XIII
Niederschläge am 7. Dez. pei der erstgenannten Quelle die Ausflulsmenge wieder relativ grols geworden war, zeigte auch die Aktivität wieder einen groſsen Wert. Ich wurde auf diesen Zusammenhang zu spät aufmerksam, um ihn messend verfolgen zu können: später komme ich hierauf nochmals zurück.
Die Betrachtung der Haupttabelle S. XIund XII könnte die Vermutung entstehen lassen, daſs die Abnahme der Aktivität von Quelle I über Quelle IV bis Quelle II von der Abnahme der Versuchstemperaturen von 17° über 15°pis 12°herrühre. Das folgende Experiment wider- legt diese Vermutung.
Am 7. Dezember v. J. vormittags 7à wurden am Wahlsborn zwei Flaschen abgefüllt, von denen die eine von 9 ⁴ 25 vormittags an pei einer konstanten Versuchstemperatur von + 2° untersucht wurde. Es ergab sich r== 164,4. Die zweite Flasche wurde nachmittags von 6 1 02 an bei einer Temperatur von 32° geprüft: es war Ak= 143,5 Aus den Beob-
4 3.. 3 110 achtungen derselben Quelle am 28. und 30. Oktober hatte sich für 48 b der Apfallsfaktor 130,9 — 11 ergeben. In 48 b würde also Ak von 164,4 auf 164,4. 114.= 138.2 sinken, einen Verlust von
26,2 Volt erfahren. Da die beiden Versuche am 7. Dezember um 8 37 auseinander lagen. 26,2 517„,„ = 4,7 Volt. Auf gleiche Zeiten 48 60 3 — 6 02 Nm.— bezogen ist also für die Temperatur 2° Ak= 164,4— 4,7= 159,7; für 32° aber Ak= 143,5.
Somit entspricht der höheren Versuchstemperatur unter sonst gleichen Umständen die niedere Aktivität.
Nach den seitherigen Ergebnissen kann das nicht überraschen. Die höhere Temper ratur begünstigt die Luft- und Dampfblasenbildung in der Flüssigkeit, deren Entweichen mit einem Verluste an Aktivität verbunden ist.
Zu weiteren Versuchen über den Zusammenhang zwischen Versuchstemperatur und Aktivität bin ich nicht mehr gekommen.
Es folgt aus dem allen, dals die Vergleichung der Aktivitäten zweier Quellen je nach dem Datum der Prüfung und der Versuchstemperatur zu verschiedenen Resultaten führen kann. Sollen diese Vergl leichungen eine einheitliche Basis erhalten, so wird zur Feststellung der Monats- und Jahresmittel bei gleichen Versuchstemperaturen geschritten werden müssen. Von einem Einzelnen, zumal wenn seine Arbeitskraft groſsen Teiles von dem Berufe absorbiert wird, und unter Auwendung eines einzigen Apparates kann diese Arbeit nur für wenige Quellen ausgeführt werden. Soll sie sich über ein grölseres Gebiet, z. B. über den ganzen Taunus erstrecken, so werden mehrere Beobachter rhit gut übereinstimmenden Instrumenten zusammenwirken müssen. Unvermeidlich wird die Arbeit werden, wenn sich, was nicht aus-— geschlossen ist, herausstellen sollte, daſs die Aktivität der Quellen eine neue Waffe für die Geologie darstellt.
Noch ein weiterer Umstand kommt bei der Beurteilung der Tabelle S. XIund XII in Betracht. Wie Himstedti) festgestellt hat, nimmt die Aktivität einer Quelle nach dem Austritt des Wassers aus dem Poden rasch ab; das Wasser gibt eben infolge der fortwährenden Reibung aller seiner Teile mit der Luft, die beim Flieisen stattfindet, seine Aktivitit an letztere ab. Darum kann das Wasser einer Quelle, das eine lange Röhrenleitung durchströmt, ohne sie ganz auszufüllen, bei seinem Austritte aus der Leitung schwach aktiv sein, wührend es in der Quelle selbst stark aktiv ist. So darf z. B. aus der geringen Aktivität des Sängerbrunnens (Quelle XI) noch kein Rückschluls auf die Aktivität der Quelle selbst gemacht werden, die einige hundert Meter vom Ausflusse entfernt ist und mir nicht zugänglich war.
so beträgt der Abfall für das Vormittagsresultat
¹) 8. 0.


