenbach hält ihn für den Sohn des Sostratides, vielleicht für einen Bruder des Phrynichos, der nachher unter den 30 genannt wird; andere glauben mit geringerer Wahrscheinlichkeit, es sei der Dichter Sophokles. Jedenfalls würde Wattenbach's Vermuthung die Ansicht bestärken, dass das Collegium der Probulen oligarchisch gesinnt war.
Von der Wirksamkeit derselben schweigen unsere Quellen vollständig; nicht an einer einzigen Stelle geschieht ihrer Erwähnung bis zur Herrschaft der 400.
Auch über die inneren Verhältnisse Athens in dieser Zeit finden wir keine Andeutung; nur aus einer Bemerkung des Thukydides 5) können wir schliessen, dass der Geist der Mässigung und Ordnung, der dem Demos so lange gefehlt, endlich zum Durchbruch ge- kommen war. Die Massregeln, welche die Athener im Winter 413/412 jedenfalls unter Mitwirkung der Probulen zu ihrer Vertheidigung treffen, vor allem ihr Entschluss, mög- lichst grosse Sparsamkeit überall eintreten zu lassen, 5) beweisen hinlänglich, dass man im Ernste gesonnen war, dem alten heillosen Treiben der Demagogie ein Ende zu machen. Indessen liegt es in der Natur der damaligen Verhältnisse, dass die Parteikämpfe in der Stadt selbst eine Zeit lang ruhen; denn alle sehen mit gleicher Spannung dem in Jonien entbrannten Kampfe zu, der im ganzen folgenden Jahre von beiden Seiten mit unermüd- lichem Eifer weiter geführt wird. Es gilt die abgefallenen Bundesgenossen Chios, Lesbos und Milet wieder zu gewinnen; der Mittelpunkt, von dem die Bewegungen der athenischen Flotte ausgehen, ist Samos, welches Athen durch Kräftigung der demokratischen Verfassung fest an sich geknüpft hat. 5¹) Mustern wir die Reihe der athenischen Strategen des Jahres 412 ihrer Parteistellung nach, so finden wir unter ihnen einige Oligarchen der extremsten Art, wie den Phrynichos, Charminus und Onomakles, 5⁵) die entweder unter den 400 oder den nachherigen 30 eine hervorragende Rolle spielen. Es kann dies nicht Zufall sein, son- dern auch hierin erkennen wir, dass man einer Oligarchie zusteuert. Die Stimmung in der Stadt selbst lernen wir aus Aristophanes Lysistrata kennen, die kurz vor den 400 beim Beginne des Jahres 411 aufgeführt worden ist. Das Thema derselben ist die Wiederher- stellung des Priedens, den die Frauen zu Stande zu pringen suchen, da die Männer durch den Kriegseifer blindlings fortgerissen werden: also ungefähr dasselbe Thema, das der Dich- ter pei ähnlichen Veranlassungen im„Frieden“ 421 und in den Acharnern 425 behandelt. Die vorliegende Komödie ist im Ganzen arm an politischen Anspielungen; es fehlt sogar die Parabase; nnr leuchtet die Friedenssehnsucht an mehr als einer Stelle heraus. 56) Es müs-
52) Plut. Pericl. c. 32; Lysias in Eratosth.,§. 65:(O=οαmαηιένν8ε) ουσατον αν ην σσοεεεμςα£ς 0iꝓναορ‿ Tids airid raros Spεένέινιο, sενᷣς duds r„ ri Toννꝙτετεοασον πποπiανν έιεςανασι ³α 0 106 rar a⁴νπ r0ν G οιν ν τ‿ανι ᷣτꝛ⁵em, dτs ε ϑτwν ννονσᷣτdτοs ehra rots rodαe droæipde ue: πιι„ει%..
53) Thuc. 8, 1, 5: dνταα τε̈ τισσ 1⁶ raoαορνμ MQfõevoets, 6 πρι⁴κν σ⁵ ðος ενν, 4rονιιι νωσηυ euraurely: 8, 4: ασοςσ‿νεν⁴ εονσν— 4 9„αεο— d od To 206 ⁄60 d 27%οαον dαιονε‿οεασ, Gναeεαα⁶εεμνο eig euεειασν.
54) Thuc. 8, 2— 45; 8, 21.— 55⁵) Thuc. 8, 25; 54.— 56) Aristoph. Lysistr. v. 1047, 1161 etc.


