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ciation des Diopeithes das umfassende Geständniss des bekannten Oligarchen Andokides, der die Hermenfrevler nennt, darunter aber nicht den Alkibiades. 2¹) So war die Stadt für den Augenblick von tödtlicher Angst befreit; aber dafür, dass die gegen den Alkibiades erhobene Anklage wegen-Mysterienschändung nicht ruhte, sorgten seine Feinde. Allerdings war die Verhandlung über die erste EFisangelie des Androkles verschoben; wenn man das einmal gegen Alkibiades wach gerufene Misstrauen benutzen wW ollte, 80 musste man zu einer ande- ren Klage schreiten. Es konnte dies nicht schwer fallen, da trotz der Entdeckung der Her- menfrevler der Verdacht tyrannischer Gelüste noch drohend auf ihm lastete. Aeussere Er- eignisse, die zufällig zu gleicher Zeit eintraten, wie der Marsch einer kleinen Abtheilung Spartaner nach dem Isthmus von Corinth und die angeblichen Nachstellungen seiner Ge- sinnungsgenossen in Argos gegen die Demokratie, benutzen seine Feinde, um ihn als Ver- räther darzustellen, der die Todfeinde seiner Vaterstadt gegen dieselbe aufgestachelt habe. 2²2) In diesem Moment tritt Thessalos, der Schn des grossen Kimon, nach seiner ganzen Fami- lientradition jedenfalls ein Werkzeug in den Händen der Oligarchen, mit einer neuen Eis- angelie auf, in der er den Alkibiades wiederholt der Mysterieny erspottung anklagt und diese Anklage bis ins Einzelnste ausführt. 23) Das verblendete Volk nimmt diese Eisangelie an und schickt die Salaminia ab, um ihn zur Verantwortung nach Athen zurückzuführen, ohne an die furchtbaren Folgen dieses Schrittes zu denken. Dieser Beschluss und das pald darauf erfolgte Todesurtheil gegen Alkibiades und alle seine Anhänger sind für den Staat verhäng- nissvoll und verderbendrohend. ²¹²) Und wer trägt die unmittelbare Schuld daran? Wüthende Demagogen, wie Androkles und im Finstern schleichende Oligarchen, wie Pisander und Cha- rikles, verbünden sich zu seinem Sturz. Ein Demokrat sucht ihn vor der Abfahrt der Flotte zu vernichten, ohne sein Ziel zu erreichen; einem Oligarchen gelingt es ihn endgültig zu stürzen und damit zugleich der Demokratie einen tödtlichen Stoss zu versetzen. Demagogen und Oligarchen mögen nun selbst an die Spitze des Staates treten, aber nur um den Preis des Hochverraths. Denn wie sollte man es anders nennen, wenn sie aus Selbstsucht und Privatrache den einzigen Mann vom Heere abberufen, der im Stande dazu war, die Expe- dition zu einem glücklichen Ende zu führen: eine Unternehmung, an der, sobald sie einmal begonnen, Athens Schicksal geknüpft war? Sicherlich lauerte bei den Oligarchen der Ge- danke im Hintergrund, durch däs Misslingen der Expedition die ganze Demokratie in Miss- credit zu bringen und sich selbst nach ihrem Sturze in den alleinigen Besitz des Staates zu setzen. Wie musste aber der Demos selbst gesunken sein, wenn er so ungereimten Er- findungen sein Ohr leiht, wie sie dieser Process zu Tage fördert, und welcher Grad von sittlicher Verworfenheit ist pei den Hetäristen vorauszusetzen, welche die Aufregung des Vol- kes durch böswillige Verleumdungen bis zum Wahnvitz steigern! Dies ist in kurzen Zügen ein Bild des Hermocopidenprocesses, der seines Gleichen in der Geschichte kaum findet, dies sind die Parteien, die wir während desselben thätig finden, dies der Zustand, in dem wir den Demos antreffen: alles unheilverkündende Zeichen, die auf einen baldigen jähen
21) Andoc. de myst.§. 48— 54; Thuc. 6, 60, 2— 4.— ²²) Thuc. 6, 61, 2—3. 23) Plut. Alcib. 22, 4.— ²) Thuc. 6, 61, 4.


