Aufsatz 
Über die Radioaktivität einiger Süßwasser-, Mineral- und Thermal-Quellen des Taunus
Entstehung
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XVII

3. Der Sinter.

Es wäre nun von grolsem Interesse gewesen, den Sinter mittels des aktivierten Blei- drahtes zu prüfen. Die Quelle besitzt aber keinen Abfluſsl kanal und liefert darum auch nur sehr wenig Sedimente. Schon Mitte Oktober v. J. waren von dem inneren Rande der Fassung soweit dieselbe damals wasserfrei war, einige Gramm fester Ausscheidungen losgelöst worden. Am 25. Oktober bewirkten 69,9 g dfeser Suj stanz in der Stunde den namh aften Potentialabfall von 64.4 Volt. Am 21. Dezember erhielt ich nach einstündiger Bemühung zweier Schüler vom Boden der Quelle, der wegen ihrer Tiefe schwer zugänglich ist, abermals ein geringes (pantam Sediment. Nachdem dasselbe getrocknet, gepulvert und gesiebt war, bewirkten am

. Januar I. J. 36,9 g desselben in der ersten Stume einen Potentialabfall von 118,4 Volt. in 1 der zweiten einen volchen von 142 Volt und in der dritten einen solchen von 160 Volt.

Der Sinter ist also kräftig aktiv und gibt Emanation ab.

Könnte man 1 2 kg desselben erhalten, so würe der Charakter seiner Aktivität unschwer festzustellen; ob so viel zusammenzubringen ist, muss abgewartet werden. Von Interesse dürfte eine Vergleichung mit dem Sinter dles Wiesenbades im Erzgebirge sein, den Elster und Geitel¹) auf seine Aktivität geprüft haben. Sie fanden pro Stunde und 125 g den Abfall 72,8 Volt. Das gleiche Quantum des Sedimentes Kurtz würde in der ersten Stunde geben

118,4 125S 3. 8 4= 387,5 Volt, d. h. den 5 6 fachen Betrag und in der dritten Stunde den 7 bis

36,9 Sfachen Abfall. Wenn nun auch die Quelle Kurtz in ihren physikalischen Eigenschaften lacberanr Gasentwicklung, Aktivität von den städtischen Thermen sehr erheblich verschieden ist,

liegt doch vermöge ihrer oben schon gestreiften chemischen Zusammensetzung die Ainaenn sehur nahe, dass sie mit jenen Thermen einheitlichen Ursprungs ist. Dann aber ist es zum mindesten wahrscheinlich, daſs der Charakter der Aktivität in beiden Füllen derselbe ist. Um darüber Aufschluſs zu erhalten, prüfte ich ein in meine Hände gelangtes Quantum Koch- brunnensinter; ich teile das Hesultat hier mit, nachdem Herr Prof. Henrich, dessen Gebiet ich in diesem Falle streifen musste, seine ſe ltnne gegeben hat. Drei Wo bchon etwa nach

der Entnahme des Sinters aus einem der Abfluſskanäle des XKochbrunnens am 23. No- vember v. JIs. bewirkten 123,3 g desselben in der Stunde einen Potentialabfall von 232 Volt.

Die Aktivität des Sinters ist also ungefähr derjenigen des Sinters Kurtz. Am 3. Januar l. Js. wurden dann 3,253 kg in den 140 Liter fassenden Emanationsbehälter gepracht und in dem- selben ein Bleidraht in der bekannten Weise aktiviert. J wurde, wie früher aus Et-4 und Et bestimmt. Es ergab sich:

Zeit: 0, 15⁵ 30 45 60 75 90 105 120

J= 21,8 20,7 16,05 12 45 10,15 8,2 6,3 5,4

Die Reihe der Quotienten dieser Zahlen in die entsprechenden der Radiumreihe ist 423 3,77 3:91 3,91 3,64 3,35 3,22 2,74

Die Vergleichung dieser KacieicntPrreihe mit derjenigen der Preſsluft der Quelle Kurtz S. XV lehrt:

Während der Abfall der Aktivität der Prelſsluft in der letzten Dreiviertelstunde sich mit dem der Radiumaktivität deckt, vollzieht sich der Abfall der Aktivität des Sinters in dem- selben Zeitraum erheblich langsamer. Der Charakter der Aktivität des Kochbrunnensinters ist also verschieden von dem der Prelsluft der Quelle Kurtz.

(Nebenbei sei noch bemerkt, daſs die Beobachtung des Sinterapfalles sich über 20 Stunden erstreckte, wobei festgestellt erden konnte, dass der Abfall seiner Aktivität schneller erfolgt, als der der Thoraktirität.)

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