Aufsatz 
Über die Radioaktivität einiger Süßwasser-, Mineral- und Thermal-Quellen des Taunus
Entstehung
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VI

Resultate stimmen also in Anbetracht der Genauigkeitsgrenzen des ganzen Verfahrens gut überein. Am Nachmittage desselben Tages wurde das ausgekochte

Wasser mittels durchgeblasener Luft geprüft: Es erwies sich als völlig entaktiviert. Dasselbe Resultat zeigte das Wasser zwei Tage später beim Durchblasen von Luft und drei Tage

später beim abermaligen Auskochen. Hieraus und aus der Ubereinstimmung der am 2. Nov. und am 28. Okt. erhaltenen Potentialabfälle folgt schon: die durch das Süfswasser geblasene Luft nimmt seine ganze Aktivität auf. Immerhin ist der Schluſs ein indirekter. Darum wurde frisches Wasser der Quelle IV am 7. Nov. mittels durchgeblasener Luft untersucht. dabei A= 120.7 ermittelt und das Versuchswasser am folgenden Tage wiederum geprüft. Es bewirkte in der Stunde den Potentialabfall 5,9; die Luftaktivität betrug 5,5; die Differenz 0.4 Volt liegt innerhalb der Beobachtungsfehlergrenze.

Aus dem allen folgt:

Das Durchblasen der Luft durch Süfsquellwasser liefert für die Aktivität dasselbe Resultat, wie das Auskochen des Wassers.

Die unter den angegebenen Bedingungen durchgeblasene Luft enthält die gesamte Aktivität des Wassers; die Gröfse Ax ist also ein Mafs für seine Aktivität.

Die bpeiden Methoden der Prüfung auf Aktivität Durchblasen von Luft und Aus- kochen mögen alsLuftmethode undDampfmethode unterschieden werden; die erste ist die weitaus bequemere.

Die auf A bezügliche Schluſsfolgerung gilt ohne weiteres auch für A. wenn die Konstanz des Potentialabfalls innerhalb der ersten Versuchsstunde eintritt; dies war pei den t der Eintritt der Konstanz erst am Ende

meisten der untersuchten Quellen der Fall. Erfolg

der ersten Versuchsstunde oder später, so hat das Experiment das entscheidende Wort. Demgemäſs wurde am 10. Febr. IJ. J. Nm. 3 2 30 der OQuelleEiserne Hand welche von den untersuchten Sülsdquellen die stärkste Aktivität zeigt und für welche die Konstanz erst am Schlusse der ersten Stunde eintritt eine Flasche Wasser entnommen und das Wasser von 5 ½ 10 Nm. an der Luftprobe unterzogen, wobei sich A= 194,1 ergab. Das

Versuchswasser wurde dann Tags darauf von 6 53 Nm. an bei gleicher Versuchstemperatur 8. 8. (13) abermals der Luftprobe unterworfen. Es pewirkte den Potentialabfall 4,9 Volt. Die Luftaktivität war 4; also ist A= 0,9. d. h.= einem hart an der Genauigkeitsgrenze der ganzen . 8⁸ 8 8₰ Methode gelegenen Werte. Die Entaktivierung war also auch jetzt eine so vollständige, dals der etwaige Rest bei Vergleichungen nicht ins Gewicht fällt.

Die für Ax dquellen.

gezogenen Schlüsse gelten also auch für das A der Süls-

Es mag auffallen, dals die Prüfung des Versuchswassers hier wie auch früher schon nicht unmittelbar an den vorangehenden Versuch angeschlossen wurde. Das wäre aber nur

möglich, wenn man über zwei gleiche Versuchsanordnungen Apparate und Verbindungs- stücke verfügte. Die Aktivität haftet nümlich mit grolser Zähigkeit in den Apparaten,

vorzugsweise, wie es scheint, in den Metallteilen derselben. Das Auswischen der Metall- glocke mit reinen Tüchern tut zwar gute Dienste, entaktiviert sie aber nicht immer völlig; dabei ist das Innere der übrigen Apparate unzugänglich. Bestimmt man daher bald nach einem ersten Versuch, bei dem namhafte Aktivität(50 200 Volt Abfall) auftrat, die Luft- aktivität, so erhält man einen viel zu grolsen Wert. manchmal den 3 10 fachen Betrag des wahren Wertes. Ich half mir schlieſslich, indem ich alle Versuchsteile. soweit das angängig war, vor die Wasserluftpumpe des Laboratoriums schaltete und 3 4 Stunden einen konstanten Luftstrom durch sie schickte. Die Hahnluftpumpe mulste durch mehrere Hundert Kolben- hube besonders entaktiviert werden. Dieser leidige Umstand macht die Experimente noch vie]l Zeitraubender, als sie ohnehin schon sind.