Aufsatz 
Beiträge zur inneren Geschichte Athens in der zweiten Hälfte des peloponnesischen Krieges / von Ferd. Schmidt
Entstehung
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gesunken. Seit Jahren schon gedrückt und bis aufs Blut ausgesogen, ja vor Kurzem noch durch die Einführung des Hafenzolles gereizt, glaubten sie, jetzt sei der Augenblick ge- kommen, sich von der verhassten Herrschaft der Athener loszusagen. Wir sehen daher sehr bald die wichtigsten bundesgenössischen Inseln Euboea, Chios und Lesbos mit den Spartanern in Unterhandlung treten, um mit ihrer Hülfe den Abfall zu bewerkstelligen; alle waren überzeugt, dass sich Athen nicht einmal den nächsten Sommer mehr werde be- haupten können. ¹³) Auch die persischen Satrapen in Vorderasien, Tissaphernes(in Ver- bindung mit den Chiern) und Pharnabazus bewerben sich um ein Bündniss mit den Spar- tanern. Tissaphernes wünscht, dass sie zuerst die Bundesgenossen Athens im ägäischen Meere und an der Küste Kleinasiens zum Abfalle bringen; Pharnabazus sucht sie zu be- stimmen, zuerst die in seiner Satrapie gelegenen Städte am Hellespont zu gewinnen: beide hoffen mit Hülfe der Spartaner die von ihnen beanspruchten Abgaben Ainiroihon zu können. Endlich gibt Alkibiades den Ausschlag für Tissaphernes und die Chier. ¹⁴) So sieht sich Athen auf allen Seiten von Gefahren bedroht, die es zwingen einen Kampf auf Tod und Leben einzugehen. Bewunderung verdient die ausdauernde Zähigkeit, mit der es den Ver- theidigungskrieg der nächsten Jahre glücklich durchführt. Allein so interessant es auch ist, den einzelnen Phasen desselben zu folgen, so muss ich mir es doch an diesem Orte versagen, da hier nur die äussere Geschichte in ihrer Rückwirkung auf die innere zur Sprache kommen kann.

Die ersten Beschlüsse, die in Athen gefasst werden, sobald die Verzweiflung einer ruhigen Ueberlegung Platz gemacht hat, sind von der Ueberzeugung getragen, unter keinen Umständen nachgeben zu dürfen. 4⁵) Man beschloss daher möglichst rasch eine neue Flotte auszurüsten, sich vor allen Dingen der Bundesgenossen zu versichern, hauptsächlich Euboeas, dessen Besitz für Athen eine Lebensfrage war, endlich, was das Wichtigste war, in der Verwaltung des Staates möglichst grosse Sparsamkeit eintreten zu las- sen und eine Behörde von älteren Männern zu wählen, die in Betreff der gegenwärtigen Lage den Umständen gemäss vorberathen sollten. ¹) Der letzte Theil dieses Beschlusses ist offenbar der wichtigste und folgenreichste; in ihm liegt bereits der Keim zu dem 411 erfolgenden Sturz der Demokratie. Zugleich ist er fast die einzige directe Notiz, die uns einen Blick in die damaligen Parteiverhältnisse verstattet. Nichts konnte offenbar die Demokratie in ärgeren Misscredit pringen, als die Niederlage in Sicilien; hauptsächlich hierdurch gelingt die spätere oligarchische Verschwörung. Es werden jetzt keineswegs vereinzelte Stimmen laut, die alles Unheil, welches Athen betroffen, der Leichtfertigkeit zuschreiben, mit der man in der Volksversammlung über die wichtigsten Angelegenheiten Beschlüsse fasse, und die eine strengere Controle in dieser Beziehung ver- langen. Unter solchen Einflüssen kommt offenbar der eben erwähnte Beschluss zu Stande,

43]) ThucC. 8, 5, 1; 5, 2; 5. 4. id. 8 2. 4⁴) Thuc. 8, c. 5 7. ⁴5) Thuc.§, 1, 3. 46) Thuc. 8, 1 4: 0αυς Sa== S3aae 16 re zar 7⁷1 v r014 T, 8 uT6Ae4Av 3enpovi5a- 2A1A 7h* Tirα π⁵ρ ˙⁵νιιοσιν ³ατ⁵⁶ννα, oOlT1eS e9! rSv rAνιν, d 74.99G

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